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5021 Ziegenhain
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 52. Ziegenhain

Rommershausen

Stadtteil · 208 m über NN
Gemeinde Schwalmstadt, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Hof

Lagebezug:

4,5 km nordwestlich von Ziegenhain.

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in einer Flußschleife der Schwalm. Im Zentrum des Ortes Kirche mit ummauertem Kirchhof. Am Nord-Rand des Ortes Schlossanlage mit Park. Im Westen zwischen Dorfstraße und Mühlgraben zugehöriger Wirtschaftshof mit Mühle. Im Südwesten ein weiterer Gutshof. Moderne Bebauung im Osten.

Straße nach Treysa;

Straße nach Allendorf mit Abzweig nach Dittershausen.

Ersterwähnung:

1205/16

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Wüstung Breitenbach (?)

Burgen und Befestigungen:

Umlegung der Flur:

1889/1919

Älteste Gemarkungskarte:

1773

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3513022, 5644085
UTM: 32 U 512943 5642267
WGS84: 50.93189164° N, 9.184178195° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634022090

Flächennutzungsstatistik:

  • 1782: 252 Kasseler Acker Land, ca. 170 Acker Wiesen, ca. 16 Acker Garten, ca. 107 Acker Land.
  • 1838 (Kasseler Acker): 800 stellbares Land, 408 Wiesen, 40 Gärten, 24 Triesche, 915 Wald.
  • 1885 (Hektar): 544, davon 158 Acker (= 29.04 %), 59 Wiesen (= 10.85 %), 286 Holzungen (= 52.57 %)
  • 1895 umfasste das damalige Rittergut Rommershausen der Schwertzell von Willingshausen: 138 Hektar, davon 76 Hektar Acker, 34 Hektar Wiesen, 2 Hektar Hute, 24 Hektar Wald.
  • 1961 (Hektar): 644, davon 328 Wald (= 50.93 %)
  • Frei-adliger Hof Rommershausen:
  • Gemarkung Rommershausen:
  • Hinzu kam die an der Schwalm gelegene Dorfmühle mit (1789) 2 Mahl-, 1 Schlag- und 1 Schneidegang (unterschlächtig).
  • Rittergut Rommershausen:

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 14 Männer. 1585: 20 Hausgesesse.
  • 1639: 13 Männer, 2 Witwen. 1681: 16 Hausgesesse.
  • 1782: 1 Schmied, 1 Leineweber, 2 Branntweinbrenner und -schenken, 1 Müller, 2 Lohnschäfer, 1 Tagelöhner, 4 Tagelöhnerinnen.
  • 1782: 22 Wohnhäuser, 223 Einwohner.
  • 1834: 401, 1885: 284 Einwohner.
  • 1838 (Familien): 22 Ackerbau, 14 Gewerbe, 26 Tagelöhner.
  • 1861: 364 evangelisch-reformierte Einwohner.
  • 1885: 255, davon 251 evangelisch (= 98.43 %), 4 katholisch (= 1.57 %)
  • 1925: 329, 1939: 374, 1950: 550, 1961: 469 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 86 Land- und Forstwirtschaft, 84 produzierendes Gewerbe, 35 Handel und Verkehr, 18 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 469, davon 422 evangelisch (= 89.98 %), 31 katholisch (= 6.61 %)

Diagramme:

Rommershausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1368 verpfänden die Grafen von Ziegenhain ihre Dörfer Rommershausen, Dittershausen und die Wüstung Breitenbach für 640 gute kleine Goldgulden an die von Urff.
  • Seit 1644 ist Rommershausen einschliesslich der niederen Gerichtsbarkeit landgräfliches Mannlehen der Familie von Hoff, nach deren Aussterben von deren Erben, der von Hattenbach, von Schwertzell und von Boyneburg. Die hohe Gerichtsbarkeit verblieb beim Landesherrn.
  • 1360/67: Gericht auf den Wasen (Amt Ziegenhain)
  • 1448: Auslösung der Pfandschaft. Seitdem wieder mit allen Rechten Zubehör des Amtes Ziegenhain
  • 1807-1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Ziegenhain
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Ziegenhain
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Ziegenhain

Gericht:

  • 1807: Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit.
  • 1822: Justizamt Ziegenhain.
  • Seit 1867: Amtsgericht Ziegenhain.
  • Seit 1945: Amtsgericht Treysa.

Herrschaft:

1368 verpfänden die Grafen von Ziegenhain ihre Dörfer Rommershausen, Dittershausen und die Wüstung Breitenbach für 640 gute kleine Goldgulden an die von Urff.

1448: Auslösung der Pfandschaft. Seitdem wieder mit allen Rechten Zubehör des Amtes Ziegenhain.

Seit 1644 ist Rommershausen einschliesslich der niederen Gerichtsbarkeit landgräfliches Mannlehen der Familie von Hoff, nach deren Aussterben von deren Erben, der von Hattenbach, von Schwertzell und von Boyneburg. Die hohe Gerichtsbarkeit verblieb beim Landesherrn.

1807: Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit.

Gemeindeentwicklung:

1928: Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Rommershausen.

Am 31.12.1970 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Stadtgemeinde Schwalmstadt, deren Stadtteil Rommershausen wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1311 bestätigt Graf Johann von Ziegenhain, dass Ludwig von Gleimenhain dem Kloster Immichenhain mit seiner Tochter zugleich 2 Höfe zu Rommershausen, welche vormalen eine curtis gewesen und superior curtis genannt wurden, geschenkt habe (Brauer, Ziegenhain, S. 31 Anm. 87).
  • 1360/67 zinst ein gräflich-ziegenhainisches Gut in Rommershausen an den Küchenmeister im Schloss zu Ziegenhain.
  • 1501 verschreibt Johann Krengel zu Rommershausen Klaus Ronen, Schultheiß zu Treysa, eine jährliche Gülte aus seinem Hof und Gut zu Rommershausen.
  • 1503 von Klaus Ronen an Kloster Haina verschrieben.
  • 1516 belehnt Landgraf Philipp Johann Krengel mit dessen von den von Schweinsberg erkauften Güter.
  • 1532 verpfändet der Wäppner Georg Krengel Einkünfte aus seinem freien Hof zu Rommershausen.
  • 1535 überträgt Landgraf Philipp seinem Rat Reichard Rink den (bislang verpfändeten) Hainaer Hof zu Rommershausen, den dieser einlöst und übernimmt.
  • Ferner verfügen 1569 Heinrich Neinder und die Rau über freie Höfe in Rommershausen.
  • Der Rink`sche Hof gelangt 1644 in den Besitz des Geheimen Rats und Hofmarschalls von Hoff, nach Aussterben der von Hoff 1734 an deren Erben, die von Hattenbach, von Schwertzell und von Boyneburg.
  • 1782 umfasste dieser frei-adelige Hof: 252 Kasseler Acker Land, ca. 170 Acker Wiesen, ca. 16 Acker Garten, ca. 107 Acker Land. Hinzu kam die an der Schwalm gelegene Dorfmühle mit (1789) 2 Mahl-, 1 Schlag- und 1 Schneidegang (unterschlächtig).
  • 1895 umfasste das damalige Rittergut Rommershausen der Schwertzell von Willingshausen: 138 Hektar, davon 76 Hektar Acker, 34 Hektar Wiesen, 2 Hektar Hute, 24 Hektar Wald.
  • Das herrschaftliche Schloss als lockere, dreiflügelige Anlage mit umlaufender Mauer und anschließenden Park im englischen Stil. Anlage seit 1549 erbaut.

Ortsadel:

1205/16 - 1420.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Pfarrei 1360/67 (S 635 ZU II).

Patrozinien:

  • Nikolaus.

Pfarrzugehörigkeit:

1569 und 1580 wurde die Pfarrei von Allendorf versehen.

1585 wieder selbständig.

1527 und später: Dittershausen eingepfarrt.

Seit Anfang 17. Jahrhundert von Allendorf,

1788-1828 von Treysa,

seit 1834 mit kurzer Unterbrechung wieder bei Allendorf.

Seit 1900 wieder selbständige Pfarrei; eingepfarrt: Filiale Frankenhain, Dittershausen.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Konrad Schaff 1547

Reformierter Bekenntniswechsel: 1605

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Treysa.

Wirtschaft

Mühlen:

1782: 1 Müller.

Die an der Schwalm gelegene und zum frei-adeligen Hof gehörende Dorfmühle hatte 1789 2 Mahl-, 1 Schlag- und 1 Schneidegang (unterschlächtig).

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Rommershausen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4713> (Stand: 16.10.2018)
 
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