Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
4725 Bad Sooden-Allendorf
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 25. Allendorf

Weitere Informationen

Abterode

Ortsteil · 249 m über NN
Gemeinde Meißner, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Kloster; Sonstiges

Lagebezug:

8,5 km nordwestlich der Stadtmitte von Eschwege gelegen

Ersterwähnung:

1000

Historische Namensformen:

  • Abbetrode (um 1000)
  • Abbetesrode (1077)
  • Appederode (1253)
  • Apterod (1262)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3565682, 5675426
UTM: 32 U 565582 5673595
WGS84: 51.20998496° N, 9.938873284° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636008010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 570, davon 415 Acker (= 72.81 %), 50 Wiesen (= 8.77 %), 0,2 Holzungen (= 0.00 %)
  • 1961 (Hektar): 570, davon 28 Wald (= 4.91 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1498: 30 Häuser (Bilsteiner Salbuch)
  • 1585: 72 Haushaltungen, dazu die sogenannte Freiheit mit 28 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1747: 171 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
  • 1885: 997, davon 807 evangelisch (= 80.94 %), 7 katholisch (= 0.70 %), 183 Juden (= 18.36 %)
  • 1961: 1090, davon 892 evangelisch (= 81.83 %), 175 katholisch (= 16.06 %)
  • 1970: 1068 Einwohner

Diagramme:

Abterode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Eschwege, Gericht Bilstein
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Eschwege, Gericht Bilstein
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Abterode
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Bilstein
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Eschwege

Gericht:

  • 1822: Fürstlich Rotenburgisches Justizamt Bilstein (Sitz in Abterode)
  • 1834: Justizamt Abterode
  • 1867: Amtsgericht Abterode
  • 1879: Amtsgericht Abterode
  • 1932: Amtsgericht Eschwege

Herrschaft:

Die Zent Abterode enthielt die sonst zum Gericht Bilstein gerechneten Dörfer außer Orferode und der Wüstung Welferode, dagegen aber zusätzlich Niddawitzhausen und Eichenberg.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Meißner zusammengeschlossen, deren Ortsteil und Gemeindeverwaltungssitz Abterode seitdem ist.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Kloster Fulda (siehe Klöster)
Kirche und Religion

Klöster:

  • Abterode, Benediktinerkloster

Bekenntniswechsel:

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Christoph Thiele 1542(1537?)-1544

Die Reformation wurde möglicherweise bereits unter Nikolaus Junghans, Pfarrer von ca. 1499-1537, eingeführt.

Juden:

Provinzial-Rabbinat Kassel; Germerode und Vockerode angeschlossen

Statistik: 1812: 53 Familien; 1835: 234; 1861: 158; 1905: 167; 1932/33: 93 Juden (10,94% der Gesamtbevölkerung); 1933: 80 (9,4% der Gesamtbevölkerung); 1939: 31; 1940: 10 Juden.

Im 17. Jahrhundert existierte eine größere jüdische Gemeinde im Ort. Zwischen 1700 und 1744 war sie die größte jüdische Gemeinde Niederhessens. Nach 1933 verließen viele Juden den Ort, insgesamt erfolgten 97 Abmeldungen. Die Gemeinde bestand bis 1938/41. 1941 lebten vermutlich keine Juden mehr im Ort. (alemannia-judaica)

Die Synagoge wurde erbaut um 1870. Nach 1945 diente das Gebäude als Lagerraum für Futtermittel.

Die Israelitische Elementarschule bestand seit ca. 1840. In den 1890er Jahren Höchstzahl an Schulkindern; danach sind die Zahlen rückläufig. Die Schule wird zum 1.1 1934 aufgelöst. Im Dezember 1937 ist nur noch als Privatschule geöffnet, 1938 sind 9 Schulkinder im Ort.

Die jüdische Bevölkerung arbeitete meist als Händler, aber auch einige im Handwerk.

Genutzt wurde der Friedhof vor Ort auch von Frankershausen, Germerode sowie Vockerode. Gelegen war er an der Rehbergstraße süwdwestlich, 200 Meter vom Ortsrand entfernt, mit der Belegzeit 1659-1936. (Vgl. alemannia-judaica)

Kultur

Schulen:

Schuldiener: Burkhard Hildebrand 1586

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Abterode, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5145> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde