Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Weitershain

Stadtteil · 330 m über NN
Gemeinde Grünberg, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8,5 km nördlich von Grünberg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit komplexem Grundriß im flach ausgebildeten Talhaupt eines in die Lumda mündenden Appenbörner Bachlaufs. Zweigliedrige Siedlung mit jeweils regellosem Grundriß ('Ober-, Unterdorf'). Im Ortsbereich mehrere Brunnen und Teiche.

Straßenverbindung nach Rüddingshausen, Bernsfeld, Stangenrod und Kesselbach.

Ersterwähnung:

1265

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1783

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3497479, 5614476
UTM: 32 U 497406 5612670
WGS84: 50.66586976° N, 8.963289672° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531006140

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3702, davon 1475 Acker, 717 Wiesen, 1425 Wald
  • 1961 (Hektar): 926, davon 374 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 52 Hausgesesse
  • 1669: 193 Seelen
  • 1742: 1 Geistlicher/Beamter, 57 Untertanen, 22 Junge Mannschaften, kein Beisasse/Jude
  • 1804: 448 Einwohner
  • 1834: 475 Einwohner
  • 1885: 483 Einwohner
  • 1925: 548 Einwohner
  • 1939: 496 Einwohner
  • 1950: 706 Einwohner
  • 1961: 531 Einwohner
  • 1830: 465 evangelische Einwohner.
  • 1961: 481 evangelische, 32 römisch-katholische Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 178 Land- und Forstwirtschaft, 84 Produzierendes Gewerbe, 19 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 12 Dienstleistung(en) und Sonstiges.

Diagramme:

Weitershain: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1577: Gericht Londorf
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Allendorf an der Lumda, Gericht Londorf
  • 1821: Landratsbezirk
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
  • 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis
  • 1979: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen

Altkreis:

Gießen

Gericht:

  • 1822: Landgericht Grünberg
  • Seit 1879: Amtsgericht Grünberg
  • Seit 1882: Amtsgericht Homberg
  • Seit 1886: Amtsgericht Grünberg

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1970 Eingemeindung nach Grünberg.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Am 16. Dezember 1265 schenken der Ritter Heiderich von Dalheim (Thalheim) und seine Ehefrau Kunigunde dem Kloster Haina ihrer Sünden halber die Hälfte ihrer Güter in Weitershain (Widradeshagen) mit einem jährlichen Ertrag von 9 Schilling weniger 4 Pfennige, sowie die Hälfte ihrer Güter im DorfSickels, die 8 Schilling Pfennige, 1 Malter Hafer, 4 Gänse und 4 Hühner brachten (Franz, Kloster Haina 1 Nr. 454, S. 241 f.).
  • 1267 bestimmt Walter von Nordeck, daß nach dem Tod seiner Frau die Güter zu Weitershain an den Deutschen Orden Marburg fallen (Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1Nr. 241).
  • 1269 (1270?) gibt Hartrad von Merenberg Walter von Nordeck die bisher von ihm zu Lehen gehenden Güter zu Odenhausen, Weitershain, Nordernahe und Stembel zu eigen. Im Streit zwischen dem Deutschen Orden Marburg und den Erben Walters von Nordeck spricht Graf Johann von Nassau 1341 die Güter dem Deutschen Orden zu (Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1Nr. 246; Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 2 Nr. 705).
  • 1489 verkauft Kloster Arnsburg den Grünberger Antonitern seinen Besitz zu Weitershain (2 Beständer) (Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 2 S. 51).

Zehntverhältnisse:

1282/83 ist der Zehnte zu Weitershain eppsteinisches Lehen der Herren. von Nordeck (Wagner, Die eppsteinschen Lehensverzeichnisse, S. 110 Nr. 333).

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später: bei Londorf eingepfarrt; 1924 und später: Kirchengemeinde der Pfarrei Odenhausen

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Londorf, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Londorfer Pfarrer Dietrich Stingel um 1542.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Londorf

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Weitershain, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10515> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde