Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Rachelshausen

Stadtteil · 415 m über NN
Gemeinde Gladenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

4,5 km nordwestlich Gladenbach.

Lage und Verkehrslage:

Zweigliedriges Dorf im Talschluß eines zur Salzböde fließenden Bachlaufs. In lockerer, regelloser Gehöftanordnung gruppieren sich die Siedlungskomplexe beiderseits des Bachlaufs an auslaufenden Hängen. Nordwestlich abgesetzt vom Ort Diabaswerk.

Straße Bottenhorn - Runzhausen. Ein alter Höhenweg vom Niederrhein nach Thüringen führte nordöstlich oberhalb am Ort vorbei.

Siedlungsentwicklung:

Umlegung: 1952/53. Älteste Gemarkungskarte: 1828

Historische Namensformen:

  • Racheboldishusin (1336) [Wyss II Nr. 650]
  • Rachwaldtshusen (1344)
  • Raach-buldishusin (1354)
  • Racholtshusen
  • Rachelshußen (1502)

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa 1336

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3466902, 5628222
UTM: 32 U 466841 5626411
WGS84: 50.78849661° N, 8.529577118° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534010090

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 1204, davon 441 Acker (= 36.63 %), 189 Wiesen (= 15.70 %), 547 Wald. (= 45.43 %)
  • 1885 (Hektar): 302, davon 77 Ackerland (= 25.50 %), 46 Wiesen (= 15.23 %), 151 Holz. (= 50.00 %)
  • 1961 (Hektar): 301, davon 152 Wald (= 50.50 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 5 Männer. 1577: 9, 1630: 8 Hausgesesse 1677: keine Angabe. 1742: 16 Haushalte 1834: 76, 1885: 77, 1925: 100, 1939: 101, 1950: 165,1961: 173 Einwohner. 1830: 94 evangelische, 1 römisch-katholischer Einwohner. 1961: 140 evangelische, 33 römisch-katholische Einwohner. 1630: 6 zweispännige, 1 einspännige Ackerländer, 1 Kuhhirt. 1867 (Erwerbspersonen): 76 Landwirtschaft, 5 Bergbau und Hüttenwesen, 3 Verkehr. 1961 (Erwerbspersonen): 27 Land- und Forstwirtschaft, 34 produzierendes Gewerbe, 9 Handel und Verkehr, 5 Dienstleistungen und sonstiges.
  • 1885: 77 evangelisch, 0 katholisch
  • 1961: 173, davon 140 evangelisch (= 80.92 %), 33 katholisch (= 19.08 %)

Diagramme:

Rachelshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1400: Gericht Gladenbach. 1586 und später: Untergericht Gladenbach
  • 1821-1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gladenbach
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (Umbenennung)
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg
  • 1933: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Biedenkopf
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Biedenkopf

Gericht:

  • 1821: Landgericht Gladenbach
  • 1867: Amtsgericht Gladenbach

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1974 wurde Rachelshausen im Zuge der hessischen Gebietsreform der neu gebildeten Stadtgemeinde Gladenbach als Stadtteil eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1336 verkaufen der Ritter Dammo d. J. von Muschenheim und Kraft von Bellersheim ihre Güter zu Rachelshausen an den Deutschen Orden Marburg. 1577 wird der Güterbesitz des Deutschen Ordens von 3 Beständern bewirtschaftet. Begütert sind in Rachelshausen 1577 ferner die Grafen von Solms, die von Rollshausen und von Linsingen sowie die Universität Marburg, deren Besitz jeweils von 1 Beständer bewirtschaftet wird. Der Zehnte zu Rachelshausen ist 1344 falkensteinisches Lehen der von Bicken, die ihn an die Beyer von Michelbach weiterverlehnt hatten (so 1417). Seit 1420 virneburgisches Lehen der von Bicken
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später: Filiale von Gladenbach; seit 1966 Filiale von Runzhausen

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Gladenbach, Einführung der Reformation vermutlich ab 1526.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Gladenbach

Wirtschaft

Wirtschaft:

Silberbergbau 1664 und 1746 belegt, Kupferbergbau 1662-1749. Um 1830 wird in Rachelshausen ferner in mehreren Gruben Eisenstein abgebaut; Verhüttung in der Ludwigshütte. In den Gruben Ritschthal und Wiederhoffnung (dicht an der Gemeindegrenze) werden Mitte des 19. Jahrhundert auch Bleierze abgebaut. Diabassteinbrüche seit ca. 1880; 1963: 80 Beschäftigte

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Rachelshausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9534> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde