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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 43. Altmorschen

Neumorschen

Ortsteil · 186 m über NN
Gemeinde Morschen, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Gerichtsplatz

Lagebezug:

8,5 km südöstlich von Melsungen

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3542495, 5658889
UTM: 32 U 542404 5657065
WGS84: 51.0635406° N, 9.605136725° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634015060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 404, davon 240 Acker (= 59.41 %), 67 Wiesen (= 16.58 %), 2 Holzungen (= 0.50 %)
  • 1961 (Hektar): 401, davon 3 Wald (= 0.75 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Neumorschen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1400: Landgrafschaft Hessen, Amt Spangenberg
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Neumorschen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Melsungen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Melsungen

Gericht:

  • Gericht Neumorschen (= Gericht Fulda) im Amt Spangenberg
  • vor 1822: Amt Spangenberg
  • 1822: Justizamt Spangenberg
  • 1867: Amtsgericht Spangenberg
  • 1879: Amtsgericht Spangenberg
  • 1943: Amtsgericht Melsungen (Zweigstelle Spangenberg)
  • 1970: Amtsgericht Melsungen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss mehrerer Gemeinden zur neuen Gemeinde Morschen, deren Ortsteil Neumorschen wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Morschen war alter Besitz des Klosters Fulda. Die Vogteirechte hatten die Grafen von Ziegenhain inne.
  • Im Zeitraum von 1214-1235 erwarb Hermann von Treffurt den Ort. Er und seine Erben nahmen die Vogtei von Ziegenhain und das gesamte Gericht von Fulda zu Lehen.
  • 1355 löste Hessen das Gericht Neumorschen vom Kloster Heydau ein;
  • 1359 verpfändete Hessen das Gericht Neumorschen wieder an das Kloster (UA Heydau).
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1464 Kirche

Pfarrzugehörigkeit:

Neumorschen ist Filial von Altmorschen (Hochhuth 396).

Patronat:

Das Patronat hatte noch 1747 Hessen inne (DB).

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: nicht bekannt, möglicherweise Johannes Maußheubt, ca. 1526 als "administrator ecclesiae" genannt.

Kirchliche Mittelbehörden:

1505 unter dem Dekanat Braach (Würdtwein D. 10,530)

Juden:

Provinzial-Rabbinat Kassel; angeschlossen Malsfeld.

1835: 41; 1861: 38; 1905: 12; 1932/33: 14 Juden

1653 Ersterwähnung eines Juden. Ein oder zwei Familien bis 1716 ansässig. 1760 sind drei Schutzjuden im Ort nachweisbar. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts mehrere Familien im Ort wohnhaft. Nach 1933, spätestens 1938 alle Juden aus dem Ort abgewandert.

Die für den Ort zuständige Synagoge ist in Beiseförth.

Friedhof: Sammelfriedhof in Binsförth noch nach 1858 mitgenutzt.

Kultur

Schulen:

Schulmeister: Johann Droder, versah gleichzeitig die Pfarrei Binsförth 1582-1584

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Neumorschen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4953> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde