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Herzogtum Nassau 1819 – 45. Hochheim

Wildsachsen

Stadtteil · 250 m über NN
Gemeinde Hofheim am Taunus, Main-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7 km nordwestlich von Hofheim am Taunus

Lage und Verkehrslage:

Östlich von Medenbach, im Eppsteiner Horst des Vortaunus in einer Talmulde zwischen Holler- und Seyenbach

Am Seyen- und Hollerbach sowie an der A 3 gelegen

Ortsform:

Wegedorf

Historische Namensformen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3454456, 5553561
UTM: 32 U 454399 5551780
WGS84: 50.11650841° N, 8.36216942° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

436007060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1843: 1616 Morgen
  • 1885 (Hektar): 406, davon 164 Acker (= 40.39 %), 32 Wiesen (= 7.88 %), 203 Holzungen (= 50.00 %)
  • 1895: 430,6 ha
  • 1961 (Hektar): 518, davon 71 Wald (= 13.71 %)
  • 1967: 517,8 ha
  • 1981: 523 ha

Einwohnerstatistik:

  • 1570: 17 Häuser
  • 1592: 20 Häuser
  • 1610: 24 Haushalte
  • 1630: 16 Familien, 2 Witwen und 2 Vormundschaften
  • 1637: 6 Haushalte
  • 1702: 15 Familien
  • 1716: 24 Familien
  • 1775: 33 Familien mit 144 Personen
  • 1817: 170 Einwohner
  • 1885: 280, davon 265 evangelisch (= 94.64 %), 13 katholisch (= 4.64 %), 2 Juden (= 0.71 %)
  • 1961: 405, davon 323 evangelisch (= 79.75 %), 77 katholisch (= 19.01 %)
  • 1970: 616 Einwohner
  • 1987: 1509 Einwohner

Diagramme:

Wildsachsen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Ende 12.Jahrhundert : Herrschaft Eppstein, Amt Eppstein
  • 1492: Landgrafschaft Hessen, Amt Eppstein
  • 1643: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Wallau
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Herrschaft Eppstein, Amt Wallau
  • 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk IX (Kreisamt Höchst)
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wiesbaden (Main-Kreis)
  • 1928: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Main-Taunus-Kreis
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis

Altkreis:

Main-Taunus-Kreis

Gericht:

  • Zum Landgericht Mechthildshausen gehörig.
  • 1348: Schultheiß
  • 1370: Schultheiß und Schöffen
  • 1412: Schultheiß und 13 Schöffen
  • Ab 1592 zum Gericht Medenbach gehörig
  • Ab 1716 wieder ein eigenes Ortsgericht
  • 1816: Amt Wallau
  • 1817: Amt Hochheim
  • 1849: Justizamt Hochheim
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Hochheim
  • 1867: Amtsgericht Hochheim
  • 1879: Amtsgericht Wiesbaden

Herrschaft:

12. Jahrhundert: über das Landgericht Mechthildhausen zur Herrschaft Eppstein

1433: Herrschaft Eppstein-Münzenberg

1492: Landgrafschaft Hessen

1604: Hessen-Kassel

1624: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt

1806: Großherzogtum Hessen

Gemeindeentwicklung:

1933 werden 81 ha von Langenhain nach Wildsachsen umgemarkt. Am 01.01.1977 wurde Wildsachsen nach Hofheim eingemeindet.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1145 schenkt Hertwin von Deisenau, Bruder des Mainzer Kämmerers Dudo, das Land zum Bau der Kirche.
  • Um 1280-85 geben die Herren von Eppstein hier eine halbe Hufe Land als Lehen aus ebenso wie Einkünfte aus einem Burglehen.
  • 1303 erwirbt das Stift Mariagreden in Mainz für 20 Mark Pfennige einen Hof bei der Kirche und andere Güter.
  • 1348 haben Ulrich von Kronberg und dessen Ganerben hier Lehensgüter vom Altmünsterkloster, daneben besitzen noch zinspflichtige Grundstücke in Wildsachsen ebenso wie die von Delkenheim.
  • 1442 kaufen die Epsteiner die Kronberger Vogteirechte.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1145: Kirchweihe
  • 1748: Erneuerung der Kirche

Pfarrzugehörigkeit:

Ab 1145 gehört Wildsachsen als Filial zu Nordenstadt.

Ab 1526 ist der Ort Filial von Medenbach.

Ab 1655 ist es Filial von Breckenheim bis 1984 Wildsachsen und Medenbach zu einer Pfarrei mit Sitz in Medenbach zusammengeschlossen werden

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Medenbach, Einführung der Reformation vermutlich ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Seit 1107 zum Dekanat Kastel, Archidiakonat von St. Peter in Mainz gehörig

Kultur

Schulen:

1706: Schule im Hirtenhaus

1720: Einrichtung einer Schule

1781: Einrichtung einer Freischule

1830: Schulneubau

1932-1934: Bau einer einklassigen Volksschule

1963-1969: Grundschule

Wirtschaft

Mühlen:

1303: Mühle (Weg vor der obern mulen)

Zoll:

Um 1300 bezieht Eppstein Haferabgaben aus Wildsachsen.

Um 1470 haben die Herren von Eppstein die Bede inne.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Wildsachsen, Main-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11301> (Stand: 20.11.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde