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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 50. Rosenthal

Langendorf

Ortsteil · 240 m über NN
Gemeinde Wohratal, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

13,5 km nördlich von Kirchhain

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss an einem breiten, nach Norden auslaufenden Hang am Bentreff-Ufer

Der Hauptkomplex der Siedlung zieht sich am Talrand entlang hangaufwärts bis zur Straße Wohra-Rosenthal

Ersterwähnung:

vor 1246

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Ortsteil Heidehaus
  • Langendorfer Mühle
  • Wüstung Ober- (Alten-)Langendorf

Umlegung der Flur:

1906/1907

Älteste Gemarkungskarte:

1773

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3494849, 5645218
UTM: 32 U 494777 5643400
WGS84: 50.94219899° N, 8.925656245° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534022030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 1014 stellbares Land, 166 Wiesen, 40 Gärten, 53 Triesche
  • 1885 (Hektar): 376, davon 256 Acker (= 68.09 %), 52 Wiesen (= 13.83 %), 6 Holzungen (= 1.60 %)
  • 1961 (Hektar): 410, davon 12 Wald (= 2.93 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 10 Männer
  • 1570: 18 Ackerleute, 19 Einläuftige
  • 1577: 33 hausgesessene
  • 1629: 3 Dienste, 5 Einläuftige
  • 1681: 17 hausgesesseneMannsch
  • 1744: 41 Haushalte
  • 1785: 1 Wirt, 1 Maurer, 1 Müller, 2 Schneider, 2 Schmiede, 3 Wagner, 1 Zimmermann, 1 Büttner, 1 Schuster, 1 Leineweber, 4 Tagelöhner, 6 Tagelöhnerinnen
  • 1785: 271 Einwohner
  • 1838 (Familien): 37 Ackerbau, 10 Gewerbe, 15 Tagelöhner, 45 nutzungsberechtigte, 16 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 8 Beisitzer
  • 1861: 407 evangelisch-lutherisch, 44 evangelisch-reformierte, 2 römisch-katholisch Einwohner
  • 1885: 395, davon 395 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961 (Erwerbspersonen): 135 Land- und Forstwirtschaft, 52 Produzierendes Gewerbe, 5 Handel und Verkehr, 6 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 339, davon 324 evangelisch (= 95.58 %), 13 katholisch (= 3.83 %)

Diagramme:

Langendorf: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Im 13. Jahrhundert gehört Langendorf zu den beiden Vogteien Wohra der Kloster Hersfeld und Fulda; mitunter auch als eigene Vogtei (Ober-, Nieder-)Langendorf bezeichnet. Im 14. Jahrhundert liefert Langendorf Vogtweizen zur Burg Rauschenberg. 1358 gehört Langendorf mit Ausnahme der iura summa iudiciaria zur Burg Rauschenberg; 1367 stehen dem Erzstift Mainz das ungebotene Ding, Grebenhafer, Grebengeld und Rauchhühner zu (mainz. Gericht Bulenstruth). 1465: Zubehör der Burg Rauschenberg.
  • 1502: Gericht
  • 1570 und später: Amt Rauschenberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Rosenthal
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Rauschenberg
  • 1867: Amtsgericht Rauschenberg
  • 1932: Amtsgericht Kirchhain
  • 1933: Amtsgericht Gemünden
  • 1948: Amtsgericht Kirchhain

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 wurde Langendorf im Zuge der hessischen Gebietsreform der neu gebildeten Gemeinde Wohratal eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Eine Trennung der Besitzverhältnisse zwischen Nieder-Langendorf und Ober-Langendorf ist bei den folgenden Angaben nicht immer möglich.
  • 1236/1246 ertauscht Kloster Haina von dem Ritter Bruno von Winterscheid den Zehnten und ein Gut zu Langendorf.
  • 1267 verzichtet Kraft, Sohn Krafts von Schweinsberg, auf alle Ansprüche und Güter in dem in seiner Vogtei gelegenen Dorf Langendorf, die Kloster Haina unter seinem verstorbenen Vater, später unter seinem Onkel Guntram erworben hatte.
  • 1276 und 1285 bestätigen die Grafen von Ziegenhain den Besitz des Klosters.
  • Im gleichen Jahr lässt Ziegenhain Güterbesitz Hainas, den das Kloster samt der Vogtei von den Grafen zu Lehen trägt, Kloster Fulda mit der Bitte um Übertragung an das Kloster auf.
  • 1300 bestätigen die Grafen Haina die Freiheit von Vogteiabgaben.
  • 1498 erwirbt Haina Güter zwischen Wohra und Langendorf bei der Langendorfer Mühle.
  • 1358 zinsen 17 Güter in Langendorf an die Grafen von Ziegenhain.
  • 1361 haben die von Anzefahr und von Falkenberg ein Gut in Ganerbschaft, das an das Stift Wetter zinst.
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577: nach Wohra eingepfarrt

1629 als Filiale von Wohra

1835 und später nach Wohra eingepfarrt

Seit 1949: Filiale von Wohra

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch

Kirchliche Mittelbehörden:

Im 15. Jahrhundert zum Sendbezirk Grüsen gehörend

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Langendorf, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9204> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde