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Heiligenberg

Burg · 380 m über NN
Gemarkung Gensungen, Gemeinde Felsberg, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Burg

Lagebezug:

5,9 km westlich von Melsungen.

Lage und Verkehrslage:

1,3 km ostnordöstlich von Gensungen. Reste einer mittelalterlichen Burg auf einem hohen Bergkegel gleichen Namens über dem rechten Ufer der Eder.

Ersterwähnung:

1180/86

Letzterwähnung:

1471

Siedlungsentwicklung:

Frühgeschichtliche Kultstätte.

Vielleicht später Allerheiligenkapelle.

1180-1186 wurde der Berg vom Mainzer Erzbischof in den Auseinandersetzungen mit den Landgrafen von Thüringen mit Befestigungen versehen, indem er ein castrum Heilingenberg erbaute (Chron. s. Petri Erford. MG SS 30, 375).

Die Anlage wurde wiederholt zerstört und wieder aufgebaut, zuletzt 1401 von Hessen.

Nachdem die später hessische Burg 1427 mit dem landgräflichen Sieg über Mainz ihre Bedeutung verloren hatte, verfiel sie und war nach 1458 nicht mehr bewohnt.

Historische Namensformen:

  • Heilingenberg (1186) [Chron. s. Petri Erford. MG SS 30, 375]
  • Hileberc (1233) [Dobenecker, Regesta 3, Nr. 333]
  • Mons Dryperg, alias nuncupatus Heiligenberg (1403) [Gudenus, Cod. dipl. 4, 27]

Bezeichnung der Siedlung:

  • castellum (1186) [Chron. s. Petri Erford. MG SS 30, 375];
  • castrum (1233) [Dobenecker, Regesta 3, Nr. 333];
  • Schloß (1471) [HStAM Best. Urk. 20 (Kartause Eppenberg)].

Burgen und Befestigungen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3532200, 5666520
UTM: 32 U 532113 5664693
WGS84: 51.13280055° N, 9.458963066° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

63400306007

Einwohnerstatistik:

  • Nach 1458 nicht mehr bewohnt. 1471: wüst (UA Karthause).
Verfassung

Altkreis:

Melsungen

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Seit 1180-1186: Erzbischof von Mainz (Chron. s. Petri Erford. MG SS 30, 375).
  • 1439-1453: Lehen der von Wehren.
  • 1471 übergab Landgraf Ludwig der Karthause das (wüste) Schloß (UA Karthause).

Ortsadel:

Adlige von Heiligenberg 1196-1268.

Auch eine Linie der von Ulfa nannte sich von Heiligenberg 1350-1448 (AHG 6, 269).

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Vielleicht befand sich auf dem Heiligenberg eine frühe Allerheiligenkapelle (vgl. Siedlungsentwicklung).
  • Zumindest war dann 1471 die Burgkapelle omnium sanctorum wie die gesamte Anlage verfallen, sollte aber wieder aufgebaut werden: Damals überließ Landgraf Ludwig II. nämlich die inzwischen aufgegebene Burg dem Orden der Karthäuser zur Neuerrichtung einer Kapelle, die später jedoch ebenfalls verfiel.

Patrozinien:

  • Allerheiligen.
Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Heiligenberg, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5007> (Stand: 5.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde