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Herzogtum Nassau 1819 – 32. Hünerkirche

Bechtheim

Ortsteil · 290 m über NN
Gemeinde Hünstetten, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

16,7 km nordöstlich von Bad Schwalbach

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrißmerkmalen im Talgrund des Beurer Baches (Wäschbach).

Ersterwähnung:

1306

Historische Namensformen:

  • Bechtheym, in (1306) [Kop. HHStAW Bestand 3002 Nr. III 1, fol. 55]
  • Bechtheim (1359)
  • Bechthem (1364)
  • Bechhen (1412)
  • Bechtum (1503/04, 1529)
  • Bechthumb (1566)
  • Bechtumb (1588)

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3442050, 5571173
UTM: 32 U 441998 5569385
WGS84: 50.27374573° N, 8.18604302° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

439007010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 397, davon 176 Acker (= 44.33 %), 27 Wiesen (= 6.80 %), 178 Holzungen (= 44.84 %)
  • 1961 (Hektar): 398, davon 158 Wald (= 39.70 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1566: 17 nassauische Haushaltungen
  • 1821: 171 Einwohner
  • 1885: 260, davon 260 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 408, davon 316 evangelisch (= 77.45 %), 87 katholisch (= 21.32 %)
  • 1970: 420

Diagramme:

Bechtheim: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Gericht Bechtheim in der Grafschaft Nassau-Idstein
  • 1566: Amt Idstein
  • 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Idstein
  • 1813: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Idstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Wehen
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VI (Kreisamt Langen-Schwalbach)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Wehen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Untertaunuskreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis:

Untertaunuskreis

Gericht:

  • 1355: Gericht Bechtheim
  • 1364: nassau-weilburgisches Hubengericht, das 1588 in Abgang gekommen ist
  • Friedensgerichtsbezirk Bechtheim (Kanton Bechtheim mit Sitz in Osthofen)
  • 1634 Gericht Beuerbacher Grund
  • bis 1816: Oberamt Idstein
  • 1816: Amt Wehen
  • 1849: Justizamt Wehen
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Wehen
  • 1867: Amtsgericht Wehen
  • 1879: Amtsgericht Idstein

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1977 zur Gemeinde Hünstetten.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1306 und 1319 belehnt Hartrad von Merenberg, Propst des Stiftes Wetzlar, den Ritter Heinrich von Nassau mit den Gütern, die er bisher zu Lehen trug und mit denen seines Oheims, dem Ritter Eberhard von Diez, die 1319 heimgefallen sind. 1366 wird das Gericht Bechtheim durch Philipp jun. von Falkenstein-Münzenberg an Trier verpfändet. 1373 verkauft Nassau-Weilburg Güter und Gefälle auf Widerruf an Trier und verpfändet 1391 Gefälle an Johann von Reifenberg. Die Vogtei Bechtheim ist 1486 und öfter Lehen der Linie Nassau-Weilburg durch das Bistum Worms.

Zehntverhältnisse:

1306 und 1319 wird der Zehnte von Hartrad von Merenberg an den Ritter Heinrich von Nassau verliehen. 1359 ist der Zehnte als Mannlehen an Dietrichs von Nassau von Graf Johann von Nassau-Weiburg als Herrn von Merenberg ausgetan. In der Folge (1405, 1408, 1412, 1428, 1457, 1494, 1503/04) sind Zehnt, Zehntanteile und Gefälle der Adligen von Nassau als nassau-weilburgisches Lehen. 1601 Heimfall der nassauischen Lehen.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Vor 1475 Pfarrei

Pfarrzugehörigkeit:

Im 17. Jahrhundert gehört Beuerbach zum Kirchspiel, Ketternschwalbach ist Filiale.

Patronat:

1434 hat von Langenbach die Hälfte des Kirchsatzesvon Nassau-Weilburg zu Leheh, 1477 Wigand von Selbach die andere Hälfte. Nassau-Weilburg empfängt den Kirchsatz 1459 vom Bistum Worms als Lehen und verpfändet ihn an von Reifenberg.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kirchliche Mittelbehörden:

Erzdiözese Trier, Archidiakonat St. Lubentius in Dietkirchen, Dekanat Kirberg

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Bechtheim, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10752> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde