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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 64. Neukirchen

Hausen

Ortsteil · 332 m über NN
Gemarkung Hausen (Oberaula), Gemeinde Oberaula, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Hof; Stadt

Lagebezug:

8,5 km östlich von Neukirchen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen im Tal bzw. Quellkessel des Häuserbachs. Am Westrand des Ortes Gutskomplex mit Schloss. Daran anschließend nach Westen die dörfliche Siedlung mit annähernd rechteckigem Umriss. Gassenführung teilweise nach Rippenschema. Kirche in nördlicher Randlage. Moderne Bebauung im Süden und vor allem im Norden.

Auf die Straße Weißenborn - Oberaula stoßen im Ortsbereich Straßen von Wahlshausen bzw. Ibra.

Bahnhof der 1907 erbauten Eisenbahnlinie Treysa - Niederaula - Hersfeld [= Bad Hersfeld], die aber heute in Richtung Osten nur noch bis Oberaula führt.

Ersterwähnung:

1165

Siedlungsentwicklung:

1323 erhält Kloster Fulda von Kaiser Ludwig dem Bayern das Recht, Hausen zur Stadt mit Frankfurter Recht zu erheben.

Stadtrecht nach der Zerstörung des Ortes 1356 in Vergessenheit geraten

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Münzenmühle
  • Wüstung Münzenbach
  • Wüstung Limolderode
  • Wüstung Wüsterod

Burgen und Befestigungen:

Umlegung der Flur:

1908/1932

Älteste Gemarkungskarte:

1772

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3532233, 5634294
UTM: 32 U 532146 5632480
WGS84: 50.84313018° N, 9.45658048° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634019020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1778 (Kasseler Acker): 333 Land, 166 Wiesen und Gärten, 64 Hute und Triesche, 1820 Wald
  • 1778 gehört zu dem adligen Burgsitz der von Dörnberg ein Meierhof, bestehend aus 1 Haus mit Scheuer und Stallungen, 1 Förster-, 1 Wirts- und 1 Schäferhaus
  • 1838 (Kasseler Acker): 866 stellbares Land, 570 Wiesen, 9 Gärten, 40 Triesche
  • 1885 (Hektar): 263, davon 94 Acker (= 35.74 %), 74 Wiesen (= 28.14 %), 1 Holzungen (= 0.38 %)
  • 1895 (Hektar): 4641, davon 158 Ackerland, 46 Wiesen, 10 Hutung, 4426 Wald
  • 1961 (Hektar): 929, davon 555 Wald (= 59.74 %)
  • Der Hofkomplex umfasst an Ländereien:
  • Gemarkung:
  • Meierhof:

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 26 Hausgesesse
  • 1681: 10 Hausgesesse
  • 1778: 17 Ackerleute, 2 Böttner, 1 Wagner, 2 Schmiede, 3 Schneider, 1 Schuhmacher, 1 Schreiner, 1 Zimmermann, 1 Handelsjude, 1 Müller, 1 Maurer und Ziegelbrenner, 8 Tagelöhner
  • 1778: 48 Häuser, 257 Einwohner
  • 1834: 452, 1885: 387 Einwohner
  • 1838 (Familien): 13 Ackerbau, 5 Gewerbe, 4 Tagelöhner
  • 1861: 390 evangelisch-reformierte Einwohner, 29 Juden
  • 1885: 352, davon 322 evangelisch (= 91.48 %), 0 katholisch, 30 Juden (= 8.52 %)
  • 1961: 404, davon 379 evangelisch (= 93.81 %), 20 katholisch (= 4.95 %)

Diagramme:

Hausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1585 und später: adliges Dorf im Gericht (Amt) Oberaula
  • 1807-1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Oberaula
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Oberaula
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Ziegenhain

Gericht:

  • Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit: 1807
  • 1822: Justizamt Oberaula
  • Seit 1867: Amtsgericht Oberaula
  • Seit 1945: Amtsgericht Neukirchen
  • 1879: Amtsgericht Oberaula

Herrschaft:

1311 weist Kloster Fulda seinem Burgmann, Ritter Werner von Löwenstein genannt von Schweinsberg, Hausen als möglichen Burgsitz zu (Schunder, Die von Loewenstein 2, Nr. 113).

1329 verpfändet Fulda Burg Hausen mit Zubehör an die von Lißberg und von Romrod für 500 Pfund Heller.

1336 befinden sich die von Lißberg in alleinigem Pfandbesitz, 1340 wahrscheinlich der Amtmann Johann Krengel.

1356-1369 ist die Burg im Pfandbesitz Heinrichs von Haune, seit 1369 der von Falkenberg.

1400 verkauft Fulda seine Eigentumsrechte an Hausen und den Gerichten Oberaula, Breitenbach und Lingelbach dem Erzstift Mainz, das diese für 3700 Gulden an die von Falkenberg versetzt (bis ca. 1421).

1425 im Pfandbesitz der von Schlitz, später Heinrichs von Schenkwald.

1463 erwerben die von Dörnberg Schloss Hausen und die mainzischen Anteile der Gerichte Oberaula und Breitenbach.

1585 und später: adliges Dorf im Gericht (Amt) Oberaula.

Gemeindeentwicklung:

1928: Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Hausen und eines Teils des aufgelösten Gutsbezirks Breitenbach (von Dörnberg)

Am 1.4.1972 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss der Gemeinden Hausen und Oberhausen zur neu gebildeten Gemeinde Oberaula, deren Stadtteil Hausen seitdem ist.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • um 1160 bestimmt Abt Marquard von Fulda unter anderem die Einkünfte aus Hausen auf Dauer für die Mahlzeit der Mönche im Kloster Fulda.
  • 1330 vertauschen der Wäppner Konrad von Reckerode und seine Frau den Grafen von Ziegenhain ihr Gut zu Christerode gegen die Mühle vor dem Haus (Schloß) zu Hausen.
  • 1778 gehört zu dem adligen Burgsitz der von Dörnberg ein Meierhof, bestehend aus 1 Haus mit Scheuer und Stallungen, 1 Förster-, 1 Wirts- und 1 Schäferhaus (Ländereien siehe unter Flächennutzung).
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Bis 1465 Filiale von Oberaula

Seit 1465: Pfarrei mit Filiale Ibra

1535 wird Hausen vom Pfarrer in Oberaula mit versehen

Seit 1690 Vikariat von Oberaula mit Filiale Ibra

Patronat:

1465 und später haben die von Dörnberg den Patronat der Kirche.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes (Molenheim?) ca. 1535

Reformierter Bekenntniswechsel: 1605/07

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Archidiakonat St. Johann Mainz (erschlossen)

Juden:

Der Ort ist der Gemeinde Oberaula angeschlossen.

1744: 3 jüdische Familien

1778: 1 Handelsjude

1861: 29 Juden

1905: 24 Juden; 1932/33: 2 Juden

Kultur

Historische Ereignisse:

1356 wird die Stadt durch Landgraf Otto den Schütz eingeäschert.

1468 wird Hausen von den Scharen Landgraf Ludwigs II. vergebens bestürmt.

1642 wird der Ort von bayerischen Truppen geplündert.

Wirtschaft

Mühlen:

1330 vertauschen der Wäppner Konrad von Reckerode und seine Frau den Grafen von Ziegenhain ihr Gut zu Christerode gegen die Mühle vor dem Haus (Schloß) zu Hausen.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hausen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4605> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde