Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
4722 Niederzwehren
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 22. Besse

Guxhagen

Ortsteil · 170 m über NN
Gemeinde Guxhagen, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9 km nordwestlich von Melsungen

Lage und Verkehrslage:

An der Fulda gegenüber dem ehemaligen Kloster Breitenau.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Bebra – Kassel (Inbetriebnahme der Strecke 29.8.1848, 25.9.1849) (heutiges Bahnhofsgebäude von 1914).

Ersterwähnung:

1309/52

Siedlungsentwicklung:

1309 bestimmte ein Vertrag des Landgrafen mit Kloster Breitenau, dass zwischen der Fulda und dem Schwarzbach eine Stadt gebaut werden solle; dies ist wahrscheinlich der Ursprung des Dorfes, wo nach einem Vertrag von 1357 Hessen die Zent und das oberste Gericht, Breitenau dagegen die niedere Gerichtsbarkeit hatte.

Historische Namensformen:

  • Kukushayn (1352)
  • Gukishain (1357)
  • Guckeshan (1399)
  • Guxhagen (1520) [UA Breitenau]

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • 1309 bestimmte ein Vertrag des Landgrafen mit Kloster Breitenau, dass zwischen der Fulda und dem Schwarzbach eine Stadt gebaut werden solle; dies ist wahrscheinlich der Ursprung des Dorfes, wo nach einem Vertrag von 1357 Hessen die Zent und das oberste Gericht, Breitenau dagegen die niedere Gerichtsbarkeit hatte.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3533834, 5674339
UTM: 32 U 533747 5672509
WGS84: 51.20298638° N, 9.483040525° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634008050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 693, davon 449 Acker (= 64.79 %), 87 Wiesen (= 12.55 %), 17 Holzungen (= 2.45 %)
  • 1961 (Hektar): 742, davon 52 Wald (= 7.01 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Guxhagen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1445: Landgrafschaft Hessen, Amt Melsungen, Gericht Breitenau
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Melsungen, Gericht Breitenau
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Melsungen, Gericht Breitenau
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Melsungen, Gericht Breitenau
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Körle
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Melsungen, Gericht Breitenau
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Melsungen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Melsungen

Gericht:

  • 1357 hatte im Dorf Guxhagen gemäß einem Vertrag Hessen die Zent und das oberste Gericht, das Kloster Breitenau dagegen die niedere Gerichtsbarkeit.
  • bis 1822: Gericht Breitenau
  • 1822: Justizamt Melsungen
  • 1867: Amtsgericht Melsungen
  • 1879: Amtsgericht Melsungen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung der Gemeinden Albshausen, Büchenwerra, Ellenberg und Wollrode in die Gemeinde Guxhagen. Zu deren weiterer Entwicklung s. Guxhagen, Gemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Guxhagen.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1513: Einweihung einer neuen Kapelle (UA Breitenau).

Pfarrzugehörigkeit:

1569, 1585, 1747: Filial von Breitenau (DB).

1872 nach Breitenau eingepfarrt (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 333).

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Breitenau, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Breitenauer Pfarrer Theobald Cabel ab 1527.

Juden:

Provinzial-Rabbinat Kassel

1835: 90; 1861: 103; 1905: 158; 1920-1925: 25-35 Familien, ca. 180 Seelen; 1932/33: 190 Juden

Vermutlich sind seit 17. Jahrhundert Juden im Ort ansässig

Die Synagoge lag in der Unteren Gasse; die Israelitische Volksschule im selben Gebäude; letztere wird 1936 aufgehoben.

Berufe: Viehhandel; Manufakturwaren; Handwerk

Friedhof: ältester Stein stammt von 1809; liegt rechts der Albshäuser Straße zwischen Guxhagen und Albshausen (alemannia-judaica)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Guxhagen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4907> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde