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Schloss Dehrn

Schloss · 141 m über NN
Gemarkung Dehrn, Gemeinde Runkel, Landkreis Limburg-Weilburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Schloss

Lagebezug:

3,5 km nordöstlich von Limburg

Lage und Verkehrslage:

Im Südwesten des Ortes Dehrn 4 km nordöstlich von Limburg

Laufzeit: 12. Jahrhundert -

Besitzgeschichte: Im Besitz der Grafen von Dietz. Die Burg war mit Burgmannen besetzt. 1194 wird ein Burgmann Henricus Frio de Derne erwähnt. Im 13. und 14. Jahrhundert war Dehrn eine Ganerbenburg. 1213 erwarb Heinrich von Weilnau gegen Bezahlung von 250 Mark kölnisch einen Burganteil. 1317 ging

der Weilnauer Burgteil in den Pfandbesitz von Siegfried von Runkel über. Auch die Grafen von Diez verpfändeten zeitweise ihren Burganteil. 1492 ging die Burg an die Frei von Dehrn. Mit dem Erlöschen der Familie im Jahr 1737 (im Erbgang) an die Familie von Greiffenclau. 1820 erwarb der Kaufmann Joseph Trombetta aus Limburg die Burg. 1843/44 im Besitz der Freiherren von Dungern.

Burggeschichte: (1409 wurden die Herren von Runkel nach Ausspruch eines Manngerichts von den Frey von Dehrn und des Grafen Adolf von Nassau-Diez aus der Burg vertrieben.)

Baugeschichte: Im 16. Jahrhundert erfolgte unter den Frei von Dehrn ein schlossartiger Ausbau. Im 19. Jahrhundert unter Joseph Trombetta und den Freiherren von Dungern erfolgten bauliche Erweiterungen und Umbauten.

Baubeschreibung "Runder Bergfried mit Tonnengewölbe im obersten mittelalterlichen Geschoß, darüber achteckiges Geschoß mit Zinnen, 19. Jh. Südlich davon ein im Kern gotischer Wohnbau mit (erneuerten) Staffelgiebeln, einigen gekuppelten Fenstern (...) und spätgotischem westlichem Treppenturm (...). Östlich anstoßend ein Gebäude des 18. Jh. mit Mansarddach. Die Gebäudegruppe westlich des Bergfrieds neugotisch." (Dehio, (...), S. 151)

Erhaltungszustand: Von der ursprünglichen Burganlage blieben lediglich der Turm und ein Wohnbau erhalten.

Vermutlich bis zum Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Dehrner Burg errichtet, deren Burgfrieden 16 Hofreiten umfasste. Um diese Zeit gab es zumindest ein Steinhaus im Ort, welches die Frei von Dehrn zusammen mit der Burg von den Grafen von Diez zu Lehen hatten. Vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammt der Burgmannenhof (heute Burgfrieden 15 und 16). Die spätestens im 12. Jahrhundert vollendete Spornburg entstand als Burg der Grafen von Diez zur Überwachung und Sicherung des unterhalb der Burg befindlichen Lahnübergangs. An der Auffahrtsstraße zur Burganlage lassen sich noch die Reste eines halbrunden Turmes erkennen. Der vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammende Bergfried, dessen achteckiger Abschluss mit Zinnenkranz im 19. Jahrhundert hinzugefügt wurde, gehört mit dem weiter südlich gelegenen Wohnbau zum mittelalterlichen Kern der Anlage. Die dortigen Spitz- und Kleeblattbogen-Fenster an den Giebelseiten sind teilweise mit großem Aufwand profiliert und mit Blenden gefasst worden. Die Familie Frei von Diez ließ im 16. Jahrhundert einen schlossartigen Ausbau durchführen. Aus dem 16. Jahrhundert stammten die Wendeltreppe und der Kamin (1571), dessen Sturz mit zahlreichen Wappen und Ornamenten verziert ist. Im frühen 19. Jahrhundert könnte unter Umständen der dreigeschossige, turmartige östliche Wohnbau mit seinem Mansarddach entstanden sein.

Ab den 1840er-Jahren wurde die Zugbrücke entfernt, der Burggraben aufgeschüttet und darauf eine Zufahrtsstraße gebaut. Hinzu kommen Bauten, die sich direkt an die neugotischen Bauten anschließen und den Bergfried als Blickpunkt haben. Im gleichen Zeitraum wurden die Parkanlagen südlich der Burg in Stile eines englischen Gartens mit zwei Brücken und einer kleinen Kapelle angelegt.

Die wohl im 12. Jahrhundert entstandene Burg gehörte den Grafen von Diez.

Ab 1190 hattten die Frei von Dehrn die Burg und ein Steinhaus im Ort als Diezer Lehen inne. Im 13. und 14. Jahrhundert war Dehrn eine Ganerbenburg, wobei sich eine Hälfte im Besitz der Grafen von Weilnau und die andere im Besitz der Grafen von Diez befand. 1317 verpfändeten die Grafen von Weilnau ihre Burghälfte an den Propst des Klosters Gemünden, Siegfried von Runkel.

In der Folgezeit war auch die Diezer Burghälfte mehrmals verpfändet.1492 gelangte die Burg in den Besitz der Familie Frei von Dehrn. 1737-1820 war die Burg im Besitz der Herren von Greiffenclau. 1820-1843/44 gehörte die Burg dem Kaufmann Joseph Trombetta aus Limburg.

1843/44-1924 waren die Burg und der aus 16 Hofreiten bestehende Burgfrieden im Besitz der Freiherren von Dungern. 1924-1949 gehörte die Burg verschiedenen sozialen Einrichtungen.1949- Ende 1990er war die Burganlage als Altenheim im Besitz des Landeswohlfahrtsverbandes.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3435630, 5587000
UTM: 32 U 435581 5585205
WGS84: 50.41534653° N, 8.093292751° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

53301302003

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Schloss Dehrn, Landkreis Limburg-Weilburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/14785> (Stand: 12.6.2014)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde