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Burg Camberg

Burg; Schloss · 222 m über NN
Gemarkung Camberg, Gemeinde Bad Camberg, Landkreis Limburg-Weilburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Burg; Schloss

Lagebezug:

18 km südöstlich von Limburg

Lage und Verkehrslage:

Die Burg lag an der Stelle des im 19. Jahrhundert erbauten Rathauses von Bad Camberg.

Laufzeit: 4. Viertel 13. Jahrhundert - (2. Hälfte 18. Jahrhundert)

Besitzgeschichte: Im Besitz der Grafen von Diez. Die Burg war mit Burgmannen besetzt (Burgmannensitze: Riedeselschen Hof, Hattsteiner Hof, Grorodische Haus und Amtshof). Nach dem Aussterben der Grafen von Diez 1386 an Adolf von Nassau-Diez. Nachdem Graf Adolf von Nassau-Diez ohne männlichen Nachkommen verstorben war, kam es zwischen Graf Engelbert I. von Nassau-Dillenburg und Gottfried von Eppstein zu Streitigkeiten hinsichtlich des Diezer Erbes. Graf Engelbert hatte von seinem Bruder Adolf von Nassau-Diez zu Lebzeiten zahlreiche Pfandschaften in Diez erworben, Gottfried von Eppstein die einzige Tochter Adolfs von Nassau-Diez geheiratet. 1420 vermittelte der Trierer Erzbischof, dass Nassau-Dillenburg und Eppstein die Grafschaft in ungeteilten Besitz erhielten, jedoch unter der Oberlehnshoheit Kurtriers. Im gleichen Jahr schlossen die Herren von Eppstein und die Grafen von Nassau Dillenburg einen Burgfrieden. 1443 scheiterte der Versuch des Trierer Erzstifts ein Viertel des Eppsteiner Besitzes an der Grafschaft zu erwerben. 1444 ging ein Viertel des Eppsteiner Anteils an die Grafen von Katzenelnbogen (1453 erfolgte der erbliche Verkauf). Um die lehnherrliche Zustimmung für den Verkauf vom Erzstift zu erhalten, mussten die Herren von Eppstein ein weiteres Achtel an der Diezer Grafschaft an das Erzstift abtreten. Nach dem Aussterben der Grafen von Katzenelnbogen 1479 ging das katzenelnbogische Viertel der Grafschaft Diez im Erbgang an die Landgrafen von Hessen. 1508 ging der restliche Anteil der Herren von Eppstein an die Linie Eppstein-Königstein. 1534 trat Landgraf Philipp von Hessen neben anderen Besitz die Hälfte seines Anteils an Camberg an Kurtrier ab. Mit dem Aussterben der Herren von Eppstein-Königstein 1535 wurde der Eppsteiner Anteil von Kurtrier als heimgefallenes Lehen eingezogen. Mit dem Ende des katzenelnbogischen Erbfolgestreites im Jahre 1557 ging das hessische Viertel an die Grafen von Nassau über. 1564 wurde die Grafschaftz Diez schließlich von Nassau-Dillenburg und Kurtrier geteilt (Diezer Vertrag vom 27. Juli 1564). Camberg ging bei dieser Teilung an Kurtrier.

Baugeschichte: Die Burg wohl zur Zeit der Stadterhebung Cambergs um 1281 unter Graf Gerhard IV. von Dietz erbaut, vermutlich an der Stelle eines früheren Königshofes (Kaynburg).

Abgang: 1772 wurde die Burg als verfallen bezeichnet.

Erhaltungszustand: Keine Baureste erhalten.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3448170, 5573750
UTM: 32 U 448116 5571961
WGS84: 50.29748035° N, 8.27153187° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

53300301008

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Burg Camberg, Landkreis Limburg-Weilburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/14807> (Stand: 12.6.2014)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde