Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Queckborn

Stadtteil · 212 m über NN
Gemeinde Grünberg, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

3 km südwestlich von Grünberg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriß auf der Niederterrasse rechts des Eschersbachs. Moderne Wohnsiedlung im Süden und Osten

Bahnhof der Eisenbahnlinie Butzbach/West – Grünberg ("Wettertalbahn I") bis Stilllegung der Strecke zwischen 1953 und 1961 (Die Teilstrecke Lich - Grünberg/Queckborn wurde am 15.7.1909 eröffnet, die Teilstrecke Grünberg/Queckborn - Grünberg am 1.8.1909).

Ersterwähnung:

1108

Siedlungsentwicklung:

Nicht zugehörig, sondern auf das auf Wüstung Queckbrunn bei Altenstadt zu beziehen, ist das 930 genannte Quetbrunn [Dronke, Codex diplomaticus Fuldensis Neudr. Nr. 677; vgl. [Schäfer, Altenstadt, S. 3];

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1836

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3495128, 5604428
UTM: 32 U 495055 5602626
WGS84: 50.57552808° N, 8.930169636° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531006090

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3343, davon 2021 Acker, 403 Wiesen, 725 Wald
  • 1961 (Hektar): 836, davon 207 Wald.

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 32 Hausgesesse
  • 1630: 1 vierspänn., 1 dreispänn., 3 zweispänn. Ackerl., 6 Einläufige
  • 1677: 50 Hausgeseß, davon 14 freie
  • 1742: 2 Geistl./Beamte, 83 Untert., 30 Junge Mannschaften, 5 Beisassen/Juden
  • 1804: 531 Einwohner
  • 1834: 651 Einwohner
  • 1885: 606 Einwohner
  • 1925: 629 Einwohner
  • 1939: 676 Einwohner
  • 1950: 1081 Einwohner
  • 1961: 883 Einwohner
  • 1830: 641 evangelische Einwohner 1961: 722 evangelische, 154 römisch-katholische Einwohner
  • 1961 (Erwerbspers.): 226 Land- und Forstwirtsch., 181 Prod. Gewerbe, 38 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 21 Dienstleistung(en) und Sonstige

Diagramme:

Queckborn: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1199: cingravius in Queckborn
  • 1391 und später: Landgrafschaft Hessen, Landgericht Grünberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Grünberg, Landgericht Grünberg
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Grünberg
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Grünberg
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
  • 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis
  • 1979: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen

Altkreis:

Gießen

Gericht:

  • 1821: Landgericht, seit 1879: Amtsgericht Grünberg

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1970 Eingemeindung nach Grünberg

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1111/1137 erwirbt Erzbischof Adalbert von Mainz für das Erzstift von einem domnus Mathfridus Eigengut in Queckborn und Saasen.
  • 1248 befreit Landgräfin Sophie von Hessen die Güter des Antoniter in Ober-Queckborn von allen Abgaben und gewährt den in ihrer Stadt Grünberg wohnenden Antonitern die gleichen Holzungsrechte wie den dortigen Rittern, Burgmannen und Stadtschöffen. 1313 gestatten die Antoniter in Grünberg Landgraf Otto, die Korngülte, die sie in der Mühle an der Queppurne für 100 mark ihm verkauft haben, um denselben Preis zurückzukaufen (Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr. Nr. 17, 579).
  • 1243 bekunden Propst und Konvent des Klosters Wirberg, von Arnold von Queckborn einen Hof und 15 Joch Ackerland und Wiesen in Queckborn erhalten zu haben. 1291 verkaufen Gertrud gen. Gulden und ihre Söhne Mengot und Johannes ihre Güter zu Queckborn an das Kloster Wirberg. 1293 verkauft der Ritter Johannes von Buseck seinen Hof zu Queckborn dem Kloster. Mitte des 14. Jahrhunderts erwirbt das Kloster weitere Güteranteile. (Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 1 Nr. 970, 983-985, 1044, 1048, 1345).
  • 1316 schenkt Ritter Guntram d. Ä. Schenk zu Schweinsberg Kloster Haina seinen Hof im Dorf Queckborn samt Zubehörechts. 1322 verkaufen Ritter Mengot Hug und Frau sowie Ritter Zabel von Kolnhausen Haina ihren Teil eines Gutes zu Queckborn. 1323 übertragen die Kinder des verstorbenen Grünberger Bürgers Peter Cremere den Kloster Arnsburg und Haina ihre Güter in Queckborn. 1346 verkauft der Grünberger Bürger Siegfried von Beuern Haina ein Viertel des Craft Huegis gud gen. Vorwerks zu Queckborn, das er selbst vom Ritter Hermann Wyseguckil erkauft hatte. 1505 verlandsiedelt Haina sein erbeigenes Gur zu Queckborn an Kolerhenn (Franz, Klosterarchive 6 Nr. 270, 350, 364, 541, 1256).
  • 1321 verkauft der Friedberger Bürger Heinrich von Sassen dem Deutschen Orden in Marburg seine Wiese bei St. Peter vor Grünberg, in der Queckborner Gemarkung und im Eschersdorfer Feld (Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 2 Nr. 391).
  • 1334 verleiht das Stift St. Johann zu Mainz Güter in Queckborn Mitte 14. Jahrhundert bezieht das Stift 1 Malter Korn in Queckborn (Böckmann, St. Johannes Baptista, Anhang, S. 68).
  • Nach 1414 hat Henne Strebekotz als Burglehen 4 Mark Geld und den Hof und Sitz zu Queckborn (Demandt, Regesten Kopiare 1 Nr. 580/17).
  • 1489 verkauft Kloster Arnsburg den Grünberger Antonitern seinen Besitz zu Queckborn (2 Beständer) (Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 2 S. 45).

Zehntverhältnisse:

1414 gibt Landgraf Ludwig Oswald von Engelhausen als Burglehen Geld aus der Landbeede zu Grünberg und als Mannlehen den Zehnten zu Queckborn (Demandt, Regesten Kopiare 1 Nr. 542).

Ortsadel:

Ein 1108 erwähnter Arnolt von Queckborn läßt auf die Präsenz von Ortsadel schließen.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

Pfarrzugehörigkeit:

Ursprünglich zu Grünberg gehörige Pfarrkirche, der 1550 und später die Filiale Lauter eingepfarrt war.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Grünberg, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Grünberger Pfarrer Johannes Mengel ab 1526. Der Ort war 1527 lutherisch.

Erster eigener evangelischer Pfarrer: "Herr" Vulpertus 1536

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert Archidiakonat St. Johann zu Mainz

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Queckborn, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10429> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde