Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
5218 Niederwalgern
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 70. Niederweimar

Frauenberg

Gehöftgruppe; Gerichtsplatz; Wüstung · 320 m über NN
Gemarkung Beltershausen, Gemeinde Ebsdorfergrund, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Gehöftgruppe; Gerichtsplatz; Wüstung

Lagebezug:

Ca. 5,5 km südlich Marburg

Lage und Verkehrslage:

Gruppensiedlung am Fuße der gleichnamigen Burgruine an der Straße Cappel-Beltershausen

Nördlich der Burgruine vereinigten sich die alte Grünberger Landstraße aus Richtung Ebsdorf mit einem nordöstlich Zweig (Beltershausen) Richtung Marburg; an gleicher Stelle kreuzte diese Straßen der frühe Lahnberg-Höhenweg aus Richtung Straßmühle

Siedlungsentwicklung:

1572 befindet sich unterhalb der Burgruine Frauenberg ein Gut, das zuletzt im Besitz eines Schäfers war; wegen der Jagd in diesem Gebiet jedoch aufgegeben und schon damals wüst liegend.

Auf Anregung des Marburger Theologieprofessors Gautier werden die unbebauten Ländereien und Wiesen von der landgräflichen Regierung in Kassel zur Ansiedlung von Hugenotten freigegeben. 1688 ziehen 2 französische Familien aus dem Pragelas-Tal auf den Besitz am Fuße des Frauenberg. Die Ansiedlung wurde aus eigenen Mitteln finanziert. Einer der beiden Höfe wird 1776 an einen Deutschen verkauft. Nach Zuzug einer dritten Familien kommt es zur Teilung des anderen Hofes.

Im 19. Jahrhundert entstehen bei der Kolonie 2 Gastwirtschaften.

1906: Errichtung eines Kurhauses und Hotels ca. 300 m westlich der Höfe. 300 m nördlich der Höfe entsteht seit 1939 eine kleine Wohnsiedlung von ursprünglich 6 Häusern bei einem seit dem 19. Jahrhundert bestehenden bäuerlichen Kleinbetrieb.

Historische Namensformen:

  • [siehe Wüstung Frauenberg]

Bezeichnung der Siedlung:

  • Gut 1572
  • Kolonie 1687/88
  • Landgut 1811
  • Kolonie 1846

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3485443, 5624928
UTM: 32 U 485374 5623118
WGS84: 50.75964898° N, 8.792638039° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

53400801004

Flächennutzungsstatistik:

  • 1699: landwirtschaftliche Nutzfläche von ca. 30 ha
  • 1780: ca. 40 ha
  • 1843: ca. 53 ha
  • 1960: ca. 54 ha

Einwohnerstatistik:

  • 1688: 2 Familien, 11 Einwohner
  • 1780: 3 Familien, 18 Einwohner
  • 1895: 5 Familien, 30 Einwohner
  • 1961: 124 Einwohner
Verfassung

Altkreis:

Marburg

Herrschaft:

Bis 1800 unterstand die Kolonie der Französischen Kanzlei bei der landgräflich Regierung in Kassel.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Die evangelisch-reformierten Einwohner der Kolonie Frauenberg waren bis ca. 1715 nach Marburg, seit 1715 bei der reformierten Gemeinde in Cappel eingepfarrt.

Wirtschaft

Wirtschaft:

Die Kolonie hatte das Privileg der Branntweinherstellung sowie das Schankrecht.

Im 19. Jahrhundert: 2 Gastwirtschaften

1906: Kurhaus mit Hotel

1961: 4176 Übernachtungen

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Frauenberg, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9066> (Stand: 13.6.2016)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde