Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Trohe

Ortsteil · 173 m über NN
Gemeinde Buseck, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6 km nordöstlich von Gießen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrißmerkmalen in der Aueniederung rechts der Wieseck. Am östlichen Ortsrand ehemaligen Burg.

Straße Rödgen - Alten-Buseck u. Wieseck - Großen-Buseck.

Ersterwähnung:

1210

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Burg auf flachem Hügel in Flußschleife.

Älteste Gemarkungskarte:

(1846-1896), 1930

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3482611, 5608271
UTM: 32 U 482543 5606468
WGS84: 50.6098355° N, 8.753286849° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531003050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 94, davon 31 Acker, 49 Wiesen, - Wald
  • 1961 (ha): 23, davon - Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 20 Hausg.
  • 1630: ohne Angaben
  • 1667: 11 Männer, 1 Beisasse
  • 1742: 25 Untert., 14 Junge Mannsch.
  • 1804: 147 Einwohner
  • 1834: 131 Einwohner
  • 1885: 167 Einwohner
  • 1925: 251 Einwohner
  • 1939: 267 Einwohner
  • 1950: 345 Einwohner
  • 1961: 417 Einwohner
  • 1830: 145 evangelische Einwohner 1961: 307 ev., 61 römischkath. Einwohner
  • 1961 (Erwerbspers.): 20 Land- u. Forstwirtsch., 103 Prod. Gewerbe, 34 Handel, Verkehr u. Nachrichtenübermittlung, 40 Dienstl. u. Sonstige

Diagramme:

Trohe: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Gericht Lollar
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Stadtamt Gießen
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gießen
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
  • 1837: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Gießen
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis
  • 1979: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen

Altkreis:

Gießen

Gericht:

  • Schultheiß, Schöffen 1530 gen.
  • 1821: Landgericht Gießen
  • 1879: Amtsgericht Gießen

Herrschaft:

1340 verfügt Trohe über ein eigenes Ger.ohne Beidörfer. Über den Ursprung dieses Ortsger. ist nichts Näheres bekannt. 1398 wird es zusammen mit dem Ger. Buseck dem sog. Busecker Tal zugerechnet, mit dem Kg. Wenzel Lgf. Hermann belehnt. Die v. Buseck, v. Trohe und v. Schwalbach sollen dem Lgf. als ihrem Erbherrn huldigen. 1449 belehnt Lgf. Ludwig die Milchling v. Schönstadt mit ihrem Teil an Trohe. 1577 steht Trohe mit Ger. und Peinlichkeit den Schutzbar gen. Milchling und den v. Schwalbach zu. 1641 verkauft der Freiherr v. Burgmilchling sein Anrecht, die Hälfte an Trohe an die Lgff., die restliche Hälfte gelangt 1750 von den übrigen Lehnsträgern, darunter den v. Schwalbach, an Hessen. 1778 wird Trohe zum Ger. Lollar gezogen, 1781 dem Stadtjustizamt Gießen eingegliedert.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.10.1971 Eingliederung in die Gemeinde Großen-Buseck, am 01.01.1977 Eingemeindung nach Buseck

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1498 gestattet Landgraf Wilhelm dem Dorf Trohe, den landgräflichen Wald gen. Fernwalt mit ihrem Vieh 3 Jahre lang nacheinander zu nutzen, wofür die Ew. jährl. 3 Gulden an den Rentmeister in Gießen zahlen (Demandt, Regesten Kopiare 1 Nr. 1911).
  • Stift Zelle (Schiffenberg) verfügt im 14. Jahrhundert über Pachteinnahmen (Römer, Einkünfteverzeichnisse).

Ortsadel:

1210-1641

Kirche und Religion

Ortskirchen:

Pfarrzugehörigkeit:

1577 bei Alten-Buseck eingepfarrt; bis 1838: Filiale von Großen-Buseck, seitdem bei Alten-Buseck eingepfarrt.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Großen-Buseck, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Großen-Busecker Pfarrer Paulus Hain vor 1549.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Mit Einschränkung im Sendbezirk Buseck

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Trohe, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10533> (Stand: 16.10.2018)
 
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