Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
5815 Wehen
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Historische Karten
Herzogtum Nassau 1819 – 41. Dasbach

Oberseelbach

Ortsteil · 337 m über NN
Gemeinde Niedernhausen, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

16,7 km nordöstlich von Bad Schwalbach

Lage und Verkehrslage:

Siedlung am Seelbach mit lockerer Gehöft- und Häuseranordnung

Ersterwähnung:

1226-1239

Historische Namensformen:

  • superior Selbach (um 1215-1222) [Kopialbuch von St. Stephan, Mainz: Rotulus iurium et bonorum ecclesiae Sancti Stephani Moguntinae/Cartulaire de St. Etienne de Mayence. Nationalbibliothek Paris, Fonds Latin Nr. 17 794, S. 183-185. Teilabdruck bei Bodmann, Rheingauische Alterthümer 1, S. 43 Anm. k]
  • superior Selebach (um 1226-1239) (Kleipa, Ersterwähnungen, S. 11-13; Falck, Mainzer Regesten 1, Nr. 21)
  • Obernselbach (1283)
  • superior Selebach (um 1300)
  • Oberselbach (1424)
  • Ober Selbach (1566)

Bezeichnung der Siedlung:

  • ville (1226-1239)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3449832, 5561527
UTM: 32 U 449777 5559742
WGS84: 50.18774641° N, 8.296473684° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

439011060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 291, davon 105 Acker (= 36.08 %), 32 Wiesen (= 11.00 %), 140 Holzungen (= 48.11 %)
  • 1961 (Hektar): 292, davon 141 Wald (= 48.29 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1566: 9 Haushaltungen
  • 1648: 1 Haushalt
  • 1821: 109 Einwohner
  • 1885: 144, davon 144 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 220, davon 194 evangelisch (= 88.18 %), 26 katholisch (= 11.82 %)
  • 1970: 367 Einwohner

Diagramme:

Oberseelbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1566: Amt Idstein
  • 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Idstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VII (Kreisamt Idstein)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Untertaunuskreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis:

Untertaunuskreis

Gericht:

  • 1424 zum Gericht Selbacher Grund gehörig
  • bis 1816: Oberamt Idstein
  • 1816: Amt Idstein
  • 1849: Justizamt Idstein
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Idstein
  • 1867: Amtsgericht Idstein

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1977 zur Gemeinde Niedernhausen

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • (um 1215-1222) beklagt das Mainzer Stephanstift den Verlust der Hälfte von Oberseelbach. 1283 verzichtet Gottfried von Eppstein auf den Ort zu Gunsten des Grafen Adolf von Nassau. Das Weistum über die Herrlichkeit der Grafen von Nassau in Niederseelbach wird im Beisein Oberseelbachs ausgestellt. Um 1300 fallen Zinsen an das Kloster Arnstein. 1565 und 1575 befinden sich Güter zu Oberseelbach im Besitz der Grafen von Stolberg als Lehen des Stifts St. Stephan zu Mainz.

Zehntverhältnisse:

(1226-1239) fällt der halbe Zehnt aus Oberseelbach an die Pfarrei Schloßborn. 1525 verpfändet Nassau-Idsten den Großen Zehnten. 1595 ist der Erzbischof von Mainz im Besitz des Zehnten auf der einen Seite des Baches. 1782 gehört ihm auch der Blutzehnt von 8 Mann "jenseits" des Baches.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Halb zu Niederselbach, halb zu Oberjosbach gehörig

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kultur

Schulen:

1860 wurde ein eigenes Schulhaus geweiht, bis dahin zu Niederseelbach gehörig.

Nachweise

Quellen:

  • Erwähnung (um 1226-1239): HStAD A 2 Nr. 165/6 (Mainz, St. Stephan)

Literatur:

Zitierweise
„Oberseelbach, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10815> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde