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Herzogtum Nassau 1819 – 31. Idstein

Heftrich

Stadtteil · 318 m über NN
Gemeinde Idstein, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Römerkastell; Stadt

Lagebezug:

20,5 nordöstlich von Bad Schwalbach

Lage und Verkehrslage:

Komplexe Siedlung mit regelhaften Grundrißmerkmalen in Hanglage über dem Schlabachtal.

Ersterwähnung:

1234

Siedlungsentwicklung:

Am 31.12.1971 zur Stadt Idstein.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1367 Stadtrechtsverleihung durch Kaiser Karl IV.: Hefterich ... zu Steten machen sullen (Vogel, Burg Adolfseck, S. 78-79);
  • Schloß (1408, 1446, 1463, 1465);

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Von der 1404 fertiggestellten Befestigungsmauer sind nur geringe Reste erhalten. Die Grafen von Nassau-Idstein besaßen hier im 15. Jahrhundert ein befestigtes Haus, das auch als Schloß bezeichnet wird.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3452402, 5565178
UTM: 32 U 452346 5563392
WGS84: 50.22077949° N, 8.331999944° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

439008040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 1221, davon 371 Acker (= 30.38 %), 129 Wiesen (= 10.57 %), 674 Holzungen (= 55.20 %)
  • 1961 (Hektar): 1227, davon 666 Wald (= 54.28 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1566: 51 Haushalte
  • 1821: 409
  • 1885: 678, davon 673 evangelisch (= 99.26 %), 4 katholisch (= 0.59 %), 1 Juden (= 0.15 %)
  • 1961: 836, davon 700 evangelisch (= 83.73 %), 132 katholisch (= 15.79 %)
  • 1970: 1014
  • um 1648: 9 Haushalte

Diagramme:

Heftrich: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1353, 1360, 1404 und 1565: Amt Heftrich
  • 1566: Amt Idstein
  • 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Idstein
  • 1813: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Idstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VII (Kreisamt Idstein)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Untertaunuskreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis:

Untertaunuskreis

Gericht:

  • 1367 Verleihung der Hoch- und Niedergerichtsbarkeit sowie Galgen und Räder an Graf Adolf von Nassau.
  • um 1550 Gericht Heftrich, zu dem Kröftel gehört
  • bis 1816: Oberamt Idstein
  • 1816: Amt Idstein
  • 1849: Justizamt Idstein
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Idstein
  • 1867: Amtsgericht Idstein

Herrschaft:

1367: Stadtrechtsverleihung durch Kaiser Karl IV.: Hefterich ... zu Steten machen sullen (Vogel, Burg Adolfseck, S. 78-79) Frankfurter Recht.

Bis 1775 Bestätigung der Stadtrechte durch die Grafen von Nassau-Idstein und ihre Rechtsnachfolger.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1247 schenkt Graf Heinrich von Nassau dem Kloster Arnstein jährlich 3 Mark Einkünfte aus Heftrich, Ritter Sibodo von Laurenburg fügt zu unbekannter Zeit 1/2 Mark hinzu. 1336 übergibt Graf Johann seiner Mutter ein Gut mit allem Zubehör und weist 1337 dem Ludwig von Kirdorf eine Gülte von zwei mark als Mannlehen auf die Aue unterhalb Heftrichs an. 1346 verpfänden die Grafen Adolf und Johann Gülden und Fruchtgefälle an Masilius von Reifenberg. 1353 wird Kuno von Hornau Burgmann des Grafen Adolf zu Idstein un erhält als Burglehen 4 Mark Pfennige jährlich auf das Amt (!) Heftrich. 1375 verkauft Graf Gerhard von Diez das von seiner Mutter Jutta von Nassau-Hadamar ererbte Gut nebst allen Gefällen an Dietrich von Nassau. 1378 verzichten Heinrich von Fackenhofen und Emmerich Rödel von Reifenberg zugunsten von Nassau-Idstein auf eine Hof.
  • 1368 klagt Graf Adolf von Nassau-Idstein, dass sein Bruder Johann von Nassau-Weilburg in seinem Gebiet und Gericht Heftrich geplündert habe. 1421 sind nassauisch-idsteinische Güter in Pfandbesitz des Antoniterklosters Höchst. 1441 ist Heftrich in Pfandbesitz der Eppsteiner und 1446 begrenzt Eberhard von Eppstein die Leihe eines Hofes zu Esch, der zum Schloß Heftrich gehört, auf die Zeit, in der er dasselbe innehaben werde. 1660 verpfändet Graf Johann der Gräfin Ernestine von Wied-Runkel seinen Heftricher Hof.
  • Zahlreich Gülten erwarb hier das Stift St. Martin in Idstein.

Zehntverhältnisse:

1375 ist der Zehnte im Besitz des Stifes St. Martin in Idstein.

Ortsadel:

1283: Friedrich von Heftrich (Ritter)

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1234 Pfarrer.
  • Evangelische Pfarrkirche 1737-1739 errichtet.

Patrozinien:

  • Georg (1553)

Pfarrzugehörigkeit:

1553 ist die Pfarrkirche dem Stift Idstein inkorporiert. Zum Kirchspiel Heftrich gehörten 1594 Bermbach, Oberems und Kröftel. 1612 gehört auch das Kirchspiel Oberrod dazu.

Patronat:

1234 Patronatsstreit zwischen dem Georgstift zu Limburg einerseitsund den Rittern Heinrich und Pego von Dehrn, Gottfried von Bigen, Philipp von Virneburg und Kuno von Reifenberg andererseits. Er wird dahingehend entschieden, dass nach dem Tode des von der Ritter-Partei präsentierten Kandidaten das Patronatsrecht dem Stift zufallen soll. 1418 ist das Stift Idstein, nach dessen Aufhebung im 16. Jahrhundert die Landesherrschaft im Besitz des Patronatsrechts.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johann Schmuck 1534

Kirchliche Mittelbehörden:

Erzdiözese Trier, Archidiakonat St. Lubentius in Dietkirchen, Dekanat Kirberg

Wirtschaft

Wirtschaft:

1912-1925 wurde Blei- und Kupfererz gewonnen.

Markt:

1367 Verleihung eines Wochenmarktes

Zoll:

1551 verkauft Graf Philipp von Nassau-Idstein 60 Gulden jährlich aus seinen Zöllen von Esch und Heftrich.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Heftrich, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10775> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde