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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 25. Allendorf

Weitere Informationen

Hundelshausen

Stadtteil · 202 m über NN
Gemeinde Witzenhausen, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6 km südlich von Witzenhausen

Lage und Verkehrslage:

Straßendorf im Gelstertal westlich des Baches gelegen.

Kirche in der östlichen Straßenseite; mehrere Stichgassen.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Hessisch Lichtenau/Velmeden – Großalmerode/Ost – Neu-Eichenberg/Eichenberg ("Gelstertalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 15.12.1915) (Einstellung des Personenverkehrs am 3.6.1973).

Ersterwähnung:

1111

Historische Namensformen:

  • Hunolteshusen, in (1111) [Dronke Cd Nr. 771]
  • Hunoldeshusen, de (1260)
  • Hunoldehusen, de (1293)
  • Hunoldißhusin, von (1355)
  • Hunoldishusen, von (1363)
  • Hundirßhusen, von (1423)
  • Hondilßhußen, de (um 1450)
  • Hundelßhußen, von (1452)
  • Hundeishaussen, an (1545)
  • Hundelshausen, nach (1583)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1111: villa
  • 1366: Dorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

um 1780

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3559367, 5684672
UTM: 32 U 559269 5682838
WGS84: 51.29377457° N, 9.850046548° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636016090

Flächennutzungsstatistik:

  • 1588: 37 1/2 Hufen genannt
  • 1935 Hektar, davon 1289 Hektar Wald
  • 1961 (Hektar): 1935, davon 1289 Wald (= 66.61 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1466: 32 Hausgesesse
  • 1542: 35
  • 1575/85: 61
  • 1681: 38
  • 1747: 75 Mannschaften mit 73 Feuerstellen
  • 1748: 384 Einwohner
  • 1925: 1006 (968 evangelisch, 35 landeskirchliche Gemeinschaft, 3 römisch-katholisch, 1 Baptist)
  • 1961: 1281, davon 1128 evangelisch (= 88.06 %), 131 katholisch (= 10.23 %)
  • 1970: 1371 Einwohner

Diagramme:

Hundelshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1466 und 1747: Amt Ludwigstein
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Witzenhausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1569 und 1747: Niederes und peinliches Gericht Hessen
  • (1583: Untergericht Wendershausen)
  • 1807: Friedensgericht Witzenhausen
  • 1814: Amt Ludwigstein
  • 1821-1834: Fürstlich Rotenburgisches Oberschultheißenamt Witzenhausen mit Justizamt Ludwigstein
  • 1834: Justizamt Witzenhausen I
  • 1837: Justizamt Witzenhausen
  • 1867: Amtsgericht Witzenhausen
  • Gerichtsplatz unter zwei alten Linden, Platte des Gerichtstisches, in unregelmäßigem Rund zum Teil von Sandsteinquadermauer umzogen
  • 1879: Amtsgericht Witzenhausen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.10.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung in die Stadtgemeinde Witzenhausen, deren Stadtteil Hundelshausen wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1111: Kloster Fulda erhält von einem Gundolf 1/2 Hube und eine Mühle zu Hundelshausen.
  • 1327: Hundelshausen ist zum Schloß Rusteberg lieferungspflichtig.
  • 1357: Landgraf Heinrich belehnt Hermann von dem Berge mit Gut zu Hundelshausen.
  • 1359: Verkauf einer Gülte zu Hundelshausen mit landgräflicher lehnsherrlicher Genehmigung
  • 1365: Landgraf Hermann versetzt dem Werner von Hanstein Dorf Hundelshausen.
  • 1366: Die von Berlepsch verkaufen die vom Landgrafen zu Lehen rührenden Gefälle zu Hundelshausen an die von Halle.
  • 1374: Die von Hundelshausen haben Zinsgüter zu Hundelshausen. Im gleichen Jahr tauschen die von Berlepsch mit dem Landgrafen das Dorf Hundelshausen gegen Gertenbach.
  • 1378: Landgraf Hermann versetzt dem Werner von Hanstein seine Teil des Dorfes Hundelshausen.
  • 1382: Landgraf Hermann versetzt diesem das Dorf Hundelshausen.
  • Ende 14. Jahrhundert: Hermann von dem Berge besitzt 2 Hufen zu Hundelshausen vom Landgrafen Hermann zu Lehen.
  • 1423: Hartrad von Hundelshausen ist Lehnsmann des Klosters Kaufungen zu Hundelshausen.
  • 1452: Gottschalk von Plesse belehnt Philipp von Hundelshausen mit allen Gerechtigkeiten zu Hundelshausen; folgend Belehnungen bis 1521.
  • 1538: Die von Hundelshausen tauschen dem Landgrafen Philipp ihr Dorf Hundelshausen ohne Pfarrei und Zehnten ein.
  • 1545: Rechte und Zinsen werden durch Landgraf Philipp an Christoph Hülsing verliehen.
  • 1575/85: Zinsen und Güter zu Hundelshausen hessisches Lehen der von dem Berge.

Zehntverhältnisse:

1305: Heinrich von Ziegenberg belehnt Siegfried von Hundelshausen mit dem halben Zehnten zu Hundelshausen.

1369: Brosius von Hundelshausen verkauft den halben Zehnten zu Hundelhausen, den er von den von Plesse zu Lehen trägt.

Ortsadel:

Seit 1260

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1277: Priester
  • 1297: plebanus

Patrozinien:

  • Martin (1517)

Pfarrzugehörigkeit:

Vor der Reformation tragen die Filiale Berge und Rückerode zum Predigtamt Hundelshausen bei.

1613: Meiergut Carmanshausen zahlt zum Pfarrer von Hundelshausen.

1702: Mutterkirche mit Vikariat Dohrenbach

1747: mit Filiale Trubenhausen und Vikariat Dohrenbach

1780: Vikariat Dohrenbach, eingepfarrt Rückerode

1872 und heute: desgleichen

Patronat:

1543 - 1836: von Hundelshausen, dann Hessen durch Tausch gegen Harmuthsachsen.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Priester: Georg Helwig ca. 1540 bis vor 1569, ehemaliger katholischer Priester

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat vielleicht Witzenhausen

Archdiakonat Heiligenstadt

1585: Superintendentur Rotenburg-Allendorf

1780 und 1872: Klasse Witzenhausen

1923 und heute: Kirchenkreis Witzenhausen

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

1646: Gericht Hundelshausen (von Hundelshausen zu Harmuthsachsen) aus 8 Dörfern: Harmuthsachsen, Hasselbach, Wollstein, Küchen (ganz), Epterode, Diemerode (Kreis Melsungen), Stadthosbach und Rechtebach, soweit die von Hundelshausen Anteil daran hatten.

Wirtschaft:

1530: Gläserei und Gipsabbau

Nachweise

Quellen:

  • Cal. Or. 81 h, Staatsarchiv Hannover
  • Kopiar Mariengarten Nr. 267f., 280, 291, Landesbibliothek Hannover
  • Hundelshauser Kopiar fol. 78V, Landesbibliothek Kassel

Literatur:

Zitierweise
„Hundelshausen, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6076> (Stand: 16.10.2018)
 
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