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Herzogtum Nassau 1819 – 49. Caub-Ransel

Ransel

Stadtteil · 431 m über NN
Gemeinde Lorch, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

17 km südwestlich von Bad Schwalbach

Lage und Verkehrslage:

Siedlung mit lockerer Häuseranordnung auf einem Hochplateau zwischen Sauer- und Werkbachtal.

Ersterwähnung:

1189/90

Siedlungsentwicklung:

1714 soll der Ort abgebrannt sein.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • curtis (1189/90);
  • villa (1289);

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3417236, 5552327
UTM: 32 U 417194 5550546
WGS84: 50.10139347° N, 7.842124161° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

439010040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 723, davon 274 Acker (= 37.90 %), 31 Wiesen (= 4.29 %), 388 Holzungen (= 53.67 %)
  • 1961 (Hektar): 723, davon 403 Wald (= 55.74 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1700: 17 Bürger und 5 Beisassen
  • 1820: 255
  • 1885: 351, davon 3 evangelisch (= 0.85 %), 348 katholisch (= 99.15 %)
  • 1961: 404, davon 20 evangelisch (= 4.95 %), 379 katholisch (= 93.81 %)
  • 1970: 417

Diagramme:

Ransel: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1604: Kurfürstentum Mainz, Rheingau, Unterhalbamt Lorch (bis 1659 jedoch noch unter unmittelbarer erzstiftischer Herrschaft)
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Vicedomamt Rheingau, Amtskellerei Rüdesheim und Amtsvogtei Geisenheim (Teil der Vogtei Ransel des Grafen von Sickingen)
  • 1803: Nassau-Usingen, Vicedomamt Rheingau, Amtskellerei Rüdesheim
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Rüdesheim
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VIII (Kreisamt Rüdesheim)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Rüdesheim
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Rheingaukreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingaukreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis:

Rheingaukreis

Gericht:

  • 1816: Amt Rüdesheim
  • 1849: Justizamt Rüdesheim
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Rüdesheim
  • 1867: Amtsgericht Rüdesheim am Rhein

Gemeindeentwicklung:

Am 01.01.1977 zur Stadt Lorch.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 1189/90 hatte der Mainzer Erzbischof Konrad den Hof Ransel aus dem Pfandbesitz des Grafen Rupert von Nassau für 57 Silbermark lösen müssen.
  • 1289 verkauft Werner I. von Falkenstein-Münzenberg mit Zustimmung seiner Kinder und seines Schwiegersohns Sigfried von Eppstein dem Rheinpfalzgrafen Ludwig II. für 80 Mark Kölnisch seine Güter u.a. zu Ransel. 1407 werden die pfalzgräfliche Grundherrschaft sowie das Vogteigericht an Richwin von Miehlen verlehnt. Sie gelangten im 15. Jahrhundert zur Herrschaft Sauerberg (Weistum von 1476 über die Grenzen der Vogtei), wobei das Mainzer Erzstift die Landes- und Gerichtshoheit bewahrte. Schließlich werden die Herren von Geroldstein mit den Rechten belehnt, die sie bis zu ihrem Aussterben 1574 von Mainz erhalten.
  • 1379 verkauften Antonius und Ulman von Monfort an Graf Wilhelm II. ihre Güter auf dem Einrich u.a. in Ransel.

Zehntverhältnisse:

Der Zehnt stand dem Mainzer Dompropst zu.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1444 Pleban, aber bis 1674 von Kloster Schönau versehen.
  • Kirchenneubau 1740/45 (Weihe 1748). 1954 Restaurierung

Patrozinien:

  • Katharina (Hauptaltar); Maria und Barbara (Nebenaltäre, 1879)

Pfarrzugehörigkeit:

Ursprünglich zum Kirchspiel Lorch gehörig.

Patronat:

1573 hat der Mainzer Dompropst das Patronatsrecht inne

Bekenntniswechsel:

Die Reformation konnte sich im Erzbistum Mainz nicht durchsetzen. Der Ort blieb katholisch.

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

1714 soll der Ort abgebrannt sein.

Wirtschaft:

In der Gemarkung zahlreiche Schieferabbaugruben.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ransel, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10814> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde