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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 70. Niederweimar

Hassenhausen

Ortsteil · 175 m über NN
Gemeinde Fronhausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11,5 km südlich Marburg

Lage und Verkehrslage:

Mehrstraßendorf mit T-förmiger Siedlungsachse auf der auslaufenden Niederterrasse am linken Flußufer der Zwesterohm

Kirche an Nordwesten-Ecke

Moderne zweizeilige Bebauung im Südwest

Straße Bellnhausen-Erbenhausen führt nordwestlich des Ortes vorbei

In ihrem alten Verlauf von Nordwesten her mit Knick durch den Ort führend

Ersterwähnung:

um 1130

Siedlungsentwicklung:

Umlegung: 1949/54

Älteste Gemarkungskarte: 1772

Auf eine wüst Siedlung südöstlich an der Gemarkunggrenze weist der Flurnamen Köpplerborn; vgl. Schunder, Die oberhessischen Klöster Nr. 793 mit Beil. 3

Historische Namensformen:

  • Hozzehusun (um 1130) [Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 7, 1957, S. 101]
  • Hozzinhusin, de (1151)
  • Hozenhusen (1321)
  • Hossenhusen (1374)
  • Hassenhausen (1577)

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Hassenhäuser Mühle
  • Sägewerk

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3481622, 5619010
UTM: 32 U 481555 5617202
WGS84: 50.70634194° N, 8.738781137° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534009040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (KasselerAcker): 450 stellbares Land, 106 Wiesen, 15 Gärten, 8 Triesche, 550 Wald
  • 1885 (Hektar): 428, davon 187 Acker (= 43.69 %), 44 Wiesen (= 10.28 %), 173 Holzungen (= 40.42 %)
  • 1961 (Hektar): 464, davon 203 Wald (= 43.75 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 28
  • 1630: 1 dreispännige, 6 zweispännige, 2 einspännige Ackerleute, 11 Einläuftige
  • 1630: 21 Hausgesessene
  • 1681: 15 hausgesessene Mannschaften
  • 1747: 36 Haushalte
  • 1774: 1 Schmied, 1 Zimmermann, 3 Schneider, 9 Leineweber, 4 Tagelöhner (-innen)
  • 1774: 182
  • 1838 (Familien): 33 Ackerbau, 11 Tagelöhner 33 nutzungsberechtigte, 4 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 8 Beisitzer
  • 1861: 243 evangelisch-lutherisch Einwohner, 6 Mitglieder abweichender Sekten
  • 1885: 277, davon 245 evangelisch (= 88.45 %), 0 katholisch, 32 andere Christen (= 11.55 %)
  • 1961 (Erwerbspersonen): 83 Land- und Forstwirtschaft, 59 Produzierendes Gewerbe, 17 Handel und Verkehr, 12 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 309, davon 281 evangelisch (= 90.94 %), 28 katholisch (= 9.06 %)

Diagramme:

Hassenhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1374 und später: Gericht Ebsdorf, das seit 1786 mit dem Gericht Treis/Lumda vereinigt ist
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Ebsdorf
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Assistenzamt Treis/Lumda
  • 1831: Justizamt Treis/Lumda
  • 1866: Justizamt Marburg
  • 1867: Amtsgericht Marburg

Herrschaft:

1377 ist Hassenhausen Pfandbesitz der Rau von Nordeck.

Gemeindeentwicklung:

Zum 1.7.1974 wurde Hassenhausen im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Fronhausen eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 1130 ist Hassenhausen einschließlich des Zehnten Zubehör der Villikation Ebsdorf des Mainzer St. Stephansstifts, deren Einkünfte seit 1249 an die Landgrafen verpachtet sind. 1271 verkaufen die von Hirzenhain und die Gulden von Grünberg dem Kloster Caldern ihre Wälder, Wiesen und Wasser in Hassenhausen. 1276 erwirbt der Deutsche Orden Marburg von den Franz von Gießen, 1321 von Lukardis von Fronhausen Güterbesitz in Hassenhausen. Er umfasst 1358 einen Hof mit 46 Morgen Ackerland.
  • 1707: 1 Deutsche Orden-Hof
  • Die Hassenhäuser Mühle an der Zwesterohm ist 1374 und 1572 landgräflich. Sie verfügt 1630 über 1 Mahl- und 1 Schlaggang, 1823 über 2 Mahlgänge und 1 Schlaggang - damals in Erbleihe vergeben. Der Zehnte in Hassenhausen gehört 1370 den Rau von Holzhausen, vermutlich wie um 1400 als landgräflich Lehen.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • ecclesia 1278 (Wyss 1 Nr. 321)
  • ecclesia parrochialis 1319
  • Pfarrkirche

Pfarrzugehörigkeit:

1641 - ca. 1651 von Niederwalgern versehen

1577 und später: Erbenhausen eingepfarrt

Seit spätestens 1615 ist Bellnhausen als Filiale, 1780 und später als Vikariat mit Hassenhausen verbunden

Seit 1905: Sichertshausen Filiale von Hassenhausen

Patronat:

Vor 1276 Franz von Gießen

Seitdem Deutscher Orden Marburg, der noch 1497 präsentiert

Seit 1577 ist der Landgraf Patron

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Ludwig von Walgern, der 1532 resigniert

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Ebsdorf, Dekanat Amöneburg

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hassenhausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9101> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde