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4522 Hofgeismar
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 9. Hofgeismar

Weitere Informationen

Meimbressen

Ortsteil · 232 m über NN
Gemeinde Calden, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

10 km südwestlich von Hofgeismar

Ersterwähnung:

um 900 (vor 906)

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3524707, 5696744
UTM: 32 U 524623 5694905
WGS84: 51.40483584° N, 9.354001984° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633005040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1961 (Hektar): 658, davon 70 Wald (= 10.64 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Meimbressen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1571: Landgrafschaft Hessen, Amt Schartenberg (Zierenber Salbuch)
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Zierenberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Zierenberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Zierenberg
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Stadt und Amt Zierenberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel

Altkreis:

Hofgeismar

Gericht:

  • bis 1822: Amt Zierenberg
  • 1822: Justizamt Grebenstein
  • 1867: Amtsgericht Grebenstein
  • 1879: Amtsgericht Grebenstein
  • um 1900: Amtsgericht Grebenstein
  • 1945: Amtsgericht Hofgeismar
  • 1968: Amtsgericht Hofgeismar

Herrschaft:

Meimbressen gehörte dem Erzbistum Mainz. 1423 hatten die von Gudenberg und die Wölfe von Gudenberg die Hälfte des Dorfes von Mainz zu Lehen. Seit 1538 gehörte die Hälfte des Dorfes den von der Malsburg (Dep. V. d. Malsburg und Landau, Ritterburgen 4,257.258).

Meimbressen ist neben Höringhausen der zweite Hauptsitz der Wölfe von Gudenberg (HStAM Bestand Urk. 144).

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1970 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss der Gemeinde Calden mit der Gemeinde Meimbressen zu einer neuen Gemeinde Calden.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Im Rahmen eines Tauschgeschäfts gelangte der Besitz des Klosters Fulda in Meimbressen um 900 an Graf Konrad den Älteren.

Ortsadel:

Adlige von Meimbressen von 1204-1334

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1324 Pleban

Patrozinien:

  • Bonifatius

Pfarrzugehörigkeit:

Die Pfarrei war bis 1361 dem Stift Kaufungen einverleibt.

noch 1585 selbständig, 1589 es Filial von Ehrsten

Patronat:

Kloster Kaufungen

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johann Michel ca. 1527 bis vor 1545(?), 1518 als Priester in Merxhausen erwähnt

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Archidiakonat St. Marien zu Hofgeismar

Juden:

Provinzial-Rabbinat Kassel

1835: 98; 1861: 134; 1905: 117; 1932/33: 62 Juden

Ob sich 1356 erstmals einzelne Juden im Ort niederlassen ist unklar, lediglich ein Hinweis bei Arnsberg auf diese Niederlassung.

Nach 1648 lassen sich viele polnische Flüchtlinge im Ort nieder; daher auch polnische Bräuche in Gemeinde.

Im 18. Jahrhundert ist die jüdische Gemeinde stark angewachsen. 1747 leben 50 Juden im Ort.

Vor der Einrichtung einer Synagoge wurden Gottesdienste in Privathäusen abgehalten; 1837 Bau beantragt; nach Umbau des Hauses Einweihung der Synagoge 5.11.1842; liegt in der Dorf- bzw in der Ortsstrasse Nr. 87; 1926 Renovierung der Synagoge. 1938 baufällig; 1950 von der Gemeinde erworben und zu Wohnungen umgebaut.

1844 Gründung der israelitischen Elementarschule; während Vakanz in den 1850er Jahren wird die Schule in Zierenberg besucht. Wegen Rückgang der Schülerzahlen wird 1931 Aufhebung der Schule beantragt die 1934 erfolgt.

Berufe: Handel; Viehhandel; aber auch Handwerk

1926 umfasst die Gemeinde etwa 80 Personen, nach 1933 wandern viele aus. 1938 verlassen die letzten Juden den Ort Richtung Kassel, von dort deportiert.

Friedhof: soll über 300 Jahre alt sein, liegt am Stangenweg Bis ca. 1850 wurde der auch von den Orten Grebenstein, Zierenberg und Niedermeiser genutzt. Zeitweilig bestatteten auch Arolsen und Volkmarsen hier ihre Toten. (alemannia-judaica)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Meimbressen, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2085> (Stand: 23.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde