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5324 Hünfeld
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 83. Hünfeld

Hünfeld

Stadtteil · 253 m über NN
Gemeinde Hünfeld, Landkreis Fulda 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Kloster; Stadt

Lagebezug:

15 km nordöstlich von Fulda

Lage und Verkehrslage:

Chausseen nach Fulda, Rasdorf und Sieglos. Im südlichen Stadtbereich treffen die Bundesstraßen B27 und B84 aufeinander. Außerdem ist Hünfeld über die Landesstraßen L3176 (Richtung Mackenzell und Oberrombach) und L3171 (Richtung Roßbach), sowie die Kreisstraßen K141 (nach Hünhan), K122 (nach Großenbach), K121 (nach Molzbach) und K12 (nach Nüst) an das Straßenverkehrsnetz angeschlossen.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Bebra – Hanau – Frankfurt am Main ("Bebraer Bahn";"Bebra-Hanauer-Bahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.10.1866).

Endbahnhof der Eisenbahnlinie Hünfeld – Wenigentaft/Mansbach (Inbetriebnahme der Strecke 1.12.1906).

Ersterwähnung:

781

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3554415, 5615599
UTM: 32 U 554319 5613792
WGS84: 50.67343169° N, 9.768730439° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

631015030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 1181, davon 690 Acker (= 58.43 %), 164 Wiesen (= 13.89 %), 236 Holzungen (= 19.98 %)
  • 1961 (Hektar): 1181, davon 251 Wald (= 21.25 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1812: 279 Feuerstellen, 1663 Seelen
  • 1885: 1828, davon 271 evangelisch (= 14.82 %), 1430 katholisch (= 78.23 %), 1 andere Christen (= 0.05 %), 126 Juden (= 6.89 %)
  • 1961: 6182, davon 1529 evangelisch (= 24.73 %), 4590 katholisch (= 74.25 %)
  • 1970: 7001

Diagramme:

Hünfeld: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1309: Reichsabtei Fulda, Amt Hünfeld
  • 1787: Fürstabtei Fulda, Oberamt Mackenzell
  • 1803-1806: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Amt Hünfeld
  • 1806-1810: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Fulda (Militärverwaltung)
  • 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Hünfeld
  • 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Hünfeld
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda

Altkreis:

Hünfeld

Gericht:

  • Mit der Stadt Hünfeld war ein Gericht verbunden, wozu 1510 Großenbach, Hünhan, Molsbach, Nüst, Rosbach, Rückers und Sargenzell gehörten.
  • 1822: Justizamt Hünfeld
  • 1867: Amtsgericht Hünfeld

Herrschaft:

1310 verleiht König Heinrich [VII.] der Stadt und den Bürgern von Hünfeld, die sich im Besitz Heinrichs [von Weilnau], Abt von Fulda, befinden, wegen bisheriger und künftiger Verdienste des Abtes für das Reich alle Freiheiten, Immunitäten und Rechte der Stadt und Bürger von Gelnhausen und hofft auch in Zukunft auf Heinrichs Gunst. [HStAM Bestand Urk. 75 Nr. 207]

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform durch Eingliederung anderer Gemeinden eine Neubildung der Stadtgemeinde Hünfeld. Zur deren Entwicklung s. Hünfeld, Stadtgemeinde. Sitz Gemeindeverwaltung ist Hünfeld.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Kloster Hünfeld als Tochterkloster der Reichsabtei Fulda.
Kirche und Religion

Patrozinien:

  • Jakobus (1283, 1518)

Pfarrzugehörigkeit:

Ursprünglich wurden die Bewohner der umliegenden Orte von dem 815 gegründeten Kloster seelsorgerisch betreut. Zur Pfarrei Hünfeld, die 1267 in das Kollegiatsstift Hünfeld inkorporiert wurde, gehörten die Filialen Roßbach (1656 ), Mackenzell (1594), Großenbach (1594), Molzbach (1656), Weissenborn (1674), Nüst (1594), Rückers (1656) und Hünhan (1594). 1812 Pfarrkirche

Patronat:

Bis 1267 Abt von Fulda, dann Dekan und Kapitel von Stift Hünfeld. So auch 1488.

Klöster:

Bekenntniswechsel:

Der Ort blieb katholisch, 1855 eigene evangelische Pfarrei

Kirchliche Mittelbehörden:

1464/65: Bistum Würzburg, Archidiakonat Geisa-Mellrichstadt-Coburg, Landkapitel Geisa

1676: Dekanat Fulda

1752: Bistum Fulda, Dekanat Hünfeld, Hünfeld, Pfarrei St. Jakobus

Juden:

Provinzial Rabbinat Fulda, Mackenzell angeschlossen.

1858: 44: 1861: 32; 1872/73: 16; 1905: 60; 1925: 63; 1932/33: 60 Juden

Seit dem 14. Jahrhundert unterstehen Juden in Hünfeld Kloster Fulda, 1343 Ersterwähnung; danach erst wieder 1734 erwähnt.

Berufe: Händler, Hausierer

Synagoge: zunächst im Privaträumen; Synagogenneubau 1860 genehmigt, aufgrund finanzieller Lage wird preußischer König zur Finanzierungshilfe gebeten; Bahnhofstraße 7

Schule: zunächst Besuch in Burghaun; 1872/73 nur Religionssschule, eigene Schule wohl erst 1889, 1924 wird Schule wegen geringer Kinderzahl aufgelöst.

Friedhof in Burghaun zuständig.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hünfeld, Landkreis Fulda“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6078> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde