Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
5121 Schrecksbach
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 63. Schrecksbach

Gungelshausen

Ortsteil · 223 m über NN
Gemeinde Willingshausen, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Gehöftgruppe

Lagebezug:

5 km südlich von Ziegenhain.

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss (Gehöftgruppe) in einer flachen Talmulde auf dem rechten Antreffufer.

An der Straße von Merzhausen nach Leimbach bzw. Zella.

Ersterwähnung:

1258

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Wüstung Heckershausen.

Umlegung der Flur:

1877/1879

Älteste Gemarkungskarte:

1720

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3516389, 5636779
UTM: 32 U 516308 5634964
WGS84: 50.86613236° N, 9.231745508° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634026010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 423 stellbares Land, 155 Wiesen, 17 Gärten, 35 Triesche.
  • 1885 (Hektar): 151, davon 94 Acker (= 62.25 %), 36 Wiesen (= 23.84 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 172, davon 6 Wald (= 3.49 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 8 Hausgesesse.
  • 1639: 2, 1681: 4 Hausgesesse.
  • 1746: 1 Schmied, 1 Wagner, 1 Müller.
  • 1746: 8 Wohnhäuser, 44 Einwohner.
  • 1834: 77, 1885: 69 Einwohner.
  • 1838 (Familien): 5 Ackerbau, 3 Gewerbe, 2 Tagelöhner.
  • 1861: 76 evangelisch-reformierte Einwohner.
  • 1885: 69, davon 69 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 71, 1939: 54, 1950: 86, 1961: 52 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 25 Land- und Forstwirtschaft, 1 produzierendes Gewerbe, 1 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 52, davon 49 evangelisch (= 94.23 %), 3 katholisch (= 5.77 %)

Diagramme:

Gungelshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1360/67 und später: Gericht auf den Wasen (Amt Ziegenhain)
  • 1807-1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Treysa
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Treysa
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Ziegenhain

Gericht:

Gemeindeentwicklung:

Vom 31.12.1971 bis 31.12.1973 im Zuge der hessischen Gebietsreform der Gemeinde Zella eingegliedert und als Ortsteil der Gemeinde Antrefftal angeschlossen. Nach deren Auflösung seit dem 1.1.1974 Ortsteil der Gemeinde Willingshausen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1258 bekundet Abt Heinrich von Fulda, dass Ritter Konrad Flemming seine Eigenhufe zu Gungelshausen Kloster Haina übergeben hat.
  • 1294 verzichtet Johann von Homberg auf alle Ansprüche gegenüber Haina wegen einiger Güter zu Gungelshausen.
  • 1343 verzichtet Kloster Hersfeld auf lehnsrechtliche Ansprüche auf Güter, die Kloster Haina bis dahin in Gungelshausen erworben hatte.
  • 1378 bekennen der Burgmann zu Hattenbach, Dietzel von Frilingen, und seine Angehörigen, dass sie Kloster Immichenhain ihr Gut zu Gungelshausen verkauft hätten.

Zehntverhältnisse:

1377 bekennen die Kuppel, dass sie mit lehnsherrliche Einwilligung Kloster Hersfelds und der Grafen von Ziegenhain den Zehnten zu Gungelshausen Kloster Immichenhain verkauft hätten.

Um 1585 ist der Zehnte zu 3 Vierteln landgräflich, zu 1 Viertel landgräfliches Mannlehen der von Linsingen.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1580: nach Loshausen eingepfarrt.

1569, 1585 und später: nach Zella eingepfarrt.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Zella, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Zellaer Pfarrer Pfarrer Johannes Fritsch um 1527.

Wirtschaft

Mühlen:

Um 1585 gehört die Dorfmühle zu dem ehemals hainischen Gut zu Gungelshausen und zinst dem Landgraf vom Wassergang.

1746 ist die Mühle an Henrich Riebeling und Johann Halm verlehnt. Sie verfügte damals über 2 unterschlächtige Mahlgänge und 1 Schlaggang; Mühlenbetrieb eingestellt, Gebäude verfallen (1983).

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Gungelshausen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4596> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde