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Herzogtum Nassau 1819 – 43. Oberursel

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Eschborn

Stadtteil · 126 m über NN
Gemeinde Eschborn, Main-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Stadt

Lagebezug:

11 km nordöstlich von Hofheim am Taunus

Lage und Verkehrslage:

9 km nordwestlich von Frankfurt am Main, Eschborn liegt im östlichen Main-Taunus Vorland beiderseits des Westerbaches an der A 66.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Frankfurt am Main/Rödelheim – Kronberg ("Kronberger Bahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.11.1874).

Ersterwähnung:

770

Siedlungsentwicklung:

Die Gegend um Eschborn war im 5. Jahrhundert n. Chr. von Alamannen besiedelt, wobei aus dieser Zeit ein Reihengräberfeld in der Nähe des Friedhofs erhalten geblieben ist.

Eschborn erhielt am 12.06.1970 das Stadtrecht und schloss sich am 31.12.1971 mit Niederhöchstadt zusammen.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Um 1100 Errichtung einer Turmburg
  • 1367 im Besitz der Kronberger
  • 1622 Zerstörung des Burghauses und Abbruch der Ruine zum Wiederaufbau der Stadt.
  • Burg Eschborn

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3469251, 5556444
UTM: 32 U 469188 5554661
WGS84: 50.14337781° N, 8.568788864° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

436003010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1843: 3127 Morgen
  • 1885 (Hektar): 833, davon 734 Acker (= 88.12 %), 49 Wiesen (= 5.88 %), 0 Holzungen
  • 1895: 833,4 ha
  • 1961 (Hektar): 830, davon 122 Wald (= 14.70 %)
  • 1967: 830,4 ha
  • 1981: 831 ha

Einwohnerstatistik:

  • 1618: 64 Familien
  • 1688: 35 Familien
  • 1700: 283 Einwohner
  • 1725: 442 Einwohner
  • 1750: 519 Einwohner
  • 1765: 76 Märker
  • 1775: 530 Einwohner
  • 1817: 552 Einwohner
  • 1885: 997, davon 887 evangelisch (= 88.97 %), 90 katholisch (= 9.03 %), 2 andere Christen (= 0.20 %), 18 Juden (= 1.81 %)
  • 1961: 4242, davon 2733 evangelisch (= 64.43 %), 1285 katholisch (= 30.29 %)
  • 1970: 10897Einwohner
  • 1987: 11231 Einwohner

Diagramme:

Eschborn: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1008: Niddagau
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Amt (Herrschaft) Kronberg
  • 1803: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt Höchst und Königstein, Amt Kronberg
  • 1806: Herzogtum Nassau, Amt Kronberg
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Kronberg
  • 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk IX (Kreisamt Höchst)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Kronberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Landkreis Wiesbaden
  • 1886: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis Höchst
  • 1928: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis

Altkreis:

Main-Taunus-Kreis

Gericht:

  • 1329 werden erste Schöffen genannt.
  • 1339 verpfändet Hartmut von Kronberg die Gerichtsbarkeit an seine Verwandten vom Flügelstamm.
  • 1367 ist die Gerichtsbarkeit als Lehen im Besitz derer von Rost von Alzey.
  • 1428 tagt das aus Schultheißen der von Kronberg und des Stephanshofs bestehende Gericht am Kirchhof.
  • Ab 1585 existiert ein Hufengericht für den Stephanshof und ein gemeinsames Gericht für das Dorf und die Kronberger Höfe.
  • 1816: Amt Höchst
  • 1849: Justizamt Höchst
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Höchst
  • 1867: Amtsgericht Höchst am Main
  • 1879: Amtsgericht Höchst
  • 1928: Amtsgericht Frankfurt a. M./Höchst
  • 1945: Amtsgericht Frankfurt am Main

Herrschaft:

Herrschaft:

1008: Herrschaftsbereich Graf Rudolfs im Niddagau

1339: Herrschaft Kronberg

Bis 1568: im Kondominat mit Königstein

1803: Nassau-Usingen

Gemeindeentwicklung:

Zur Entwicklung der im Zuge der hessischen Gebietsreform neu gebildeten Stadtgemeinde s. Eschborn, Stadtgemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Eschborn.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Von 770 bis 851 erhält das Kloster Lorsch 10 Güterschenkungen in Eschborn.
  • 1008 tauscht Heinrich II. seinen Hof in Eschborn gegen Güter im Rangau mit dem Stift St. Stephan in Mainz, welches diesen 1306 verpachtet.
  • Um 1150 hatte das Mainzer Mariagredenstift Besitz und Einkünfte in Eschborn.
  • 1307 wird Ulrich von Falkenstein mit Vogtei über den Hof vom Stfit belehnt.
  • 1355 tragen die Königsteiner das Bintheimer und Kesselstadter Gut von Trier zu Lehen.
  • 1356 erhält Frank von Kronberg 1 1/2 Hufe als Burglehen zu Kaub, welches später in den Besitz der Grafen von Solms übergeht.
  • 1378 verpfänden die Erben der Falkensteiner den Dinghof zusammen mit der Herrschaft Königstein.
  • 1421 geht der Hof an die Eppsteiner über.
  • Von 1443, 1476, 1499 und 1510 ist die Vogtei Lehen der von Eppstein-Königstein.
  • 1445 trägt Frank der Ältere von Kronberg den Dinghof als Mainzer Mannlehen.
  • Nach dessen Tod geht der Hof an die Grafen von Solms, die ihn zuletzt 1698 an die Kronberger als Afterlehen geben. Die Grafen haben aber schon vor 1549 eigene Güter in Eschborn, welche hauptsächlich für den Weinanbau genutzt werden.
  • 1459 erhält Hartmut von Kronberg zwei Hufe zu Eschborn von Landgraf Ludwig von Hessen, welche die Kronberger 1541 im Landgrafenvertrag wieder an Hessen übergeben müssen und seitdem als hessisches Lehen inne haben.
  • 1565 und 1575 werden die von Stolberg-Königstein mit den Gütern des Stifts St. Stephan in Eschborn belehnt.
  • 1688 gehört das Pastoreigut den Grafen von Blassenheim.
  • Ab dem Ende des 17. Jahrhunderts hatten die Ritter von Groenestein Besitzungen in Eschborn.
  • Bis 1779 tragen die Grafen von Solms den Dinghof von Mainz und ab 1811 von Nassau zu Lehen.

Zehntverhältnisse:

1355 haben die Kronberger den Zhenten zu Lehen.

1467 und 1478 erhalten die Kronberger den Zehnten als Mainzer Afterlehen der Grafen von Solms.

1661 erhält die Pastorei 1/6 des Großen Zehnten.

1706 tragen die Grafen von Solms den Zehnten von Mainz zu Lehen.

Ortsadel:

1189/90-1250: von Eschborn

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 774: Schenkung der Kirche an das Kloster Lorsch
  • 875: Zerstörung der Kirche
  • 1273: Archipresbyter (NUB 835)
  • 1359: Laurentiuskapelle (noch 1583 nachweisbar)
  • 1367: Pfarrer
  • 1622: Zerstörung der Kirche
  • 1624: Wiederaufbau
  • 1754: Erneuerung der Kirche

Patrozinien:

  • Lambert

Pfarrzugehörigkeit:

Zur Kirche in Rödelheim gehörig

Patronat:

Den Kirchensatz haben 1407 die Herren von Kronberg inne und ab 1479 die Grafen von Solms.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation: 1526

Katholischer Bekenntniswechsel: 1628, 1631 wieder evangelisch, 1635 katholisch, 1649 endgültig evangelisch

Kirchliche Mittelbehörden:

Seit 1107 zum Dekanat Eschborn, Archidiakonat St. Peter in Mainz gehörig.

Kultur

Schulen:

Seit 1650: Lehrer

1699: Schulbau

1790: Einrichtung der Schule als Freischule

1846: Schulneubau (heute Vereinshaus)

1902: Naubau in der Jahnstraße (1914 und 1952 erweitert, heutiges Jugendzentrum)

1963/64: Bau der Hartmutschule (Grundschule)

1971: Fertigstellung der Süd-West-Grundschule

1971/72: Eröffnung der Heinrich-von-Kleist-Gesamtschule

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Sitz des Dekanats Eschborn im Archidiakonat St. Peter in Mainz

Mühlen:

1405 wird eine Mühle im Besitz des Altmünsterklosters genannt, welche bis ins 19. Jahrhundert in Betrieb blieb.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Eschborn, Main-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11246> (Stand: 18.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde