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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 4. Trendelburg

Weitere Informationen

Beberbeck

Stadtteil · 241 m über NN
Gemeinde Hofgeismar, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Domäne; Dorf; Gewerbesiedlung

Lagebezug:

8 km nordöstlich von Hofgeismar

Lage und Verkehrslage:

Mitten im Reinhardswald

Siedlungsentwicklung:

Das mittelalterliche Dorf Beberbeck (978 erstmals erwähnt) hat vielleicht dort gelegen, wo sich bei der Dreckbrücke die Flurbezeichnung Altbeberbeck findet.

1341 war es noch Dorf, 1393 aber vielleicht schon wüst (beides UA Hasungen).

Laut G. Landau gab es auch ein parvum Beverbike (Landau, Beschreibung der wüsten Ortschaften. Ausg. 1858, S. 11).

1490 findet man erste Berichte über Pferdezucht in Beberbeck.

1571 errichtete Landgraf Wilhelm IV. einen 130 Hektar großen Tiergarten, der die Sababurg umschloss.

1823 wurde Beberbeck auf Beschluss Kurfürst Wilhelms II. zur Musteranstalt für die Landespferdezucht.

1870 kam das Hauptgestüt unter preußische Verwaltung.

1927 erschien Beberbeck bei H. Reimer als Schloß und Hauptgestüt (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 29).

1929 Auflösung des Hauptgestüts Beberbeck, womit dort nach fast 500 Jahren die Zucht der Trakehner Pferde eingestellt wurde. Weiterführung als Hessische Staatsdomäne und Umnutzung des Schlosses als Altenheim.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3533185, 5711208
UTM: 32 U 533098 5709363
WGS84: 51.53440485° N, 9.477190825° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633013010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1571: Tiergarten von 130 Hektar Größe
  • 1885 (Hektar): 717, davon 221 Acker (= 30.82 %), 44 Wiesen (= 6.14 %), 22 Holzungen (= 3.07 %)
  • 1961 (Hektar): 1310, davon 316 Wald (= 24.12 %)
  • Heute: Staatsdomäne mit über 1000 Hektar Bewirtschaftungsfläche

Einwohnerstatistik:

  • 1341: Noch Dorf
  • 1393: Vielleicht schon wüst
  • 1490: Pferdezucht vor Ort
  • 1885: 219, davon 216 evangelisch (= 98.63 %), 3 katholisch (= 1.37 %)
  • 1961: 512, davon 390 evangelisch (= 76.17 %), 114 katholisch (= 22.27 %)
  • 1970: 317 Einwohner

Diagramme:

Beberbeck: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Sababurg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Sababurg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Veckerhagen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Sababurg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar (zu Gottsbüren gehörig)
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar (Neubildung, vgl. Gemeindeentwicklung)
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
  • 1970: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel

Altkreis:

Hofgeismar

Gericht:

  • bis 1822: Amt Sababurg
  • 1822: Justizamt Sababurg (Sitz Veckerhagen)
  • 1867: Amtsgericht Veckerhagen
  • um 1900: Amtsgericht Hofgeismar (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 29)
  • vor 1932: Amtsgericht Veckerhagen
  • 1932: Amtsgericht Hofgeismar

Gemeindeentwicklung:

30.9.1929: Neubildung der Gemeinde Beberbeck aus den Gutsbezirken Beberbeck und Sababurg.

Am 31.12.1970 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden als ein Stadtteil der Stadtgemeinde Hofgeismar eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1273 wurde Beverbike von Graf Ludolf von Dassel an Mainz verkauft (Will. Mainzer Reg. 36, 291)
  • 1303 schlug man es zu Hofgeismar (Vogt, Reg. 1, 767)

Ortsadel:

Adlige von Beberbeck 1234-1341 (UA Hasungen)

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

seit 1739 von Gottsbüren versehen

Bekenntniswechsel:

1724 errichtete Landgraf Carl ein Gestüt an der Stelle des wüst gewordenen Ortes. Beberbeck wurde zusammen mit Sababurg durch den reformierten Metropolitan von Gottsbüren betreut.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Beberbeck, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2049> (Stand: 28.5.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde