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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 64. Neukirchen

Schorbach

Ortsteil · 350 m über NN
Gemeinde Ottrau, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6 km südöstlich von Neukirchen.

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit komplexem Grundriss beiderseits des Schorbachs. Von Nordwesten einmündend ein kleines Seitental. Hauptkomplex der Siedlung mit regellosem Grundriss auf nach Osten auslaufendem Hang rechts des Schorbachs. Am Westrand des Ortes Kirche in erhöhter Lage (Kirchberg). In der Talaue beiderseits des Schorbachs lineare Bebauung.

Straßen von Görzhain bzw. Weißenborn vereinigen sich am Süd-Rand des Ortes zu einem Strang nach Olberode (mit Anschluss an die Bundesstraße 454).

Ersterwähnung:

1223

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Steinmühle;
  • Wüstung Niederschorbach.

Umlegung der Flur:

1930/1932

Älteste Gemarkungskarte:

1772

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3528937, 5633644
UTM: 32 U 528851 5631830
WGS84: 50.83746129° N, 9.409734883° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634020050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 730 stellbares Land, 249 Wiesen, 24 Gärten, 108 Triesche.
  • 1885 (Hektar): 358, davon 198 Acker (= 55.31 %), 64 Wiesen (= 17.88 %), 28 Holzungen (= 7.82 %)
  • 1961 (Hektar): 548, davon 186 Wald (= 33.94 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 31 Hausgesesse.
  • 1639: 19 hausgesesse Männer, 4 Witwen, 19 unmündige Waisen. 1681: 26 Hausgesesse, 2 Ausschuss.
  • 1776: 2 Schmiede, 1 Wagner, 1 Schreiner, 2 Maurer, 1 Küfer, 1 Schneider, 3 Müller, 1 Krämer, 4 Leineweber, die aber Ackerleute sind.
  • 1776: 48 Wohnhäuser mit 242 Einwohnern.
  • 1834: 362, 1885: 388 Einwohner.
  • 1838 (Familien): 36 Ackerbau, 14 Gewerbe, 24 Tagelöhner.
  • 1861: 374 evangelisch-reformierte Einwohner.
  • 1885: 388, davon 388 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 355, 1939: 358, 1950: 537, 1961: 374 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 122 Land- und Forstwirtschaft, 65 produzierendes Gewerbe, 10 Handel und Verkehr, 9 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 374, davon 335 evangelisch (= 89.57 %), 35 katholisch (= 9.36 %)

Diagramme:

Schorbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1366 und später: Gericht (Amt) Oberaula (ziegenhainischer Anteil)
  • 1807-1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Oberaula
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Oberaula
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Ziegenhain

Gericht:

Gemeindeentwicklung:

1928: Eingemeindung eines Teils des aufgelösten Gutsbezirks Forst Oberaula.

Am 1.4.1972 mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Ottrau zusammengeschlossen, deren Ortsteil Schorbach seitdem ist.

Besitz

Ortsadel:

1313-1356;

1441 waren die von Schorbach ausgestorben (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 432).

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1465: nach Oberaula,

1569 und später: nach (Ottrau-)Neukirchen eingepfarrt.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Neukirchen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Neukirchener Pfarrer Albert Dörbecker ab 1527.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1605

Wirtschaft

Mühlen:

1776 befindet sich im Ort die sogenannte Dorfmühle, die damals über 1 oberschlächtigen Mahlgang verfügte und landesherrliches Lehen war.

In diesem Jahr sind für Schorbach 3 Müller verzeichnet (vgl. Einwohnerstatistik).

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Schorbach, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4743> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde