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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 51. Gilserberg

Kalte Hainbuche

Wüstung · 424 m über NN
Gemarkung Itzenhain, Gemeinde Gilserberg, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Gerichtsplatz; Sonstiges; Wüstung

Lagebezug:

12 km westlich von Ziegenhain.

Lage und Verkehrslage:

Berg im Grenzbereich der Gemarkungen von Itzenhain und Gilserberg

Ersterwähnung:

1360/67

Letzterwähnung:

1368

Historische Namensformen:

  • kaldin Henbuchin, gericht (an) der (1360/67) [S 635 ZU II]
  • Kalden Haynbuche, an der
  • Hainbuche, Kalte

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3504750, 5644250
UTM: 32 U 504674 5642432
WGS84: 50.93350173° N, 9.066513718° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

63400604002

Verfassung

Altkreis:

Ziegenhain

Gericht:

  • Vor 1366 ist das Gericht an der Kalten Hainbuche zu einem nicht näher umschriebenen Teil wittgensteinisches Lehen der von Sichertshausen, 1366 und später von deren Erben, der von Bellnhausen.
  • Vor 1360/67 erwirbt Graf Gottfried VII. von Ziegenhain einen Teil des Gericht von ungenannten Vorbesitzern.
  • 1360/67 ist die Hälfte des Gerichts im Besitz der Rüsser und von Sarnau (S 635 ZU II).
  • Im Unterschied zu den ziegenhainischen Rechten im Gericht betraf das wittgensteinische Lehen offenbar nur grundherrliche Rechte; so jedenfalls im 16. Jahrhundert, als ungeachtet der fortdauernden wittgensteinischen Belehnungen der von Bellnhausen bzw. der Schenk die hohe und niedere Gerichtsbarkeit von den Landgrafen als den Rechtsnachfolgern der Ziegenhainer allein beansprucht wurde (Brauer, ZiegenhainS. 65, Anm. 165).
  • Seit der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts ist der ziegenhainische Anteil am Gericht an der Kalten Hainbuche zusammen mit dem Amt Schönstein wiederholt verpfändet (s. u. Schönstein, Verwaltungsbezirk). Von einer eigenen Gerichtsbarkeit verlautet im 14. Jahrhundert und später nichts, obgleich eine solche für die Zeit der Mehrherrigkeit anzunehmen wäre. Fraglich bleibt, zu welchem Zeitpunkt die Ziegenhainer Grafen bzw. die Landgrafen die ausschließliche Gerichtsbarkeit über die Dörfer des Gerichts erlangten. Von einer Tätigkeit des Gerichts verlautet im 14. Jahrhundert und später nichts mehr.
  • Als ursprüngliche Malstatt des Gerichts käme der namengebende Berg, dessen Spitze in der heutigen Gemarkung Itzenhain liegt, in Frage.
Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

1360/67 umfasste das Gericht Appenhain, Itzenhain und Wittgenhain.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Kalte Hainbuche, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4640> (Stand: 8.11.2017)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde