Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
4824 Hessisch Lichtenau
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 33. Lichtenau

Weitere Informationen

Hollstein

Stadtteil · 330 m über NN
Gemeinde Hessisch Lichtenau, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

18,5 km südsüdwestlich von Witzenhausen

Lage und Verkehrslage:

6,5 km südöstlich von Hessisch Lichtenau gelegen

Nördlich neben den namengebenden Steinen zu beiden Seiten des Hollsteinebaches ein Angerdorf mit Kirche außerhalb des Angers, Gerichtsstätte gegenüber südlich des Baches

Burg (?) in unbekannter Lage (s. Ziffer 3b)

Ersterwähnung:

1195

Historische Namensformen:

  • Holsten (1195) [XV] (Klosterarchive 1: Klöster an der Werra, Nr. 873)
  • Holenstein, dictus (1318) (von Roques Urkundenbuch Kaufungen Nr. 147)
  • Holnsten, de (1322)
  • Holensteyn, in (kurz nach 1376)
  • Holnstein, von (1383)
  • Hulnsteyn, zu (1467)
  • Holstein, das Dorf (1553)
  • Holstain (1575/85)
  • Hollsteine (1747)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1195: villa
  • 1454: Dorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1688

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3555181, 5672051
UTM: 32 U 555085 5670222
WGS84: 51.18076134° N, 9.788099035° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636006050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1454: 21 Huben in der Feldmark genannt
  • 1777: 1404 Acker
  • 1961 (Hektar): 360, davon 89 Wald (= 24.72 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1539: 8 Mann und 8 Feuerstellen
  • 1575/85: 17 Hausgesesse
  • 1640: Von 20 Familien nur noch 8 ansäss
  • 1681; 21 Hausgesesse
  • 1747: 20 Mannschaften mit 24 Feuerstellen
  • 1777: 106 Einwohner
  • 1961: 134, davon 118 evangelisch (= 88.06 %), 16 katholisch (= 11.94 %)
  • 1970: 140 Einwohner
  • Berufsgliederung 1724: 1 Müller, 34 Leinweber, 1 Hirte; zusammen: 36

Diagramme:

Hollstein: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Lichtenau
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • Vor 1322: Gericht der von Hollstein
  • 1322: landgräfliches Gericht
  • 1354: Amt Lichtenau
  • 1454: Sondergericht mit Fürstenhagen, Velmeden und Hausen, das durch den Schultheißen und 3 - 4 Stadtschöffen von Lichtenau gehegt wurde.
  • 1553 und 1747: Niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Friedensgericht Lichtenau
  • 1814: Amt Lichtenau
  • 1821: Justizamt Lichtenau
  • 1867: Amtsgericht Lichtenau
  • 1879: Amtsgericht Lichtenau
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1961: Amtsgericht Witzenhausen
  • Gerichtsplatz mit Steinbank auf Fußsockeln unter alter Linde, an der mittels einer Kette ein konisches Halseisen befestigt war.
  • 1950: Amtsgericht Witzenhausen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung nach Hessisch Lichtenau, Stadtgemeinde, dessen Stadtteil Hollstein seitdem ist.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1195: Kloster Germerode in Hollstein begütert; folgend bis 1527, darunter Mühle
  • 1322: Landgraf Heinrich erwirbt Hollstein von den von Hollstein.
  • 1366: Hartm. von Wickenrode durch Landgraf Heinrich in Hollstein belehnt.
  • Kurz nach 1376: Hartm. von Wickenrode hat von Landgraf Hermann Burglehen zu Hollstein inne.

Ortsadel:

1318 -22

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Gotische Kirche, barock umgebaut

Pfarrzugehörigkeit:

1569: zum Kirchspiel Reichenbach, noch jetzt dessen Filiale

Patronat:

1777: Deutschordenshaus Marburg

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich um 1527.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat Gensungen

Archdiakonat St. Peter-Fritzlar

Wirtschaft

Wirtschaft:

1840 - 1897: Tongräberei am Nenngeberg nordwestlich Hollstein; Töpfer genannt

Mühlen:

1383/87: Mühle

1454: Mühle unter dem Dorf

1454: bildete zusammen mit Hopfelde einen Leistungsverband

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hollstein, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6044> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde