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5816 Königstein (Taunus)
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Herzogtum Nassau 1819 – 42. Königstein

Altenhain

Stadtteil · 259 m über NN
Gemeinde Bad Soden am Taunus, Main-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8 km nordöstlich von Hofheim am Taunus

Lage und Verkehrslage:

3 km nordwestlich von Bad Soden an der B 519, auf westlichen Vorstufe des Altkönigs

Das im Vortaunus gelegene Dorf dehnt sich in einem Seitental des Sulzbaches aus.

Ortsform:

Wegedorf

Ersterwähnung:

um 1204-1232

Siedlungsentwicklung:

Die Entwicklung des Dorfes ging vom Sulzbach hin zum nordöstlich gelegenen Johanniswald. Zwischen 1364 und 1366 wurde Altenhain im Rahmen des Reichskrieges gegen Philipp den Älteren von Falkenstein durch Frankfurter Truppen niedergebrannt. Die heutige Bebauung ertsreckt sich zwischen der Talstraße und der oberen Langstraße. Im Jahre 1972 wurde die Siedlung Johanniswald an Königstein (Stadtteil Schneidhain) abgegeben.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3462332, 5557890
UTM: 32 U 462272 5556107
WGS84: 50.15597787° N, 8.471856185° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

436001010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1843: 24 Morgen
  • 1885 (Hektar): 326, davon 168 Acker (= 51.53 %), 55 Wiesen (= 16.87 %), 72 Holzungen (= 22.09 %)
  • 1895: 326,2 ha
  • 1927: 326,2 ha
  • 1961 (Hektar): 326, davon 52 Wald (= 15.95 %)
  • 1967: 326,2 ha
  • 1972: 315,6 ha
  • 1981: 312 ha

Einwohnerstatistik:

  • 1581: 24 Männer
  • 1661: 24 Hofreiten
  • 1790: 52 kath. Familien
  • 1800: 44 Familien
  • 1809: 76 Märkerlose
  • 1817: 246 Einwohner
  • 1885: 325, davon 15 evangelisch (= 4.62 %), 310 katholisch (= 95.38 %)
  • 1961: 789, davon 145 evangelisch (= 18.38 %), 624 katholisch (= 79.09 %)
  • 1970: 1095 Einwohner
  • 1977: 1524 Einwohner

Diagramme:

Altenhain: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Königstein
  • 1803: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Königstein
  • 1806: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
  • 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk IX (Kreisamt Höchst)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Obertaunuskreis
  • 1919: Hilfskreis Königstein in der französischen Besatzungszone
  • 1928: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis

Altkreis:

Main-Taunus-Kreis

Gericht:

  • Im Mittelalter gehörte der Ort zum Landgericht Dieffenwegen. Daneben gab es ein zum Fronhof des Klosters Limburg in Sulzbach gehörendes höfisches Gericht. Noch 1654 und 1661 werden die 7 nichthöfischen und die 17 höfischen Hofreiten von einander unterschieden.
  • 1816: Amt Königstein
  • 1849: Justizamt Königstein
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Königstein
  • 1867: Amtsgericht Königstein

Herrschaft:

Die Herrschaft über Altenhain ist mit der Vogtei des Klosters Limburg verbunden. Der königliche Besitz und die damit verbundenen Rechte gehen nach und nach auf den Inhaber der Vogtei über.

1348: Herrschaft Sulzbach

1378: Herrschaft Königstein

1421: Sulzbach, Eppstein und Königstein

1433: Herrschaft Eppstein-Königstein

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1204-1232 Belehnung des Starkrad von Sulzbach durch Gottfried von Eppstein mit Königsgütern (bona regis) in Altenhain.
  • 1366 befinden sich Gefälle zu Altenhain im Besitz des Frankfurter Schultheißen vom Königshof Helbigshain.
  • 1428 verkauft Hermann Frieß von Homburg seinen gesamten Besitz zu Altenhain an Eberhard von Eppstein-Königstein.

Zehntverhältnisse:

1300 haben die Herren von Eppstein das Zehntrecht zu Altenhain inne.

Ortsadel:

1273 bis zur 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts: Ritter und Edelknechte von Altenhain (de Indagine, von Hain, de Hain, de Altenhain).

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1706-10: Bau der katholischen Kirche
  • 1931: Abriss und Neubau der Kirche

Patrozinien:

  • Katharina

Pfarrzugehörigkeit:

Pfarrei Schneidhain

seit 1582 zur reformierten Pfarrei Neuenhain

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich um 1535.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1581 durch die Kurpfalz

Nach 1650 ist das katholische Bekenntnis gleichberechtigt neben dem reformierten. Zahlreiche Gemeindemitglieder treten zum katholischen Bekenntnis über.

Kirchliche Mittelbehörden:

Seit 1107: Dekanat Eschborn, Archidiakonat St. Peter in Mainz

Kultur

Schulen:

Im Jahre 1775 wurde die erste Schule in Altenhain eingerichtet, welche sich bis 1896 im Rathaus befand. In den Jahren 1896/97 wurde ein Schulneubau errichtet, der 1954/55 erweitert und 1972 mit einem Pavillion versehen wurde. In dem Gebäude ist heute die Grundschule untergebracht.

Wirtschaft

Zoll:

1387 besitzt Philipp von Falkenstein das Zehrungsrecht in Altenhain.

1421 gehört der Herrschaft Königstein Teile der Bede sowie des Frucht- und Weinzehnten.

1433 gehen diese in denn alleinigen Besitz Eberhards von Eppstein-Königstein über.

1558 erhielt Graf Ludwig von Stolberg-Königstein vom Kloster Limburg 1/3 des großen Weinzehnten zu Altenhain, Neuenhain, Sulzbach und Soden für die Zeit von 30 Jahren.

1578 besaß Stolberg-Königstein die Bede, den kleinen Weinzehnten und den Fruchtzehnten.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Altenhain, Main-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11234> (Stand: 18.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde