Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Dohrenbach

Stadtteil · 217 m über NN
Gemeinde Witzenhausen, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

3 km südwestlich von Witzenhausen gelegen

Lage und Verkehrslage:

In flachem Talgrund kleines geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriß; Kirche leicht erhöht, Lindenplatz

Ersterwähnung:

1199

Historische Namensformen:

  • Durebach, de (1199) [Dob. H Nr. (1111)]
  • Thorinbach, dorf (um 1354)
  • Dorinbach, zcu (1370)
  • Dornbach (1397)
  • Dorenbach, in dem dorffe zcu (1437)
  • Torinbach (1437)
  • Dorrenbach, zue der Wustenunge (1536)
  • Dohrenbach (1747)

Bezeichnung der Siedlung:

  • Um 1354 und 1362: Dorf
  • 1466 und noch 1497: wüst
  • 1516: Dorf
  • 1536: wüst
  • 1551: Dorf
  • 1552: wüst, nur Mühle
  • Noch 1565: wüst
  • 1657: 11 durch Krieg zerstörte Häuser

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3558238, 5686527
UTM: 32 U 558141 5684692
WGS84: 51.31056288° N, 9.834165028° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636016040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 202, davon 152 Acker (= 75.25 %), 16 Wiesen (= 7.92 %), 1 Holzungen (= 0.50 %)
  • 1961 (Hektar): 685, davon 341 Wald (= 49.78 %)
  • Als Wüstung 1497 zu Witzenhausen gezogen, nach Wiederbesiedlung aus Gemarkung Witzenhausen gelöst
  • In der Gemarkung Ortsteil Gut Fahrenbach und Forsthaus Roter See
  • bis 1744: 441 Acker Land

Einwohnerstatistik:

  • 1529: 15 Mann
  • 1551: 19
  • 1575/85: 20 Hausgesesse
  • 1650: 6
  • 1681: 17
  • 1744: 155 Einwohner
  • 1747: 29 Mannschaften mit 33 Feuerstellen
  • 1885: 312, davon 309 evangelisch (= 99.04 %), 3 katholisch (= 0.96 %)
  • 1925: 491 (mit Gut Fahrenbach)
  • 1961: 540, davon 495 evangelisch (= 91.67 %), 36 katholisch (= 6.67 %)
  • 1970: 509

Diagramme:

Dohrenbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1570: Amt Witzenhausen
  • 1575/85: Amt Ludwigstein
  • 1747: Amt Witzenhausen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Witzenhausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • um 1570: Peinliches Gericht Hessen
  • 1747: Niederes Gericht von Berlepsch und Stadt Witzenhausen, peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Friedensgericht Witzenhausen
  • 1814: Amt Witzenhausen
  • 1822: Justizamt Witzenhausen
  • 1834: Jusitzamt Witzenhausen II
  • 1837: Justizamt Witzenhausen
  • 1867: Amtsgericht Witzenhausen
  • Gerichtsplatz mit 2 alten Linden und nahezu kreisrund aufgeführter Stützmauer mit 3 Zugängen
  • 1879: Amtsgericht Witzenhausen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.10.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung in die Stadtgemeinde Witzenhausen, deren Stadtteil Dohrenbach wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 1354: Landgraf Heinrich schuldet dem Thilo von Biela 28 Mk., für die dieser von Hans von Berlepsch das Dorf Dohrenbach eingelöst hat.
  • 1362: Landgraf Heinrich freit dem Thilo von Biela 3 Huben und Hof zu Dohrenbach.
  • 1370: Eine Hube plessisches Lehen zu Dohrenbach geht von Burkhard Rulandez an Thilo von Biela.
  • 1397: Die von Biela versetzen dem Kloster Mariengarten 3 Hufen zu Dohrenbach.
  • 1421: Kloster Mariengarten verkauft diese 3 Hufen zu Dohrenbach an Landgraf Ludwig, der 1437 die von Berlepsch damit als Burglehen belehnt.
  • 1438: Hessische Belehnung des Hans von Stockhausen mit Gut zu Dohrenbach.
  • 1447: Hessische Belehnung der von Dörnberg mit Gütern zu Dohrenbach.
  • Ab 1483 (bis 1824) die von Berlepsch mit Burglehen zu Dohrenbach (= Huben, Sedelhof, 2 Kothöfen, Mühle) belehnt.
  • Daneben 1485: Landgraf Wilhelm belehnt die von Dörnberg mit Gütern zu Dohrenbach.
  • 1536: Zehnter in der Wüstung Dohrenbach ist hansteinisch.

Ortsadel:

1199

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Fachwerkkirche von 1853

Pfarrzugehörigkeit:

1585: Pfarrei

Um 1570 von Kleinalmerode versorgt

1636: eigener Pfarrer

1670: bei Ermschwerd

1671: eigener Pfarrer

1683: durch Konrektor von Witzenhausen versehen

1702: zu Hundelshausen

1748: zur 1. Pfarrei Witzenhausen

1765: zum Rektorat Witzenhausen

1767: zu Hundelshausen

1806: mit Uengsterode vereinigt

1817: mit Kleinalmerode vereinigt

Seit 1818: Vikariat von Hundelshausen

Eingepfarrt seit 1747: Hof Fahrenbach

Patronat:

Patron 1585 (früher als hessisches Lehen) und jetzt von Berlepsch

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat vielleicht Witzenhausen

Archdiakonat Heiligenstadt

1585: Superintendentur Rotenburg-Allendorf

Vor 1589 aufgehoben

Wirtschaft

Wirtschaft:

Am Pochhaus, östlich des Weinberges zwischen Bahn und Straße wurde einst nach Kupfer geschürft.

Nachweise

Quellen:

  • Cal. Or. 100 Mariengarten Nr. 201, 207 Staatsarchiv Hannover
  • Kopiar Mariengarten Nr. 288, 299 Landesbibliothek Hannover

Literatur:

Zitierweise
„Dohrenbach, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5540> (Stand: 16.10.2018)
 
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