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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 51. Gilserberg

Schönau

Ortsteil · 345 m über NN
Gemeinde Gilserberg, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

13 km nordwestlich von Ziegenhain.

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in der Quellmulde des Humbachs. Abgesetzt vom Ortskern Kirche mit Kirchhof in erhöhter Lage.

Straßenverbindungen nach Schönstein, Moischeid bzw. Gilserberg und südöstlich des Ortes zur Bundesstraße 3 (alte Landstraße Frankfurt (Main) - Kassel).

Ersterwähnung:

1264

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • dorf 1362 (Urkunden H Grafschaft Ziegenhain).

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1894/1900

Älteste Gemarkungskarte:

1837

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3505280, 5648616
UTM: 32 U 505204 5646796
WGS84: 50.97274308° N, 9.074115898° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634006080

Flächennutzungsstatistik:

  • a) Gesamtgemarkung (Schwankungen vgl. Siedlungsentwicklung):
  • 1838 (Kasseler Acker): 754 stellbares Land, 323 Wiesen, 37 Gärten, 53 Triesche.
  • 1885 (Hektar): 233, davon 161 Acker (= 69.10 %), 50 Wiesen (= 21.46 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 500, davon 248 Wald.
  • b) Herrschaftlicher (landgräflicher) Hof (vgl. Besitz):
  • 1776: ca. 964 Kasseler Acker Land, ca. 103 Acker Wiesen und ca. 5 Acker Garten.

Einwohnerstatistik:

  • 1576: 17, 1585: 19 Hausgesesse.
  • 1639: 12 Männer, 4 Witwen. 1681: 15 Hausgesesse, 1 Ausschuss, 1 Junggeselle.
  • 1776: 3 Müller, 2 Schmiede, 1 Wagner, 1 Schneider, 1 Branntweinbrenner, 6 Tagelöhner, 2 Schäfer.
  • 1776: 36 Wohnhäuser, 251 Einwohner.
  • 1838 (Familien): 25 Ackerbau, 30 Gewerbe, 39 Tagelöhner.
  • 1838: 432, 1885: 228 Einwohner.
  • 1861: 333 evangelisch-reformierte Einwohner.
  • 1885: 228, davon 228 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 229, 1939: 214, 1950: 297, 1961: 239 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 96 Land- und Forstwirtschaft, 26 produzierendes Gewerbe, 6 Handel und Verkehr, 4 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 239, davon 222 evangelisch (= 92.89 %), 17 katholisch (= 7.11 %)

Diagramme:

Schönau: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1360/67: Gericht Frankenhain
  • 1368: Amt Schönstein
  • 1807-1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Jesberg
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Treysa
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Ziegenhain

Gericht:

  • 1822: Justizamt Treysa.
  • Seit 1867: Amtsgericht Treysa.
  • 1933-1943: Amtsgericht Gemünden.
  • 1943-1968: Amtsgericht Kirchhain.
  • Seit 1968: Amtsgericht Treysa.

Gemeindeentwicklung:

1843: Mit der Bildung der Gemeinde Schönstein wird der Nord-Teil der Gemarkung Schönau jener zugeschlagen.

1928: Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Densberg.

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur neuen Gemeinde Gilserberg zusammengeschlossen, deren Ortsteil Schönau wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1297 lassen die Grafen von Ziegenhain dem Erzstift Mainz ihre Dörfer Schönau, Treisbach und Frankenhain, von denen sie insgesamt 24 Mark Einkünfte beziehen, als Burglehen auf, das für die Burgdienste der Grafen auf der Amöneburg bestimmt ist.
  • 1350 belehnen die Grafen von Ziegenhain den Wäppner Hermann von Schweinsberg mit einem Erbburgsitz auf Schloss Schönstein, der mit gräflichen Einkünften in Schönau ausgestattet ist.
  • 1362 verpfänden die Grafen von Ziegenhain Hermann von Schweinsberg und seinen Erben ihre Korngülte zu Schönau.
  • 1360/67 beziehen die Grafen in Schönau Einkünfte von 24 Hufen sowie den großen und kleinen Zehnten im gesamten Dorf.
  • 1557 sind neben den Zehnten 5 halbe Hufen den Landgrafen dienstbar.
  • 1515 verpfänden die Klauer Kloster Immichenhain ihren freien Hof zu Schönau, der vor dem Schönstein gelegen ist.
  • 1569 wieder im Besitz der Klauer (S 59).
  • 1776: herrschaftlicher (landgräflicher) Hof, der ca. 964 Kasseler Acker Land, ca. 103 Acker Wiesen und ca. 5 Acker Garten umfasst und neunjährlich an Einwohner im Dorf verliehen wird.

Zehntverhältnisse:

1360/67 beziehen die Grafen in Schönau Einkünfte von 24 Hufen sowie den großen und kleinen Zehnten im gesamten Dorf.

1557 sind neben den Zehnten 5 halbe Hufen den Landgrafen dienstbar.

Ortsadel:

1264 (Klosterarchiv V Nr. 419).

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1569 und später: nach Sebbeterode eingepfarrt.

1747 und später: Filiale von Sebbeterode.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Grüsen.

Wirtschaft

Mühlen:

1557 und 1576 zinsen die Mühle "neben dem Dorf" (siehe Hüchelmühle) und die Mühle "unter dem Dorf" (siehe Schloßmühle) an die Landgrafen.

1776: 3 Müller (vgl. Einwohnerstatistik).

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Schönau, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4738> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde