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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 43. Altmorschen

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Altmorschen

Ortsteil · 195 m über NN
Gemeinde Morschen, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8,5 km südöstlich von Melsungen

Lage und Verkehrslage:

Chaussee nach Melsungen (über Schwerzelfurt) und Rotenburg an der Fulda. Anbindung an das Straßenverkehrsnetz über die Bundesstraße B83, die Landesstraße L3225, sowie die Kreisstraßen K131 und K133.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • locus (1. Hälfte 9. Jahrhundert)
  • villa (1. Hälfte 9. Jahrhundert)
  • curtis (1061)
  • cives de Morsne (1238) (UA Kappel)

Ortsteile:

  • Altmorschen
  • Eubach (01.07.1971 - 31.12.1973)
  • Wichte (31.12.1971 - 31.12.1973)
  • Binsförth (01.04.1972 - 31.12.1973)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3543338, 5659574
UTM: 32 U 543247 5657750
WGS84: 51.06963465° N, 9.617243394° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634015010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 462, davon 348 Acker (= 75.32 %), 48 Wiesen (= 10.39 %), 3 Holzungen (= 0.65 %)
  • 1961 (Hektar): 1843, davon 1234 Wald (= 66.96 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Altmorschen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1400: Landgrafschaft Hessen, Amt Spangenberg
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg, Ort Fulda
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Spangenberg
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Melsungen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Melsungen

Gericht:

  • Zum Gericht Morschen gehörig
  • vor 1822: Amt Spangenberg
  • 1822: Justizamt Spangenberg
  • 1867: Amtsgericht Spangenberg
  • 1879: Amtsgericht Spangenberg
  • 1943: Amtsgericht Melsungen (Zweigstelle Spangenberg)
  • 1970: Amtsgericht Melsungen

Herrschaft:

Morschen war seit 1350 Zubehör des Amtes Spangenberg mit den Ortschaften Altmorschen, Binsförth, Eubach, Heine, Heinebach, Konnefeld, Neumorschen sowie den Wüstungen Godelbach, Leinbach, Lumerode, Niederwichte, Rangenrode, Schonewald, Steinbach, Wassenhusen, Wildesberg und die Burg Wildenberg (Landau, Hessengau 110-113).

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1971 schloss sich im Zuge der hessischen Gebietsreform die Gemeinde Altmorschen mit der Gemeinde Eubach zur nunmehr größeren Gemeinde Altmorschen zusammen. Am 31.12.1971 kam die Gemeinde Wichte als weiterer Ortsteil hinzu, am 1.4.1972 schließlich die Gemeinde Binsförth.

Am 1.1.1974 ging die inzwischen aus vier Gliedern bestehende Gemeinde Altmorschen in der neuen (Groß-)Gemeinde Morschen auf, wobei Altmorschen selbst nicht nur wie die anderen drei Dörfer ein eigener Ortsteil wurde, sondern auch zum Sitz der (Groß-)Gemeinde aufstieg.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Morschen war alter Besitz des Klosters Fulda. Die Vogteirechte hatten die Grafen von Ziegenhain inne.
  • Im Zeitraum von 1214-1235 erwarb Hermann von Treffurt den Ort. Er und seine Erben nahmen die Vogtei von Ziegenhain und das gesamte Gericht von Fulda zu Lehen.
  • 1350 verkauften die von Treffurt das Gericht an Hessen.
  • 1318 erhält das Kloster Heydau Besitz in Altmorschen von denen von Liembahc geschenkt.
  • 1325 erhält das Kloster Besitz in der Ortschaft von denen von Spangenberg und besitzt damit das gesamte Dorf.
  • 1331 verkaufen die Herren von Treffurt das Gericht Altmorschen an das Kloster Heydau.

Ortsadel:

Adlige 1250-1254 (UA Haina).

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1270 übergab Hermann von Spangeberg die Pfarrei dem Kloster Heydau. 1318 wurde sie dem Kloster einverleibt und zusammen mit ihrem Filial Neumorschen nach Eubach eingepfarrt.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Matthias Bengel 1527 bis ca. 1543

Kultur

Schulen:

Schulmeister: Pfarrer Georg Paulus aus Wichte 1555 bis ca. 1560

Wirtschaft

Markt:

1238 hatte Altmorschen zusammen mit Konnefeld teil am Marktrecht von Wichte (UA Kappel).

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Altmorschen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4863> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde