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Herzogtum Nassau 1819 – 41. Dasbach

Oberauroff

Stadtteil · 297 m über NN
Gemeinde Idstein, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

14,2 km nordöstlich von Bad Schwalbach

Lage und Verkehrslage:

Talsiedlung mit erhöhter Lage des Kirchhofes am Zusammenfluss von Ehrenbach und Eschenhahner Bach.

Ersterwähnung:

1160

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1230/31)

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3445747, 5564374
UTM: 32 U 445694 5562588
WGS84: 50.21297888° N, 8.238871936° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

439008100

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 222, davon 72 Acker (= 32.43 %), 12 Wiesen (= 5.41 %), 118 Holzungen (= 53.15 %)
  • 1961 (Hektar): 227, davon 123 Wald (= 54.19 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1566: 6 Haushaltungen
  • 1609: 7 Haushaltungen
  • 1821: 166 Einwohner (mit Niederauroff)
  • 1885: 99, davon 92 evangelisch (= 92.93 %), 7 katholisch (= 7.07 %)
  • 1961: 195, davon 157 evangelisch (= 80.51 %), 37 katholisch (= 18.97 %)
  • 1970: 222 Einwohner

Diagramme:

Oberauroff: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1160: provincia, que vulgo Einriche dicitur
  • 1230/31: Grafschaft Nassau
  • 1566: Amt Idstein
  • 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Idstein
  • 1813: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Idstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Wehen
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VI (Kreisamt Langen-Schwalbach)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Wehen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Untertaunuskreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis:

Untertaunuskreis

Gericht:

  • um 1650 ist Oberauroff Mittelpunkt des Gerichtes Auroffer Grund
  • bis 1816: Oberamt Idstein
  • 1816: Amt Wehen
  • 1849: Justizamt Wehen
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Wehen
  • 1867: Amtsgericht Wehen
  • 1879: Amtsgericht Idstein

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1977 zur Stadt Idstein

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1160 schenkt Erzbischof Arnulf von Mainz dem dortigen Mariengradenstift die vom Kloster Schlüchtern gekaufte und in der Provinz Einrich gelegene villa Auruff. Um 1230/1231 überlässt Graf Heinrich von Nassau für seinen Bruder Robert dem Deutschen Orden zahlreiche freie Dörfer (villas quasdam liberas), darunter Oberauroff. In einem Weistum von 1475 wird Nassau-Idstein als oberster Herr bezeichnet. 1253 vermachen Eginolf Muselin und seine Frau Justicia von Idstein dem Kloster Bleidenstadt aus Justicias Eigentum zu Oberauroff zur Beleuchtung der Bleidenstädter Martinskapelle eine Jahresrente von 30 Denaren. 1358 erklärt Frei von Dehrn den Grafen Adolf I. von Nassau-Idstein von allen Schulden ledig, ausgenommen u.a. 60 Pfund zu Oberauroff. 1476 überträgt Philipp von Stockheim eine auf Idstein ruhende und dem Nikolaus-Antonius-Barbara-Altar der Kirche zu Oberauroff gehörige Rente dem Stift Idstein mit der Verpflichtung, wöchentlich an genanntem Altar eine Messe lesen zu lassen. 1630 wird eine Stockheimer Wiese an einen Idsteiner Bürger verkauft.
  • Kloster Bleidenstadt hat bereits im 14. Jahrhundert Güter als Lehen ausgetan. 1477 kauft das Klsoter eine weitere Gülte von Philipp von Stockheim.

Zehntverhältnisse:

Der große und kleine Zehnte, den sich 1569 die Stockheimer und der Pfarrer von Auroff teilen, ist Bleidenstädter Lehen.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1160: Kirche genannt
  • 1360: Pfarrei

Patrozinien:

  • Maria (1634)

Pfarrzugehörigkeit:

1594 gehören Ehrenbach, Eschenhahn, Kesselbach, Görsroth und Niederauroff zu Kirchspiel.

Patronat:

1409 verpfänden Heinrich und Wilhelm von Helfenstein den Kirchsatz, ihr Recht an der Kirche und ihre Anteile an dem mit dem geistlichen gemeinsam besessenen Zehnten an Heinrich Kornigel von Drahe, Amtmann von Idstein. 1476 und im 17. Jahrhundert haben die von Stockheim das Patronatsrecht inne.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kirchliche Mittelbehörden:

Erzdiözese Trier, Archidiakonat St. Lubentius in Dietkirchen, Dekanat Kirberg

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Oberauroff, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10808> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde