Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
5615 Villmar
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung

Burg Villmar

Burg · 140 m über NN
Gemarkung Villmar, Gemeinde Villmar, Landkreis Limburg-Weilburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Burg

Lagebezug:

8,5 km östlich von Limburg

Lage und Verkehrslage:

Im Westen von Villmar im Bereich des alten Friedhofes, auf einem steilen Sporn oberhalb der Lahn.

Besitzgeschichte: May vermutet, dass die Vogtei des Matthiasstifts (Euchariusstift) in Trier nach dem Tod des Grafen Friedrich Emmich von Leiningen als Erbgut an die Isenburger Anfang des 13. Jahrhunderts an die Isenburger fiel. Erstmals wird Heinrich von Heinrich II. von Isenburg-Grenzau 1251 urkundlich als Vogt genannt. Nach May erfolgte die Erbschaft der Vogtei wohl bereits unter Heinrichs Vater Heinrich I. von Isenburg-Grenzau, dessen Gemahlin Irmgard vermutlich eine geborene Gräfin von Leiningen war. Denn Heinrich II. von Isenburg-Grenzau war mit Mechthild von Hochstaden vermählt, so dass die Vogtei wohl über seinen Vater erlangt wurde. Mit Erlöschen der Linie mit dem Tod Philipps II. von Isenburg-Grenzau (1439) ging die Vogtei an dessen Vetter zweiten Grades Diether von Isenburg-Büdingen und Philipps Schwager Frank von Kronberg über. Nach dem Tod Ludwigs von Isenburg-Büdingen, dem Sohn Diethers, wurde 1517 eine Teilung unter seinen drei Söhnen vollzogen, in welcher die Vogtei an Johann fiel, dem Begründer der Linie Isenburg-Birstein. 1565 verkauften Reinhard von Isenburg-Büdingen, der Sohn Johanns, und die beiden Brüder Ernst und Eberhard von Solms-Münzenberg, die dim Besitz des Kronberger Anteils waren, unter Zustimmung des Matthiasstifts die Vogtei an Kurtrier. (Vgl. May, Oberlahnkreis, S. 41-46)

Burggeschichte: Burg und Stadt Villmar wurden - nach Sante 1295 / nach May am 13. Juli 1292 - durch den Trierer Erzbischof Boemund erobert. 348 wurde die Burg während einer Fehde mit dem Erzstift Trier von Erzbischof Balduin von Luxemburg belagert (und nach May erobert). 1359 wurde Villmar wegen Landfriedensbruch von den Rheingauer und Wetterauer Städten und dem Erzbischof von Trier belagert und erobert, wobei die Burg völlig zerstört wurde. Am 16. März 1361 überträgt Kaiser Karl IV. die Burg Philipp I. von Isenburg-Grenzau als Reichslehen.Am 13. Februar 1362 schlossen Philipp I. von Isenburg-Grenzau und der Trierer Erzbischof Boemund einen Sühnevertrag, in welchem Philipp sich u.a. verpflichtete seine Burg Grenzau dem Erzstift zu Lehen aufzutragen, keine Burg im Villmarer Bezirk zu errichten und Burg Villmar dem Erzstift offen zu halten.

Baubeschreibung: 1840 wurde bei Grabungen das Fundament eines recheckigen dreigeschossigen Wohnturmes entdeckt.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3442391, 5584334
UTM: 32 U 442339 5582540
WGS84: 50.39208415° N, 8.188815232° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

53301505009

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Burg Villmar, Landkreis Limburg-Weilburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/14799> (Stand: 12.6.2014)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde