Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Lindheim

Ortsteil · 122 m über NN
Gemeinde Altenstadt, Wetteraukreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9 km westlich von Büdingen

Lage und Verkehrslage:

Am Zusammenfluss des Seemenbaches mit der Nidder gelegen, Kern der Altstadt rechts der Nidder.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Nidderau/Heldenbergen-Windecken – Glauburg/Stockheim ("Niddertalbahn I"; "Stockheimer Lieschen") (Inbetriebnahme der Strecke 1.10.1905).

Ersterwähnung:

930

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1266)
  • Dorf (1280)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Von der jüngeren Anlage auf einer von Nidder und Mühlbach gebildeten Insel sind Mauerreste und der sogenannte Hexenturm erhalten.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3498771, 5572783
UTM: 32 U 498697 5570994
WGS84: 50.29106491° N, 8.981705074° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

440001040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 1889, davon 921 Acker, 865 Wiesen, 4 Wald
  • 1961 (Hektar): 662, davon 46 Wald (= 6.95 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1961: 1031, davon 839 evangelisch (= 81.38 %), 174 katholisch (= 16.88 %)
  • 1970: 1352 Einwohner

Diagramme:

Lindheim: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 930: Wettereiba (in pago Uuetereiba)
  • 1787: Freiherr Specht von Bubenheim
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Patrimonialgericht Lindheim
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Patrimonialgericht Lindheim (von Venningen)
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Vilbel
  • 1823: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Nidda
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Büdingen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Büdingen
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis

Altkreis:

Büdingen

Gericht:

  • 1820: Patrimonialgericht Lindheim
  • Januar 1823: Landgericht Groß-Karben
  • Juni 1823: Landgericht Ortenberg
  • 1853: Landgericht Altenstadt
  • 1879: Amtsgericht Altenstadt
  • 1968: Amtsgericht Büdingen

Gemeindeentwicklung:

1855 verliert Enzheim seine politische Selbständigkeit und wird Lindheim eingegliedert.

Am 31.12.1971 wird Lindheim der Gemeinde Altenstadt eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1267 übergeben Winther von Reifenberg und Gertrud seine Frau dem Kloster Haina ihre Güter u.a. in Lindheim.

Zehntverhältnisse:

1266 belehnen Reinhard von Hanau und die übrigen genannten Münzenberger Erben Sibold von Heldebergen mit dem Zehnten zu Lindheim.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Vor 1280: Kapelle
  • 1358: Pfarrer
  • 1448: Pfarrei

Pfarrzugehörigkeit:

Erzbischof Werner v. Mainz an den Dekan und den Kantor des Stifts (St.Bartholomeus) zu Frankfurt: Beauftragt sie, die Verhältnisse zu Lindheim in der Pfarrei Rodenbach, wo Ruprecht v. Büches und seine Ehefrau Luckard eine Kapelle errichten und dotieren wollen, zu untersuchen und gegebenenfalls im Einvernehmen mit der Pfarrei Rodenbach, die Mutterkirche bleiben solle, seine Zustimmung auszusprechen.

Patronat:

1280: Pastor von Rodenbach

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in den 1540er Jahren.

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Adam Ludwig 1562-1576

Kirchliche Mittelbehörden:

Sendbezirk: Dekanat Roßdorf

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Lindheim, Wetteraukreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/12135> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde