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Herzogtum Nassau 1819 – 32. Hünerkirche

Strinz-Trinitatis

Ortsteil · 300 m über NN
Gemeinde Hünstetten, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Mühle

Lagebezug:

11,4 km nordöstlich von Bad Schwalbach

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrißmerkmalen am Zusammenfluß von Fischbach und Basbach mit überragendem Kirchberg mit Kirche, ehemaligem Pfarrhof und alter Schule.

Ersterwähnung:

1184

Historische Namensformen:

  • Strentzge maiorem (1184)
  • Strinziche (1332)
  • Grozen Strinzge (1358)
  • Obirnstrintzige (1381)
  • Hinder strenze, in (14. Jahrhundert)
  • Grossen-Strynze (1425)
  • Hindertrintze (1445)
  • Strintzige in Heiligen Dreyfaltigkeit (1446)
  • Strincge, da die heilge Driefaldigkeyt rastende ist (1447)
  • Strintz zu der heyligen drivaldekyt (1460/61)
  • Strintzge (1475)
  • Hynderstryntz (1483)
  • Strintz Trinitatis (1521/23)
  • Strinztriniatis (1653)

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3439982, 5567017
UTM: 32 U 439931 5565230
WGS84: 50.23618032° N, 8.157695423° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

439007080

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 707, davon 317 Acker (= 44.84 %), 42 Wiesen (= 5.94 %), 293 Holzungen (= 41.44 %)
  • 1961 (Hektar): 707, davon 301 Wald (= 42.57 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1566: 32 Haushaltungen
  • 1610: 40 Haushaltungen
  • 1648: 4 Haushaltungen
  • 1821: 274
  • 1885: 360, davon 359 evangelisch (= 99.72 %), 1 katholisch (= 0.28 %)
  • 1961: 489, davon 416 evangelisch (= 85.07 %), 59 katholisch (= 12.07 %)
  • 1970: 553
  • Um 1700: 82 Einwohner

Diagramme:

Strinz-Trinitatis: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1566: Amt Idstein
  • 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Idstein
  • 1813: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Idstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Wehen
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VI (Kreisamt Langen-Schwalbach)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Wehen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Untertaunuskreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis:

Untertaunuskreis

Gericht:

  • 1446 steht die Gerichtsbarkeit dem Kloster Bleidenstadt zu.
  • 1816: Amt Wehen
  • 1849: Justizamt Wehen
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Wehen
  • 1867: Amtsgericht Wehen
  • 1945: Amtsgericht Bad Schwalbach

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 zur Gemeinde Hünstetten.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1184 wrid Strinz-Trinitatis unter den von Papst Lucius III. bestätigten Besitzungen des Klosters Bleidenstadt genannt. Um 1400 ist es als Lehen des Klosters in den Hänen der Grafen von Nassau-Idstein ausgetan 1358 räumt Friedrich Frei von Dehrn Graf Adolf von Nassau-Idstein das Widerkaufsrecht für eine auf Strinz-Trinitatis angewiesene Jahresrente von 100 Pfund Heller ein. 1447 ist hier ein nassau-idsteinisches Burglehen des Otto von Diez über 6 Gulden angewiesen. 1520 verkauft Graf Philipp von Nassau-Idstein dem Stift Gemünden einen Jahreszins von 30 Gulden u.a. aus Strinz-Trinitatis.

Zehntverhältnisse:

Der Zehnte stand dem Kloster Bleidenstadt zu. 1782 ist das Mainzer Domkapitel in der Nachfolge des Klosters im Besitz von 26 bis 27 Morgen Land und dem Fruchtzehnten.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirchturm aus dem 12. Jahrhundert
  • 1332 wird ein Pfarrer genannt

Patrozinien:

  • Trinität (1445)

Pfarrzugehörigkeit:

Zum Kirchspiel gehört 1425 Wallbach, 1594 zudem Hennethal und Limbach.

Patronat:

Das Patronatsrecht stand 1332 dem Abt von Bleidenstadt zu.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kirchliche Mittelbehörden:

Erzdiözese Trier, Archidiakonat St. Lubentius in Dietkirchen, Dekanat Kirberg

Kultur

Schulen:

1562: Gründung einer Lateinschule durch Graf Johannes von Nassau-Idstein

Wirtschaft

Mühlen:

Im 16. Jahrhundert gestattet Nassau-Idstein Hermann Schuster die Anlage einer Ölmühle.

Markt:

1568 Erstbezeugung des Marktes

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Strinz-Trinitatis, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10827> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde