Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Münzenberg

Stadtteil · 202 m über NN
Gemeinde Münzenberg, Wetteraukreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

13 km nördlich von Friedberg

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Butzbach/West - Grünberg ("Wettertalbahn (I)") von 1904 bis Stillegung der Strecke am 27. Mai 1961.

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3484171, 5590876
UTM: 32 U 484103 5589080
WGS84: 50.45350613° N, 8.77606512° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

440015020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3517, davon 2930 Acker, 581 Wiesen, 7 Wald
  • 1961 (Hektar): 954, davon 34 Wald (= 3.56 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1961: 1245, davon 1057 evangelisch (= 84.90 %), 167 katholisch (= 13.41 %)
  • 1970: 1218 Einwohner

Diagramme:

Münzenberg: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Grafschaft Stolberg-Roßla (Anteil an der Grafschaft Königstein), Amt Ortenberg zu 10/48 (18/48 Landgrafschaft Hessen-Kassel, Grafschaft Hanau-Münzenberg, Amt Dorheim; 15/48 Fürstentum Solms-Braunfels, 5/48 Grafschaft Solms-Laubach, Amt Utphe
  • 1806: Großherzogtum Hessen (Anteile von Solms-Laubach und Solms-Braunfels, der Anteil von Hanau kam 1810)
  • 1820: 18/48 Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Butzbach, 15/48 Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Hungen (zur Standesherrschaft Solms gehörig), 10/48 Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande Provinz Oberhessen, Amt Ortenberg (zur Standesherrschaft Stolberg gehörig), 5/48 Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Utphe (zur Standesherrschaft Solms gehörig)
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Butzbach (für Dom. Und Stolbergschen Anteil)
  • 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Hungen (für Solmsschen Anteil)
  • 1841: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Hungen
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Friedberg
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Friedberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Friedberg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis

Altkreis:

Friedberg

Gericht:

  • 1820: Dom.-Amt Butzbach und standesherrliche Ämter Hungen, Ortenberg und Utphe
  • 1821: Landgericht Friedberg (für Dom. Und Stolbergschen Anteil)
  • 1822: Landgericht Hungen (für Solmsschen Anteil)
  • 1848: Landgericht Butzbach
  • 1879: Amtsgericht Butzbach

Gemeindeentwicklung:

Endgültig Stadt seit 1957.

Zur Entwicklung der im Zuge der hessischen Gebietsreform neu gebildeten Stadtgemeinde s. Münzenberg, Stadtgemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Münzenberg.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1183: Kleriker
  • 1226: Pleban

Pfarrzugehörigkeit:

1376: eigenständige Pfarrei nach Trennung von der Mutterkirche zu Trais-Münzenberg

Patronat:

1255: Ganerbenschaft der Burg Münzenberg

1419: 5/6 Falkenstein und 1/6 Hanau

ab 1419: je 5/12 Eppstein und Solm sowie 1/6 Hanau

1433: Eppsteinischer Anteil zu Eppstein-Königstein

1436: Solmser Anteil an Solms-Lich und Solms-Braunfels

1548: Teilung des Solms-Licher Anteils zwischen Solms-Lich und Solms-Laubach

1550: 20/48 Eppstein-Königstein, 15/48 Solms-Braunfels, 5/48 Solms-Laubach und Solms-Lich, 8/48 Hanau

Klöster:

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Michael Gorr 1554-1570

Wiederholte Versuche, das reformierte und katholische Bekenntnis einzuführen, blieben ohne Erfolg.

Kirchliche Mittelbehörden:

Erzbistum Mainz, Archidiakonat Mariengreden, Dekanat Friedberg, Sendbezirk Münzenberg (aber 1435 nicht der Sendgerichtsbarkeit des Archidiakons unterworfen)

Juden:

Nach der Verfolgung von Juden im 14. Jahrhundert wird eine Ansässigkeit erstmals wieder 1450 bezeugt. 1507 leben 7 Schutzjuden und einige ohne Schutz hier.

Juden besonders im Geldhandel aktiv.

Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Toten in Frankfurt bestattet, in Ausnahmefällen auch in Butzbach.

1423 werden ein Judenbad, sowie eine Synagoge erwähnt.

Kultur

Schulen:

Schule bereits vor der Reformation vorhanden.

Schulmeister: Johannes Heucher 1552-1558

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Münzenberg, Wetteraukreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/12059> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde