Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Ober-Mossau

Ortsteil · 333 m über NN
Gemeinde Mossautal, Odenwaldkreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Kloster; Mühle

Lagebezug:

6,5 km nordwestlich von Erbach

Lage und Verkehrslage:

Offenes Dorf mit regellosem Grundriss im Buntsandsteingebiet bei einseitiger Tallage.

Ersterwähnung:

1253

Historische Namensformen:

  • Mosaha (1253)
  • Mossa (1267)
  • Mosa (1277)
  • Mosahe (1290)
  • Masae (1324)
  • Kirchmossauwe (1443)
  • Kirchmossauwe (1480)
  • Ober-Mossaue (1558)
  • Obermossau

Bezeichnung der Siedlung:

  • Waldhufendorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3494830, 5504229
UTM: 32 U 494757 5502467
WGS84: 49.67470882° N, 8.927329825° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

437012040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3563, davon 1106 Acker, 330 Wiesen, 2051 Wald
  • 1961 (Hektar): 1272, davon 807 Wald (= 63.44 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1522: 22 wehrfähige Männer
  • 1623: 28 Häuser mit 120 Einwohnern
  • 1961: 517, davon 438 evangelisch (= 84.72 %), 76 katholisch (= 14.70 %)
  • 1970: 501 Einwohner

Diagramme:

Ober-Mossau: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • undatiert: Mark Michelstadt
  • 1787: Grafschaft Erbach-Fürstenau, Amt Fürstenau
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Starkenburg, Amt Fürstenau (zur Standesherrschaft Erbach gehörig)
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Fürstenau (zur Standesherrschaft Erbach gehörig)
  • 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Erbach
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Erbach
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Erbach
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis

Altkreis:

Erbach

Gericht:

  • Zentgericht Michelstadt
  • 1820: standesherrliches Amt Fürstenau
  • 1822: Landgericht Michelstadt
  • 1879: Amtsgericht Michelstadt

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 zur Gemeinde Mossautal

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Der Besitz der Johanniter in Ober-Mossau geht auf Stiftungen der Schenken von Erbach im 13. Jahrhundert zurück. 1253 bestätigt Erbischof Gerhard von Mainz dem Orden den Besitz des Patronats.1352 übergibt Schenk Konrad von Erbach den Bauhof mit Mühle zu Mossau dem Johanniterhause dasselbst. Mit der Aufhebung der Pfarrei 1557 versiegen auch die Quellen über die Johanniter.
  • 1277 tragen die Schenken Johann, Eberhard und Konrad von Erbach ihr Dorf Mossau dem Erbischof Werner von Mainz zu Lehen auf. 1398 belehnt Pfalzgraf Ruprecht Schenk Eberhard von Erbach mit Mossau. 1404 hat Schenk Eberhard von Erbach eine Hofstätte unter dem Kirchhof, die ehemals Fritz Sure besaß, dem Johanniterhaus übergeben. 1806 gelangt Ober-Mossau mit dem Amt Füstenhaus an das Großherzogtum Hessen.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1253: capella
  • 1387 Pfarrei; Pfarrer

Pfarrzugehörigkeit:

1557 zu Michelstadt, davor selbständige Pfarrei.

Mutterkirche ist Michelstadt. Zum Kirchspiel gehören später Unter Mossau und Langen-Brombach (halb). 1253 ist Rehbach Tochterpfarrei. 1557 kommt es nach einem Brand zur Aufhebung der Pfarrei und zur Einpfarrung an Michelstadt (zusammen mit Langen-Brombach und Rehbach). 1829 wird Ober-Mossau wieder Pfarrort.

Patronat:

1253 hat die Johanniterkommende Mossau das Patronatsrecht

Klöster:

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation 1542 durch die Grafen von Erbach gegen den Widerspruch der Johanniter.

Erster evangelischer Pfarrer: Wendel Ziegler 1539(?)-1546

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat St. Peter und Alexander in Aschaffenburg, Landkapitel Montat

Wirtschaft

Wirtschaft:

1546, 1568 und 1576 werden Erzgruben erwähnt.

Mühlen:

1352 übergibt Schenk Konrad von Erbach dem Johnniterhause zu Mossau die Mühle dasselbst. Sogenannte Ihrig-Mühle am Südrand des Ortes

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ober-Mossau, Odenwaldkreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/14019> (Stand: 16.10.2018)
 
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