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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 51. Gilserberg

Itzenhain

Ortsteil · 350 m über NN
Gemeinde Gilserberg, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Hof

Lagebezug:

12 km westlich von Ziegenhain.

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen in Talmündungslage. Kirche in zentraler Lage innerhalb des alten Ortskerns, der ehemals einen annähernd quadratischen Umriss aufwies (TK Kurfürstentum Hessen 1857). Nach Nordwesten abgesetzt zwei größere Gehöfte des 19. Jahrhunderts.

Straßen von Gilserberg, Appenhain (über Bellnhausen) und Winterscheid treffen im Ortsbereich aufeinander.

Ersterwähnung:

1197

Historische Namensformen:

  • Eichagene, in (1197) (Urkunden A II Kloster Spieskappel)
  • Eizenhein (um 1240) (Kopiar)
  • Eitzenhagen, de (1253)
  • Enzinhain, de (1312)
  • Eyzenhayn (1314, 1319)
  • Itzenhain (1585)

Bezeichnung der Siedlung:

  • villula um 1240 (Klosterarchive V Nr. 120).
  • Dorf 1341.
  • Hof 1557.

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Bellnhausen,
  • Wüstung Kalte Hainbuche.

Umlegung der Flur:

1951/1954

Älteste Gemarkungskarte:

1754

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3504472, 5643372
UTM: 32 U 504396 5641555
WGS84: 50.92561155° N, 9.062548438° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634006040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 425 stellbares Land, 159 Wiesen.
  • 1885 (Hektar): 132, davon 75 Acker (= 56.82 %), 19 Wiesen (= 14.39 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 284, davon 18 Wald (= 6.34 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1557 und 1585: 10 Hausgesesse.
  • 1639: 5, 1681: 7 Hausgesesse.
  • 1776: 1 Schmied, 2 Leineweber, 1 Schneider, 3 Pottaschensieder, 1 Schäfer.
  • 1776: 10 Hausgesesse, 70 Einwohner.
  • 1838 (Familien): 11 Ackerbau, 2 Gewerbe, 6 Tagelöhner.
  • 1838: 130, 1885: 136 Einwohner.
  • 1861: 110 evangelisch-reformierte Einwohner, 7 Mitglieder abweichender Sekten.
  • 1885: 103, davon 103 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 120, 1939: 133, 1950: 188, 1961: 167 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 69 Land- und Forstwirtschaft, 15 produzierendes Gewerbe, 1 Handel und Verkehr, 3 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 167, davon 119 evangelisch (= 71.26 %), 48 katholisch (= 28.74 %)

Diagramme:

Itzenhain: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1360/67: Gericht zur Kalten Hainbuche, das 1368 zur Hälfte, später ganz zum Amt Schönstein rechnet
  • 1807-1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Jesberg
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Treysa
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Ziegenhain

Gericht:

Gemeindeentwicklung:

1928: Eingemeindung des größten Teils des aufgelösten Gutsbezirks Bellnhausen.

Am 1.4.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform in die Gemeinde Gilserberg eingegliedert, deren Ortsteil Itzenhain wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1197 hat das Kloster Spieskappel Einkünfte in Itzenhain.
  • Um 1240 vertauscht Werner von Rupertshausen (1263: Werner von Münchhausen genannt) Kloster Haina seine Güter zu Itzenhain. Um die gleiche Zeit erwirbt das Kloster Güteranteile des Johann Drussel und seiner Erben sowie Arnolds von Lindenborn und seiner Erben in Itzenhain; ferner einige zusammenliegende Äcker in der Gemarkung von Itzenhain. Schließlich vertauscht Ludwig von Merzhausen dem Kloster seine Äcker zu Itzenhain und sein Recht an dem sogenannten Markwald des Dorfes für eine Hufe in Witgenhain.
  • 1263 sagt der Hainaer Mönch Konrad von Hörnsheim auf Befragen aus, dass das Kloster die an Ritter Gerlach von Itzenhain vertauschten Güter samt dem Patronat der Kirche von Werner von Münchhausen gegen Güter des Klosters in Schwarzenborn eingetauscht, dann mehr als 20 Jahre besessen und schließlich zum selben Recht an Ritter Gerlach von Itzenhain vertauscht habe.
  • 1314 vermachen die Schleier Kloster Haina Einkünfte aus ihrem Güterbesitz am Ort, die ihre Erben gegen einen anderen gleichwertigen Zins austauschen dürfen.
  • 1322 schenken die von Itzenhain dem Kloster einen Zins aus ihren Gütern in Itzenhain.
  • 1557 gehört der von 4 Beständern bewirtschaftete Hof Itzenhain den von Griffte und Reinhard Schenk als den Erben der von Bellnhausen.

Zehntverhältnisse:

1360/67 ist der Zehnte im Besitz der von Gleimenhain,

1569 im Besitz von Reinhard Schenk und Hans von Griffte.

Um 1585: 3 Viertel von Griffte, 1 Viertel Schenk.

Ortsadel:

1251-1322.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Pfarrkirche 1263 zu erschließen (Klosterarchiv V Nr. 399).

1569 und später: Filiale von Sachsenhausen.

Patronat:

1263 sagt der Hainaer Mönch Konrad von Hörnsheim auf Befragen aus, dass das Kloster die an Ritter Gerlach von Itzenhain vertauschten Güter samt dem Patronat der Kirche von Werner von Münchhausen gegen Güter des Klosters in Schwarzenborn eingetauscht, dann mehr als 20 Jahre besessen und schließlich zum selben Recht an Ritter Gerlach von Itzenhain vertauscht habe.

1360/67 gehört der Kirchsatz den von Gleimenhain und von Bellnhausen (S 635 ZU II).

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Itzenhain, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4638> (Stand: 16.10.2018)
 
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