Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Ober-Albach

Ortsteil · 225 m über NN
Gemarkung Albach (Ober-), Gemeinde Fernwald, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9 km südöstlich Gießen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriß an einem in die Albachniederung auslaufenden S-Hang. Moderne Wohnsiedlung im Norden sowie auf dem jenseitigen Bachufer auf ansteigendem Hang. Straße nach Steinbach und Burkhardsfelden

Ersterwähnung:

1239

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1859

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3485665, 5602107
UTM: 32 U 485596 5600306
WGS84: 50.55450731° N, 8.796669697° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531004010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 1532, davon 974 Acker, 93 Wiesen, 465 Wald.
  • 1885 (Hektar): , davon...Ackerl.,...Wiesen,...Holz
  • 1961 (Hektar): 449, davon 145 Wald. -

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 33 Hausgesesse 1630: 7 zweisp., 7 einspänn. Ackerl., 14 Einläufige, 5 Witwen, 16 Vormundsch. 1669: 124 Seelen. 1742: 1 Geistl./Beamter, 42 Untert., 8 Junge Mannschaften, 2 Beisassen/Juden. 1804: 266, 1834: 303, 1885: 368, 1925: 354, 1939: 379, 1950: 513, 1961: 496 Einwohner - 1830: 284 evangelisch, 1 römisch-katholisch Einwohner 1961: 455 Ev., 40 römisch-katholisch 1895: 367 evangelisch Einwohner 1961: 455 evangelisch, 40 römisch-katholisch Einwohner -1961 (Erwerbspers.): 113 Land- und Forstwirtsch., 101 Prod. Gewerbe, 21 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 13 Dienstleistung(en) und Sonst

Diagramme:

Ober-Albach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1317 überträgt Landgraf Otto von Hessen seinem Schwager Philipp von Falkenstein d. Ä. einstweilen als Burglehen die Gerichtsbarkeit in den Dörfern A. und Hausen, bis er ihm eine Rente von 10 Mark in anderen landgräflich Gütern anweisen wird (Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr. Nr. 612 f.). 1508 und später: Gericht Busecker Tal. 1527 bekundet Landgraf Philipp, daß er dem Graf Philipp von Solms-Münzenberg seinen Anteil am Dorf A. am Hütteberg übertragen habe (Solmser Urkunden 3 Nr. 2637)
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Ganerbschaft des Busecker Tals (Freiherr von Buseck und Freiherr von Buseck, genannt Brand je zur Hälfte)
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Busecker Tal
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gießen
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
  • 1837: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Gießen
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis
  • 1979: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen

Altkreis:

Gießen

Gericht:

  • 1820: Patrimonialgericht Busecker Tal (Großen-Buseck)
  • 1832: Landgericht der Freiherrn von Buseck
  • 1827: Landgericht Gießen
  • 1879: Amtsgericht Gießen

Gemeindeentwicklung:

1971: Zusammenschluß mit Annerod und Steinbach zur Gemeinde Fernwald.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1252 schenkt der Wetzlarer Scholasticus Magister Rudolf Güter zu Wickstadt, Kolnhausen, Albach, Hofgüll und Langgöns dem Kloster Arnsburg, wovon Arnsburg dem von Rudolf an der Walpurgiskapelle Wetzlar eingesetzten Priester Siegfried und dessen Nachfolgern eine jährl. Gülte auszuzahlen hat (Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 1 Nr. 60).
  • 1326 besitzen der Deutsche Orden Marburg und das Stift Zelle (Schiffenberg) gemeinsam Wald und Rodland zu Albach (Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 3 Nr. 489). Stift Zelle (Schiffenberg) verfügte im 14. Jahrhundert über weitere Pachteinnahmen (Römer, Einkünfteverzeichnisse).
  • 1459 verkaufen Heinrich von Weitershausen, 1491 Johann von Storndorf, 1498 Kaspar von Trohe, 1502 Johann von Storndorf und Wilhelm von Weitershausen ihren erblichen Anteil an der mainz. Pfandschaft an die Antoniter zu Grünberg (Regesten der Erzbischöfe von Mainz 1,2 Nr. 5534, Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 1 Nr. 427, 611, 700, 739).
  • 1550 erwirbt Graf Reinhard von Solms 2 Gärten und Hofreiten zu Albach an der Kirche (Solmser Urkunden 3 Nr. 2936). 1551 bekunden Anna von Trohe, Witwe des Kuno von Rodenhausen, und ihre Kinder, daß sie Graf Reinhard von Solms ihren Hof zu Albach, den sie von K. von Rodenhausen ererbt hatten, verkauft haben (Solmser Urkunden 3 Nr. 2969). 1532 kauft Graf Philipp von Solms von den Erben des Thomas zu Nieder-Albach etliche Güter ebendort (Solmser Urkunden 3 Nr. 2722). - 1519 und 1527 bekunden Konrad von Muschenheim und seine Frau Demut von Trohe, daß sie ihr Achtel am Zehnten zu Nieder-Albach, ausgenommen eine darauf ruhende Hahngülte, sowie ihren Teil an der Wiese beim Dorf unterhalb des Steges verkauft haben (Solmser Urkunden 3 Nr. 2523, 2642). 1603 bekunden die Grafen von Solms-Münzenberg den Abschluß eines Vertrages, wonach ersterer den Hof Albach und den Rodenscheider Zehnten, letzterer Mühlsachsen und den Nonnenroder Zehnten erhalten soll (Solmser Urkunden 4 Nr. 3627)

Zehntverhältnisse:

1347 verpfändet das Erzstift Mainz den Zehnten zu Albach an Johann von Bellersheim (Regesten der Erzbischöfe von Mainz 1,2 Nr. 5534).

Ortsadel:

1292

Kirche und Religion

Ortskirchen:

Pfarrzugehörigkeit:

Nach Einführung der Reformation mit Pfarrei Rödgen verbunden, 1617-20 und 1698-1718 wieder selbständige Pfarrei, dann bis 1838 Filiale von Rödgen. Seit 1838 Filiale von Steinbach.

Bekenntniswechsel:

Nach Einführung der Reformation Mitte des 16. Jahrhunderts mit Rödgen verbunden.

Erster eigener evangelischer Pfarrer: Konrad Knies 1617-1620

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Winnerod

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ober-Albach, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10185> (Stand: 16.10.2018)
 
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