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Herzogtum Nassau 1819 – 32. Hünerkirche

Wallrabenstein

Gemeinde · 240 m über NN
Gemeinde Hünstetten, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Mühle

Lagebezug:

18,3 km nordöstlich von Bad Schwalbach

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit geschlossenem Grundriß im Wörsbachtal.Burg

Historische Namensformen:

  • Walrabenstein
  • Walrabinstein (um 1400)
  • Wallrabenstein (1653)
  • Walrabensteyn (1543/44)
  • Walrabensteinn (1553)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1653 unter den Freiflecken des Oberamtes Idstein genannt.

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Burg Wallrabenstein
  • Die 1392 genannte, von Graf Walram von Nassau-Idstein erbaute Burg an strategisch günstig gelegener Stelle am Ausläufer einer zum Wörsbachtal hin steil abfallenden Anhöhe ist Ausgangspunkt für die gesamte Siedlung, deren Ortsbefestigung sich hier anschloß. Nach dem Tode Walrams IV. häufige Verpfändung, u.a. an die Herren von Reiffenberg. Eine 1671 angestrebte Erneuerung der Anlage erfolgt nicht. 1706 wird der Burgplatz naebst Burg an Konrad Pier aus Wallrabenstein verkauft.
  • Erhalten sind ein großes Stück der hohen Schildmauer mit einer seitlichen, runden Vorlage und dem Stumpf eines runden Bergfrieds in der Mitte der Mauer. Nach Nordosten schließt sich eine gleichhohe Mauer mit einem gotischen Eingangstor an, die seitlich durch einen hohen, sechseckigen Turm gesichert sind. Dahinter Mauerreste eines mehrstöckigen Wohnbaus.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3445266, 5570493
UTM: 32 U 445213 5568705
WGS84: 50.26794004° N, 8.231250265° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

439007100

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 789, davon 371 Acker (= 47.02 %), 57 Wiesen (= 7.22 %), 337 Holzungen (= 42.71 %)
  • 1961 (Hektar): 789, davon 39 Wald (= 4.94 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1566: 34 Haushaltungen
  • 1634 36 Mannschaften, 3 Witwen, 38 bewohnte Häuser, 4 unbewohnte und 2 verfallene
  • 1648: 11 Haushaltungen
  • 1821: 316 Einwohner
  • 1885: 526, davon 521 evangelisch (= 99.05 %), 5 katholisch (= 0.95 %)
  • 1961: 977, davon 741 evangelisch (= 75.84 %), 212 katholisch (= 21.70 %)
  • 1970: 1183

Diagramme:

Wallrabenstein: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1566: Amt Idstein
  • 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Idstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VI (Kreisamt Langen-Schwalbach)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Untertaunuskreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis:

Untertaunuskreis

Gericht:

  • 1446 Dinggericht des Klosters Bleidenstadt mit Oberhof in Bleidenstadt
  • bis 1816: Oberamt Idstein
  • 1816: Amt Idstein
  • 1849: Justizamt Idstein
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Idstein
  • 1867: Amtsgericht Idstein

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1977 zur Gemeinde Hünstetten.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 1400 und im 15. Jahrhundert ist die Burg als Lehen des Klosters Bleidenstadt in den Händen der Grafen von Nassau-Idstein., die sie wiederum 1406, 1439 und 1453 an die Herren von Reiffenberg verpfändeten. 1702 ist sie im Pfandbesitz des Fürsten von Thurn und Taxis.
  • 1416 wird ein Hof des Klosters Bleidenstadt erwähnt. 1471 verschreibt Graf Johann I. von Nassau-Idstein dem Kloster Walsdorf eine Jahresrente von 5 Gulden, die 1611 aus der Mühle eingeht.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1473 Kapelle. Nach Einsturz im Jahre 1704 Entstehung der heutigen Peterskirche am Obertor.

Pfarrzugehörigkeit:

1594 zum Kirchspiel Wörsdorf gehörig

Patronat:

1473 hat der Abt von Bleidenstadt das Patronatsrecht inne.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Wirtschaft

Mühlen:

Am Wörsbach mehrere nicht mehr erhaltene Mühlen.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Wallrabenstein, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10829> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde