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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 35. Eschwege

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Frieda

Ortsteil · 168 m über NN
Gemeinde Meinhard, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

5 km ostnordöstlich von Eschwege gelegen

Lage und Verkehrslage:

Im Eschweger Becken in der Nähe der Einmündung des gleichnamigen Baches in die Werra gelegen

Unterhalb von Eichenberg, Kahlenberg und Großem Dachsberg, die den südlichen Rand des Eichsfeldes markieren.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Meinhard/Schwebda – Treffurt ("Werratalbahn II") (Inbetriebnahme der Strecke 1.5.1902) (Strecke zwischen 1945 und 1958 stillgelegt).

Ersterwähnung:

974

Siedlungsentwicklung:

Frieda scheint eine Zeit lang, nachweislich 1444, wüst gelegen zu haben (J. Wolf, Geschichte des Eichsfeldes 2, 6. 7).

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3578850, 5673470
UTM: 32 U 578745 5671640
WGS84: 51.19074168° N, 10.12684695° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636007010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 562, davon 270 Acker (= 48.04 %), 37 Wiesen (= 6.58 %), 270 Holzungen (= 48.04 %)
  • 1961 (Hektar): 562, davon 172 Wald (= 30.60 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Frieda: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • undatiert: mainzisches Amt Bischofstein
  • 1583: Amt Eschwege
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Eschwege
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Eschwege
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Harz-Departement, Distrikt Heiligenstadt, Kanton Wanfried
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Eschwege
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Eschwege

Gericht:

  • 1834: Justizamt Eschwege I
  • 1837: Kurfürstliches Justizamt Wanfried
  • 1867: Amtsgericht Wanfried
  • 1879: Amtsgericht Wanfried
  • 1932: Amtsgericht Eschwege

Herrschaft:

Das Dorf gehörte zunächst zum mainzischen Amt Bischofstein. Dann kam es aber 1583 von Mainz durch Tausch an Hessen (Vertr. mit Mainz). Es wurde nun dem Amt Eschwege zugeteilt.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Meinhard zusammengeschlossen, deren Ortsteil Frieda seitdem ist.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Kaiser Otto II. schenkte 974 Frieda seiner Gemahlin, gemäß Reimer vermutlich einen Hof.
  • Thüringen überließ sein dortiges Lehenrecht dann 1306 an Hessen (Grotefend LR 467).
  • Teile der Wüstung zu Frieda waren seit 1444 (Lehenbrief, Dep. v. Boyneburg-Stedtfeld u. Rev.) hessisches Lehen der von Boyneburg-Hohenstein.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Pfarrer (1363) [Huyskens 89]
  • Die Pfarrkirche war (oder wurde) 1487 den Aposteln Petrus und Paulus geweiht (GR Frieda).

Pfarrzugehörigkeit:

Frieda war nach der Reformation wechselnd mit verschiedenen Pfarreien verbunden, gemäß Reimer namentlich mit Schwebda und Grebendorf. 1623 und 1701 - 1778 besaß es einen eigenen Pfarrer.

Seit 1824 war es beständiges Vikariat von Schwebda (Hochhuth 309 > Stand 1872).

Patronat:

Das Pfarrpatronat besaßen bis 1792 die von Boyneburg-Hohenstein als hessisches Lehen.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Frieda gehörte zum Archidiakonat Dorla (Bach, Kurze Geschichte 19).

Wirtschaft

Wirtschaft:

Die Landwirtschaft spielte in Frieda im 19. Jahrhundert gemäß P. Zietz nur eine untergeordnete Rolle. Dies wird durch die geringe Zahl von sieben Höfen belegt, die für das Jahr 1831 nachgewiesen sind. So war neben Gewerbe und Handwerk die auftragsgebundene Leineweberei die Haupterwerbstätigkeit der ansässigen Bevölkerung.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Frieda, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5739> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde