Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Nieder-Ohmen

Ortsteil · 260 m über NN
Gemeinde Mücke, Vogelsbergkreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

20 km südwestlich von Alsfeld

Lage und Verkehrslage:

An der Ohm gelegen.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Gießen – Fulda ("Vogelsbergbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 29.7.1870).

Ersterwähnung:

(775-786)

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Während der erste Beleg zu um 750-779 eindeutig als Gewässerbezeichnung zu verstehen ist, kann bei den folgenden Belegen nicht Sicherheit entschieden werden, ob sie sich auf Nieder- oder Ober-Ohmen beziehen. Eine Differenzierung der Siedlungen findet erst 1241 bwz. 1308 statt.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Ortsteile:

  • Bernsfeld, Nieder-Ohmen, Wettsaasen (ab 31.12.1971)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3502383, 5612243
UTM: 32 U 502308 5610438
WGS84: 50.64579717° N, 9.032638577° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

535013080

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 6666, davon 2714 Acker, 995 Wiesen, 2706 Wald
  • 1961 (Hektar): 1651, davon 703 Wald (= 42.58 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1939: 1365
  • 1961: 1792, davon 1545 evangelisch (= 86.22 %), 220 katholisch (= 12.28 %)
  • 1970: 1922

Diagramme:

Nieder-Ohmen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • um 750-779: in pago Logenecgewe
  • 9. Jahrhundert: In pago Loganinse
  • 1008: in pago Oberenlogenahe
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Grünberg, Gericht Nieder-Ohmen (zum Umfang des Gerichts s. Mittelpunktfunktionen)
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Grünberg
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Grünberg
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Grünberg
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
  • 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Alsfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Alsfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis

Altkreis:

Alsfeld

Gericht:

  • 1821: Landgericht Homberg,
  • 1879: Amtsgericht Grünberg,
  • 1968: Amtsgericht Alsfeld.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 wurde Nieder-Ohmen im Zuge der hessischen Gebietsreform mit den Gemeinden Bernsfeld und Wettsaasen der Gemeinde Mücke angeschlossen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Kloster Hersfeld mit Besitz in Amana (9. Jahrhundert, Kopiar um 1150) [Urkundenbuch der Reichsabtei Hersfeld 1,1 Nr. 38].
  • Der Besitz des Mainzer Stephansstiftes in Niederohmen geht auf die Übergabe des Könighofes durch König Heinrich II. 1008 im Tausch gegen das Gut Büchenbach in Oberfranken zurück.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

Pfarrzugehörigkeit:

Atzenhain, Bernsfeld, Klein-Lumda und Wettsaasen als Filialen

Patronat:

1457: vgl. Staatsarchiv Darmstadt Urkunden Provinz Oberhessen, Ober-Ofleiden.

Landgrafen von Hessen

Bekenntniswechsel:

Ab 1526 Einführung der Reformation.

Erster evangelischer Pfarrer: "Herr" Eckhardus 1536

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

1787 gehörten zum Gericht Nieder-Ohmen die Orte Atzenhain, Bernsfeld, Klein-Lumda (= Lumda), Nieder-Ohmen und Wettsaasen sowie die Höfe Königsaasen, Ober-Grubenbach und Windhain.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Nieder-Ohmen, Vogelsbergkreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9797> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde