Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Runzhausen

Stadtteil · 307 m über NN
Gemeinde Gladenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

3 km nordwestlich Gladenbach.

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in Talmündungslage. Hauptkomplex der Siedlung an einem nach Süden auslaufenden Schlepphang. Leicht abgesetzt nach Süden Gehöftgruppe in der Bachniederung.

Straße nördlich von Rachelshausen beziehungsweise Römershausen münden am Nordost-Rrand (Ortsteil Spreth) in die B 453 (alte Landstraße von Gießen nach Biedenkopf).

Siedlungsentwicklung:

-Umlegung: 1951/52. Älteste Gemarkungskarte: 1828. In der Gemeinde: Ortsteil Spreth, Ortsteil Siegs, Wüstung Idenshausen

Historische Namensformen:

  • Ramizhusen (1334) [Kopiar, Hauptstaatsarchiv Wiesbaden 171 Z 813]
  • Rontshusen (um 1400)
  • Rometzhusen (1417)
  • Romptzhusen (1502)
  • Rumpttshausen (1577)
  • Runtzhaußenn (1630)

Bezeichnung der Siedlung:

  • dorff 1334

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3468995, 5628732
UTM: 32 U 468933 5626921
WGS84: 50.79319675° N, 8.559214285° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534010120

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 2155, davon 959 Acker (= 44.50 %), 409 Wiesen (= 18.98 %), 696 Wald. (= 32.30 %)
  • 1885 (Hektar): 540, davon 184 Ackerland (= 34.07 %), 105 Wiesen (= 19.44 %), 202 Holz. (= 37.41 %)
  • 1961 (Hektar): 540, davon 198 Wald (= 36.67 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 11 Männer. 1577: 27, 1630: 24 Hausgesesse 1677: keine Angabe. 1742: 55 Haushalte 1834: 239, 1885: 273, 1925: 355, 1939: 403, 1950: 615, 1961: 577 Einwohner. 1830: 736 evangelische, 2 römisch-katholische Einwohner. 1961: 530 evangelische, 44 römisch-katholische Einwohner. 1630: 9 zweispännige, 6 einspännige Ackerländer, 9 Sonstige. 1867 (Erwerbspersonen): 49 Landwirtschaft. 1961 (Erwerbspersonen): 113 Land- und Forstwirtschaft, 136 produzierendes Gewerbe, 21 Handel und Verkehr, 9 Dienstleistungen und sonstiges.
  • 1885: 260 evangelisch, 0 katholisch, 13 andere Christen
  • 1961: 577, davon 530 evangelisch (= 91.85 %), 44 katholisch (= 7.63 %)

Diagramme:

Runzhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1400: Gericht Gladenbach. 1586 und später: Untergericht Gladenbach. 1821-1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gladenbach.
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (Umbenennung)
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg
  • 1933: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Biedenkopf
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Biedenkopf

Gericht:

  • 1821: Landgericht Gladenbach
  • 1867: Amtsgericht Gladenbach

Gemeindeentwicklung:

Am 1.4.1972 wurde Runzhausen im Zuge der hessischen Gebietsreform der neu gebildeten Stadtgemeinde Gladenbach eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1334 trägt Ritter Kraft von Hohenfels Grafen Heinrich von Nassau Einkünfte aus dem Dorf Runzhausen auf und empfängt sie als Burglehen zurück. Über Einkünfte aus Güterbesitz verfügen 1577 die Universität Marburg (2 Beständer), die Scheuernschloß (2 Beständer), die Rode (2 Beständer), die von Dernbach (1 Beständer) sowie die von Rollshausen und Schwalbach (l Beständer). Der Zehnte in Runzhausen ist 1417 falkensteinisches Lehen der von Bicken (Lennarz S. 149)
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später: nach Gladenbach eingepfarrt. Seit 1966 Pfarrei; eingepfarrt: Bellnhausen, Rachelshausen

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Gladenbach, Einführung der Reformation vermutlich ab 1526.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Gladenbach

Wirtschaft

Wirtschaft:

Silberbergbau 1733 und 1793 erwähnt. Mitte 19. Jahrhundert wird Kupferbergbau am Allberg und Nickelbergbau in der Grube Hoffnung II betrieben; Nickelerz aus Runzhausen seit 1873 in der Aurorahütte verarbeitet. Auf ehemalige Schieferabbau weist der Flurname Schieferkaute (südöstlich Gemeindegrenze), auf ehemalige Köhlerei deuten die Flurnamen Auf dem Gebrannten (südliche Gemeindegrenze), Kohlefelds Damm

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Runzhausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9539> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde