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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 31. Felsberg

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Gensungen

Stadtteil · 165 m über NN
Gemeinde Felsberg, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Gemeinde; Gerichtsplatz; Sonstiges

Lagebezug:

7 km westlich von Melsungen

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Kassel – Frankfurt am Main ("Main-Weser-Bahn") (Inbetriebnahme der Strecke 29.12.1849).

Ersterwähnung:

802-817

Historische Namensformen:

Ortsteile:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3530764, 5666103
UTM: 32 U 530678 5664276
WGS84: 51.12913112° N, 9.438412931° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634003060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 621, davon 424 Acker (= 68.28 %), 68 Wiesen (= 10.95 %), 19 Holzungen (= 3.06 %)
  • 1961 (Hektar): 1011, davon 43 Wald (= 4.25 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Gensungen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1360: Landgrafschaft Hessen, Amt Felsberg [Henneberg. UB 4, 25]
  • 1403/05: Landgrafschaft Hessen, Amt Felsberg
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Felsberg
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Felsberg, Grebenstuhl Niedermöllrich
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Felsberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Felsberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Gensungen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Felsberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Melsungen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Melsungen

Gericht:

  • Gensungen war vermutlich Sitz eines landgräflichen Zentgerichts.
  • Als Untergericht bestand es noch 1556 (zum Umfang s. Mittelpunktfunktion)
  • vor 1822: Kurhessisches Amt Felsberg
  • 1822: Justizamt Felsberg
  • 1867: Amtsgericht Felsberg
  • 1879: Amtsgericht Felsberg
  • 1943: Amtsgericht Melsungen (Zweigstelle Felsberg)
  • 1970: Amtsgericht Melsungen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung der Gemeinden Hesserode und Heßlar in die Gemeinde Gensungen. Am 31.12.1971 kam zu dieser die Gemeinde Beuern hinzu. Am 1.4.1972 folgte noch die Gemeinde Melgershausen. Am 1.1.1974 ging die Gemeinde Gensungen in der Stadtgemeinde Felsberg auf, wobei Gensungen selbst wie die anderen vier beteiligten Dörfer eigene Stadtteile wurden.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • (802-817) schenkt ein gewisser Radbert seine Güter und zwölf Hörige in Gensungen an die Reichsabtei Fulda. 1085 erneuert der Mainzer Erzbischof Wezelo dem Stift St. Peter zu Fritzlar eine verbrannt Urkunde Erzbischof Siegfrieds, wonach die Einkünfte u.a. der Mutterkirche Gensungen den Chorherren zufallen sollen.

Ortsadel:

Adlige: 1193 (Schultze Reg.) bis 1284 (UA Haina).

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1266: Pleban (UA Haina)
  • 1374: Kirche s. Petri (UA Karthause)
  • Neben der Pfarrkirche bestand eine capella s. Albani, deren Patronat 1322 der Karthause Eppenberg zustand (UA Karthause).

Patrozinien:

  • Peter (1374) und Alban (1322)

Pfarrzugehörigkeit:

Protestantische Pfarrei der Klasse Felsberg mit Mittelhof und Karthause sowie den Filialen Beuern, Heßlar und Melgershausen (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 91).

Patronat:

Die Pfarrei gehörte dem Stift Fritzlar und wurde 1085 zum Unterhalt des dortigen Kapitels angewiesen (UA Fritzlar).

Das Patronat der capella s. Albani stand 1322 der Karthause Eppenberg zu (UA Karthause).

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johann Kranzwerfer 1527

Kirchliche Mittelbehörden:

a) Dekanat Gensungen:

Das Dekanat Gensungen stand unter dem Propst von Fritzlar.

Es umfasste 1425 die Kirchen und Kapellen zu *Böddiger, Brunslar, *Kaltenbach, Körle, *Dennhausen, Dörnhagen, Eiterhagen, Felsberg, Gensungen, Grebenau, Grifte, Hesserode, Laudenbach, Lichtenau, Lohra, Melsungen, Mörshausen (Spangenberg), Obermelsungen, Quentel, Reichenbach, Retterode, Schwarzenberg, Spangenberg, *Velmeden, Walburg, *Weidelbach, *Wolfershausen, Wollrode (Falckenheiner 2 UB 29, die besternten Namen nur bei Würdtwein D. 10,518).

Ein archipresbiter ist für 1235 belegt (UA Heydau).

b) Moderne Zugehörigkeit von Gensungen:

1872: Protestantische Pfarrei der Klasse Felsberg (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 91).

Juden:

Der Ort gehört zur Gemeinde Felsberg.

1835: 8 Juden

1861: 24 Juden

1933: 10 Familien mit ca. 35 Seelen

Der Friedhof liegt in Obervorschütz.

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Zum Untergericht Gensungen gehörten 1556: Gensungen, Beuern, Helmshausen, Hesslar, Hesserode, Melgershausen. Rhünda und Sundhof samt den Wüstungen Drenhusen, Geroldsdorf, Gerwardeshusen, Lutzelngnade, Oberngensungen, Sconenberg, Solnhusen und Wimedehusen (Landau, Beschreibung des Hessengaues, S. 89-91).

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Gensungen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4899> (Stand: 5.12.2018)
 
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