Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Kleingladenbach

Ortsteil · 345 m über NN
Gemeinde Breidenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8 km südwestlich Biedenkopf

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in Talmündungslage

Hauptkomplex der Siedlung auf einem breiten, nach Osten auslaufenden Bergrücken

Moderne Bebauung vorwiegend hangaufwärts nach Norden Straße nach Breidenbach mit Anschluß an die B 253

Siedlungsentwicklung:

Umlegung: 1962/70

Älteste Gemarkungskarte: 1831

Historische Namensformen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3459881, 5638956
UTM: 32 U 459823 5637141
WGS84: 50.88453811° N, 8.428840377° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534005030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 2131, davon 958 Acker (= 44.96 %), 160 Wiesen (= 7.51 %), 958 Wald (= 44.96 %)
  • 1885 (Hektar): 533, davon 122 Ackert. (= 22.89 %), 39 Wiesen (= 7.32 %), 246 Holz (= 46.15 %)
  • 1961 (Hektar): 533, davon 9 Wald (= 1.69 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 18
  • 1630: 15 Hausgesesse
  • 1630: 4 zweispännige, 10 einspännige Ackerländer, 1 Einläufige
  • 1677: keine Angabe
  • 1742: 26 Haushalte
  • 1830: 237 Einwohner
  • 1867 (Erwerbspersonen): 38 Landwirtschaft, 8 Gewerbe und Industrie, 1 Verkehr, 11 persönliche Dienstleistungen
  • 1885: 206 evangelisch, 0 katholisch
  • 1961 (Erwerbspersonen): 123 Land-und Forstwirtschaft, 115 produzierendes Gewerbe, 15 Handel und Verkehr, 14 Dienstleistungen und sonstiges
  • 1961: 459, davon 399 evangelisch (= 86.93 %), 59 katholisch (= 12.85 %)

Diagramme:

Kleingladenbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1395: Gericht Melsbach, das um 1500 mit den Gericht Breidenbach und Wallau zusammengefasst war
  • 1577 und später: Gericht (Amt) Grund Breidenbach
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Blankenstein, Gericht Melsbach
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Battenberg
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (Umbenennung)
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg
  • 1933: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Biedenkopf
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Biedenkopf

Gericht:

  • 1821: Patrimonialgericht Grund Beidenbach
  • 1823: Landgericht Biedenkopf
  • 1867: Amtsgericht Biedenkopf

Gemeindeentwicklung:

Zum 1.2.1971 wurde Kleingladenbach im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Breidenbach eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 913 vertauscht der Priester Gunbald mit Einwilligung König Konrad I. seinen Besitz im Dorf Breidenbach und Gladenbach mit 42 Leibeigenen beiderlei Geschlechts unter anderem gegen die Kirche in Breidenbach. 1414 erwirbt der Biedenkopfer Bürger Wilhelm von Leun Güter zu (Klein-) Gladenbach. 1453 überträgt Gertrud von Biedenkopf, Witwe Wilhelms von von Leun ihre Einkünfte von Güterbesitz zu (Klein-) Gladenbach der Kartause Eppenberg. 1457 verkauft die Kartause das Gut zu (Klein-)Gladenbach dem Marburger bürger Magister Heinrich Imhof genannt Rode. 1339 ist der Zehnte nassau-dillenburgisches Lehen der von Hohenfels; Neubelehnungen bis 1517. 1728 belehen die Landgrafen die von Breidenbach genannt Breidenstein mit dem Zehnten zu Klein-Gladenbach.
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später: nach Breidenbach eingepfarrt

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Breidenbach, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Breidenbacher Pfarrer Balthasar Kleinhenn ab 1528.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Breidenbach

Wirtschaft:

1830 befindet sich eine Mahlmühle in Klein-Gladenbach

Auf ehemalige Köhlerei deutet der Flurname Gebrannter Berg

Das Kolmen

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Kleingladenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9506> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde