Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Trais-Horloff

Stadtteil · 128 m über NN
Gemeinde Hungen, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

10 km südöstlich von Lich

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrißmerkmalen im weit ausladenden Tal der Horloff. Straßendorfartige Siedlung beiderseits der 'Alten Dorfstraße' und einer parallel dazu ausgebildeten Siedlungsachse im S. Kirche mit ummauertem Kirchhof in zentraler Lage. Am westlichen Ortsausgang nahe dem ehemaligen. Grubengelände Bergarbeiterhäuser.

Die Straße nach Bellersheim kreuzt im Westen des Ortes die B 489.

Nordöstlich abgesetzt vom Ort Haltestelle der Eisenbahnlinie Gießen-Gelnhausen ("Lahn-Kinzig-Bahn").

Ersterwähnung:

750/802

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa 790 (793?)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1848

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3493106, 5590147
UTM: 32 U 493034 5588351
WGS84: 50.44712604° N, 8.901889916° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531008100

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 778, davon 502 Acker, 239 Wiesen, - Wald
  • 1961 (Hektar): 324, davon 6 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1631: 32 Untert., 4 Witwen
  • 1834: 288 Einwohner
  • 1885: 282 Einwohner
  • 1925: 460 Einwohner
  • 1939: 430 Einwohner
  • 1950: 724 Einwohner
  • 1961: 649 Einwohner
  • 1830: 272 evangelische Einwohner 1961: 494 evangelische, 140 römischkath. Einwohner
  • 1961 (Erwerbspers.): 50 Land- u. Forstwirtsch., 163 Prod. Gewerbe, 30 Handel, Verkehr u. Nachrichtenübermittlung, 44 Dienstl. u. Sonstige

Diagramme:

Trais-Horloff: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 790(793?): Wetterau
  • 930: Wettereiba (in pago Uuetereiba)
  • 1787: Grafschaft zu Solms-Laubach (Anteil an der Herrschaft Münzenberg), Amt Utphe
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Utphe (zur Standesherrschaft Solms gehörig)
  • 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Hungen
  • 1837: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Friedberg
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
  • 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen

Altkreis:

Gießen

Gericht:

  • 1822: Landgericht Laubach, seit 1848: Landgericht , seit 1879: Amtsgericht Hungen, seit 1934: Amtsgericht Nidda

Herrschaft:

Bei der Falkensteiner Teilung 1271 fällt das Gericht Trais Werner von Falkenstein von der Licher Linie zu. Gericht der Herrschaft Münzenberg. Bei der Teilung des münzenberg. Erbes unter den Söhnen Philipps I. von Falkenstein fällt das Gericht Werner von Falkenstein zu. 1423 gehört das Gericht Trais mit den Dörfern Utphe, Inheiden und der Wüstung Feldheim zur falkenstein. Erbschaft der Grafen von Solms und fällt im Rahmen des Teilungsvertrags Graf Johann von Solms zu (Solmser Urkunden 1 Nr. 915).

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1970 Eingliederung nach Hungen

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 750/802 überträgt Rutfrit Kloster Fulda Güter zu Trais.
  • 790 (793?) schenkt Wolfhelm Kloster Lorsch Besitz in Trais.
  • 1277 überweisen die Brüder Wigand und Brandan Kloster Haina vorübergehend Einkünfte von ihrer Hufe zu Trais, bis sie dem Kloster in Utphe oder Trais Güter mit einem entsprechenden Jahresertrag übertragen (Franz, Kloster Haina 1 Nr. 653).
  • 1353 schenkt Ritter Damme von Muschenheim Kloster Wirberg 2 Morgen Wiesen als Seelgerät u.a. seiner Nichte zu Wirberg und ihrer Freundin von Merlau, die nach beider Tod dem Kloster Wirberg zu einem Almosen bleiben soll (Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 1 Nr. 1050).
  • 1528 verkauft Kloster Haina Graf Philipp von Solms-Münzenberg für 2000 fl. ihren Hof zu Utphe samt Zinsen zu Ober-Bessingen, Ettingshausen, Gontershausen, Laubach, Trais-Horloff. Bestätigung durch Landgraf Philipp 1529 (Solmser Urkunden 3 Nr. 2654, 2680).

Zehntverhältnisse:

1352 hat der Junker von Falkenstein den Zehnt im Gericht Trais inne (Löffler, Herren von Falkenstein Bd. 2 Nr. 1068).

1569 bekundet Graf Hans-Georg von Solms, daß ihm das Domkapitel zu Mainz den Präsenz-Zehnten zu Utphe, Trais-Horloff. Inheiden und Feldheim auf 9 Jahre verliehen habe; dto Leihe auf 12 Jahre 1610 (Solmser Urkunden 3 Nr. 3584, Solmser Urkunden 4 Nr. 3720)

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Pleban und Kapelle 1263 (vgl. Ziff. 2b).

Pfarrzugehörigkeit:

Inheiden war eingepfarrt, Utphe Filialort.

Patronat:

Graf von Solms-Laubach

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Grafschaft Solms-Laubach ab 1544.

Erster evangelischer Pfarrer: Ludwig Mesomylius bis 1585

Kultur

Schulen:

Schule im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts errichtet.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Trais-Horloff, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10496> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde