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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 24. Grossalmerode

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Fürstenhagen

Stadtteil · 340 m über NN
Gemeinde Hessisch Lichtenau, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

18,5 km südwestlich von Witzenhausen

Lage und Verkehrslage:

3 km nordwestlich Hessisch Lichtenau gelegen

An der Mündung des Börnchenbaches in die Losse geschlossenes Dorf im Rechteck unter der rechteckig ummauerten Kirche mit Häusern an der Mauer; Forsthof

1832: Straßen Helsa - Eschenstruth - Hessisch Lichtenau

Bahnhof der Eisenbahnlinie Waldkappel – Kassel/Wilhelmshöhe ("Lossetalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.12.1879).

Ersterwähnung:

1310

Siedlungsentwicklung:

1838: Ölmühle bei Eschenstruth und Wirtshaus an der Leipziger Straße (ebenda) von der Gemarkung Fürstenhagen getrennt und zur Gemarkung Eschenstruth (Kreis Kassel)

In der Gemarkung die Wüstung Bezzenrode (= Wezzelsrode?), Fischbach, Hollenbach, die Schminckenmühle und die Wöskenmühle

Historische Namensformen:

  • Vorstenhayn, de (1310) [HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 127]
  • Vorstenhagen, de (1312) [Schultze, Klöster Kassel Nr. (1444)]
  • Forstenhagen, de (1338)
  • Furstinhain, zu (1376)
  • Furstenhain, von (1384)
  • Forstinhayn, zcu (1469)
  • Furstenhan, das Dorff (1553)
  • Fürstenhayn, das Dorff (1553)
  • Forstenhagen (1575/85)
  • Fürstenhagen (1747)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1383: Dorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Älteste Gemarkungskarte:

1687

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3548358, 5675398
UTM: 32 U 548265 5673567
WGS84: 51.21146122° N, 9.690979889° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636006020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1747: 3524 Acker
  • 1885 (Hektar): 511, davon 259 Acker (= 50.68 %), 169 Wiesen (= 33.07 %), 32 Holzungen (= 6.26 %)
  • 1961 (Hektar): 623, davon 129 Wald (= 20.71 %)
  • Bis 1454: 28 1/2 Huben Land in der Feldmark

Einwohnerstatistik:

  • 1539: 30 Männer und Feuerstellen
  • 1575/85: 42 Hausgesesse
  • 1681: 38 Hausgesesse
  • 1731: 297 Einwohner
  • 1747: 56 Mannschaften mit 61 Feuerstellen
  • 1774: 253 Einwohner
  • 1854 - 1856: 20 Familien mit 70 Kindern ausgewandert
  • 1885: 127, davon 127 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 2114, davon 1773 evangelisch (= 83.87 %), 290 katholisch (= 13.72 %)
  • 1970: 2240 Einwohner
  • 3 Amtspersonen, 19 Leinweber, 5 Schmiede, 2 Weißbinder, 5 Schneider, 7 Maurer, 4 Wagner, 3 Zimmerleute, 26 Ackerleute, 19 Taglöhner und Dienstboten, 3 Hirten und Schäfer; zusammen 98
  • Berufsgliederung 1724:

Diagramme:

Fürstenhagen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1376 und später: Amt Lichtenau
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Lichtenau
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1376: Gericht Reichenbach
  • 1454 und noch 1532: Sondergericht (siehe Ziffer 5)
  • Seit 1553: Rechtszug zur Stadt Lichtenau
  • 1747: Niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Friedensgericht Lichtenau
  • 1814: Amt Lichtenau
  • 1821: Justizamt Lichtenau
  • 1867: Amtsgericht Lichtenau
  • 1879: Amtsgericht Lichtenau
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1961: Amtsgericht Witzenhausen
  • Gerichtsplatz mit jungen Linden und rechteckigem Sandsteintisch auf Blocksockel an der Nordseite der Kirche
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung nach Hessisch Lichtenau, Stadtgemeinde, dessen Stadtteil Fürstenhagen seitdem ist.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • War, wie der Name vermuten läßt, wohl immer landgräflich
  • 1376: Landgraf Heinrich belehnt die Diede mit Mannlehen aus Fürstenhagen

Ortsadel:

1312 und 1338

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirche: im Kern romanisches Schiff
  • 1498 erhöht und durch spätgotischen Chor erweitert

Patrozinien:

  • Nikolaus und Katharina

Pfarrzugehörigkeit:

1569 und 1950: Filiale von Hessisch Lichtenau, dann selbstständige Pfarrei

Patronat:

1553 und noch 1774: Landgraf

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat Gensungen; Archdiakonat St. Peter- Fritzlar

1950: Kirchenkreis Witzenhausen

Kultur

Historische Ereignisse:

Seit 1903: Stiftung der Gebrüder Lenoir, Waisenhaus für 200 Kinder

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

1454 -1552: Sondergericht unter Schultheiß von Hessisch Lichtenau und 4 Stadtschöffen; Gerichtsplatz

Wirtschaft:

1384: 109 Schafe genannt

Südlich des Ortes ehemaliges Kohlenbergwerk

1842: 32 Arbeiter mit 900 Malter Jahresförderung

Mühlen:

1454: Mühle

1457: alte Mühlenstätte in Richtung Fürstenhagen am Herrenteich

1553: Schleifkotten

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Fürstenhagen, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5757> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde