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5119 Kirchhain
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 61. Kirchhain

Schwarzenborn

Ortsteil · 260 m über NN
Gemeinde Cölbe, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9 km nordwestlich von Kirchhain

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss an nach Nordosten abfallendem Hang. Hangsenkrechte Bebauung beiderseits des Verbindungaweges zwischen alter Landstraße Frankfurt-Kassel im Norden und moderer Straßeführung der B 3 im Süden von Schwarzenborn. Kirche am Südost-Rand des Ortes

Ersterwähnung:

1211/1216

Siedlungsentwicklung:

1838 (Kasseler Acker): 489 stellbares Land, 123 Wiesen, 24 Gärten. 1885 (ha): 169, davon 127 Ackerl., 25 Wiesen, 3 Holz. 1961 (ha): 185, davon 6 Wald. - Umlegung: 1915/16. - Älteste Gemarkungskarte: 18. Jahrhundert -

In der Gemarkung: -> Forsthaus Schwarzenborn

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa 1211/16

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3490164, 5640056
UTM: 32 U 490094 5638240
WGS84: 50.89573649° N, 8.859138584° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534006060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 169, davon 127 Acker (= 75.15 %), 25 Wiesen (= 14.79 %), 3 Holzungen (= 1.78 %)
  • 1961 (Hektar): 186, davon 6 Wald (= 3.23 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 11 (7 landgräflich), 1630: 16 (12 landgräflich) hausgesessene 1681: 8 hausgesessene Mannschaften (nur landgräflich Anteil). 1744: 48 (nur landgräflich Anteil), 1838: 160, 1885: 123, 1925: 111, 1939: 113, 1950: 171, 1961: 131 Einwohner - 1861: 146 evangelisch-lutherisch, 2 evangelisch-ref.Einwohner 1961: 118 evangelisch, 10 römisch-katholisch Einwohner - 1630: 14 Ackerleute (10 landgräflich), 2 (lgfl.) Einläuftige 1744 (nur landgräflichAnteil): 3 Ziegelbrenner, 1 Schneider, 4 Leineweber (arbeiten nur für Eigenbedarf). 1838 (Familien): 10 Ackerbau, 1 Gewerbe, 12 Tagelöhner 13 nutzungsberechtigte Ortsbürger, 9 Beisitzer. 1961 (Erwerbspersonen): 55 Land- und Forstwirtschaft, 16 Produzierendes Gewerbe, 7 Handel und Verkehr, 5 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1885: 123, davon 122 evangelisch (= 99.19 %), 1 katholisch (= 0.81 %)
  • 1961: 131, davon 118 evangelisch (= 90.08 %), 10 katholisch (= 7.63 %)

Diagramme:

Schwarzenborn: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1330 ist Sch. vom Erzstift Mainz an die Milchling von Schönstadt versetzt; 1366 löst das Stift Amöneburg die Pfandschaft ein. 1358 ist Sch. Zubehör einer (ehem. fuld.?) Vogtei der Grafen von Ziegenhain; der Vogtweizen wird auf die Burg Rauschenberg geliefert. 1395 und später: Gericht Schönstadt
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Rosenthal
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Landgericht Marburg
  • 1850: Justizamt Marburg
  • 1867: Amtsgericht Marburg

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1970 wurden Schönstadt und Schwarzenborn im Zuge der hessischen Gebietsreform zur neu gebildeten Gemeinde Schönstadt zusammengeschlossen. Am 31.12.1971 wurden Schönstadt und Schwarzenborn als Ortsteile der neu gebildeten Gemeinde Cölbe eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1211/16 erwirbt das Stift Wetter im Tausch mit Kloster Haina ein Gut zu Sch. - Um 1240 vertauscht Kloster Haina dem Ritter Werner von Rupertshausen ein Gut; Tausch 1263 bestätigt. - Um 1248 besitzt das Erzstift Mainz 1 Hufe in Sch.; 1324 2 mainzisch Höfe genannt 1366 löst das Stift Amöneburg die 1330 an die Milchling von Schönstadt verpfändeten mainzisch Güter ein. - 1273 verpachtet das Stift Wetzlar Konrad von Marburg 1 Hufe und weitere Einkünfte in Sch. als Zubehör der Cölbe-Bürgeln; 1334 an die Landgrafen verkauft. 1371 erwirbt Stift Amöneburg Güter zu Sch. - 1572 wird eine dem Landgraf dienstbare Mühle in Sch. erwähnt - Landgräfliche Zehntrechte 1554 erwähnt 1592 haben die von Fleckenbühl Zehntrechte
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1319: Pfarrkirche (VIGENER, Reg. Mainz Nr. 2112)

Pfarrzugehörigkeit:

1592 und später: Filiale von Betziesdorf

Patronat:

1319 präsentieren bereits seit altersher Graf Johann von Ziegenhain und das Erzstift Mainz abwechselnd

1577: landgräflich

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Betziesdorf, Einführung der Reformation vermutlich ab 1527.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1609(?), 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Stephan, Dekanat Christenberg, Sendbezirk Schönstadt

Juden:

Juden 1744 genannt

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Schwarzenborn, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9318> (Stand: 17.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde